Manche sozialdemokratische Männer sind sich für Nix zu fies. Anders ausgedrückt: mit dem lebenslangen Lernen haben sie eines Tages aufgehört. Aber anders als eine gewählte Bürgermeisterin schaffen sie es, in deutschen Redaktionen Wind zu machen. So nahm die grundsätzlich hörenswerte DLF-Sendung “Europa heute” den Monsieur Valls zum Anlass, über die anstehenden spanischen Kommunalwahlen zu berichten. Ehrlicherweise mit dem Hinweis am Schluss des Beitrages von Julia Macher, dass der Mann gewiss keine Siegchance habe.
Schlimmer als in Barcelona sieht es für die Linke in Polen aus. Dort hat sie sich gründlich desavouiert, weil sie von den Seilschaften der alten Regierungspartei zuschanden geritten wurde. Seit Jahren besteht bei polnischen Wahlen eine Bipolarität zwischen reaktionären Nationalisten (die gegenwärtig regieren) und Neoliberalen, gegenüber denen die FDP als gemässigt angesehen werden muss (die stellen gegenwärtig des Chef es “Europäischen Rates” Donald Tusk, dem Regierungen-Widerpart von EU-Kommission und EU-Parlament). Nun gibt es ein neues linkes Pflänzchen in Polen, das in diesem erzkatholisch dominierten Land vom offen-schwulen Bürgermeister von Slubsk Robert Biedron angeführt wird. Der DLF-Beitrag ist online bisher nur nachzuhören, aber eine Abschrift dürfte im Tagesverlauf noch folgen.