Was an Frankreich ist so kaputt? Es ist die bis heute exzessiv kultivierte Klassengesellschaft. Tania Martini/taz erklärt es uns. Bei uns gibt es das auch, aber verdruckster, verschämter, klandestiner – politisch finde ich ist die deutsche Version der Fortschritt.
Hier und hier sind wir schon auf das Ende des deutschen Steinkohlebergbaus eingegangen. Ein sehr teures Ende, das das Ruhrgebiet auf Lebenszeit begleiten wird. Es geht auch katastrophal. Fast unbeachtet durch das politische Kriegsgeschehen, werden die alten ostukrainischen Bergbauregionen zu für Menschen unbewohnbare Wüsten – durch die Vergiftung des Grund- und Trinkwassers. Wenn sich die Ukrainer*innen dafür bedanken wollen, gibt es eine Menge Adressen: ihre eigenen diversen Oligarchenfraktionen, Moskau, Berlin, Brüssel, Washington.
Diktaturen werden dafür bewundert, wie schnell dort alles geht: Entscheiden, Bauen, Machen. Die türkische Eisenbahn zeigt zuletzt leider allzu eindrucksvoll, wohin das führt. Hierzulande wird das Eisenbahnbundesamt hier in Bonn gerne für seine Bürokratie beschimpft. Mir ist Zeitverzug und Geldausgeben für Demokratie entschieden lieber. Es gibt Sicherheit.
Wer wie ich eine an Darmkrebs verstorbene Mutter hatte, macht sich aus instinktivem Selbsterhaltungstrieb mehr Gedanken um unser Untenrum. Und siehe, der Fortschritt kommt aus dem Osten: hygienisches, und angenehmes Scheissen. Danke Japan!

Über den/die Autor*in: Martin Böttger

Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
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