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Ein Kelch ging an Beuel vorüber …

Schreckensstarr entdeckte ich beim Spiegel eine Story über Gentrifizierungsviertel in deutschen Städten. Ich dachte: jetzt ist es so weit, jetzt fallen sie über uns her. 27 solcher Viertel will die Firma F+B GmbH identifiziert haben.
Bonn kam auch vor. Aber zum Glück nicht wir, sondern ein Stadtteil namens “Altstadt”. Haben wir sowas? Als ich hier neu war, in den 70ern, wurde die heutige “Innere Nordstadt” so bezeichnet. Ich nehme mal an, die meinen die. Arme Nordstadt. Hier in Beuel ist das “Kulturviertel” in spe hinterm Beueler Bahnhof bereits von Immobiliengeiern (“Projektentwickler”) umzingelt. Die warten nur noch darauf, dass irgendeine willfährig-doofe öffentliche Hand ihnen das Problem der Altlastensanierung abnimmt – dann könnte es losgehen. Wenn aber ein Stadtteil wie die Innere Nordstadt schon im Spiegel steht, dann ist eigentlich schon alles verloren. Vor allem Alles, was mit bezahlbarem Wohnen oder Kleingewerbe zu tun hat. Der Spiegel ist wie die sogenannte Zeitung Bild, nur mit Distinktions-Bonus. D. h., was es als Thema da rein schafft, ist nur noch Information für die Doofen – die Edelwaren haben die Profis schon abgegrast. So weit scheint es mit Beuel noch nicht zu sein. Aber ich fürchte, es war knapp.

Über den/die Autor*in: Martin Böttger

Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger@extradienst.net

Ein Kommentar

  1. Roland Appel

    Ach du sch… mein alter Wahlkreis aber so richtig werden se da auch nicht auftrumpfen können. Zu eng für Tiefgaragen, balkonanbauten und vor- oder hinter Gärten und 90 % in kleinbürgerlicher Hand. Das Frankenbad, die ehem Uniklinik und die Blocks am Kaiser Karl Ring, die schon. Heuschrecken gehören allerdings…

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