CDU-Wasserstoffshow / Handkestreit zwecklos / Schwarzisraelische Rapperin

Von , am Mittwoch, 6. November 2019, in Genuss, Lesebefehle, Medien, Politik.

Was für eine Show! Alles nur um Svenja Schulze zu demütigen? Eine wirkungsvollere Aufwertung kann sich diese kleine, starke Frau kaum wünschen. Vier CDU-Bundesministerien taten sich zusammen, um eine grosse Medienshow um den “Schlüsselrohstoff” Wasserstoff abzuziehen, und dabei auffallen zu lassen, dass sie alles am Bundesumweltministerium vorbei inszenieren. Den meisten Menschen wird es wurscht sein, wie und warum CDU und SPD sich schlagen – und genau diese Tatsache ist ja deren Problem. In der Sache wurde die Show heute morgen um 6.50 h im Deutschlandfunk zertrümmert. Wissenschaftler Volker Quaschning, Ingenieurwissenschaftler und Professor für regenerative Energiesysteme an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin und Aktivist bei den Scientists For Future, war der Täter. Für ihn wars gar nicht schwer.
Die Aufregung und der Streit um Peter Handke geht mir persönlich am Arsch vorbei. In meinen Augen ebenfalls eine gross inszenierte Show aller Beteiligten, um Aufmerksamkeit für sich selbst zu erregen. Heute habe ich mal eine Ausnahme gemacht, und sie nicht bereut. Norbert Mappes-Niediek kenne ich aus unserer gemeinsamen Bonner AStA-Zeit persönlich und weiss, dass er ein integrer Kerl ist. Seit vielen Jahrzehnten lebt und arbeitet er von Graz aus, studiert und berichtet von dort über den Balkan und leistet als Journalist viel dafür, dass die deutsche Öffentlichkeit die komplizierten politischen Prozesse dort besser versteht. Norbert versteht auch was vom “poetischen Blick” bei Handke, mit dem der sich argumentativ unverwundbar macht. Es ist allerdings für Nichts und Niemanden, für den*die er Partei nimmt, eine Hilfe, sondern ebenfalls: für ihn selbst.
Für Rap interessiere ich persönlich mich kaum. Wers mag ok. Wenn damit politische Emanzipationsprozesse verbunden sind, dann ist es natürlich politisch interessant. Und so staunte ich nicht schlecht, dass Till Schmidt (seine Homepage ist nur gegen Anmeldung zugänglich; hier ein politisches Selbstzeugnis von ihm) in der FAZ ein Porträt der schwarzen, äthiopisch-israelischen Rapperin Eden Derso unterbrachte. Bemerkenswert.

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