Ethnisierung von Kriminalität

Von , am Donnerstag, 21. November 2019, in Lesebefehle, Medien, Politik.

Löst keine Probleme, sondern schafft zusätzliche
Was gibt es Schöneres für gedankenlose Politik(er*innen), als die selbsterfüllende Prophezeiung mit jede Menge “Siehste!”-Potenzial? Vor allem in der Not. Der CDU/FDP-Landesregierung von NRW gelingt fast nichts. Aber auf dem Fundament der “Kölner Sylvesterkrawalle” 2015/16 ist es ihr immerhin gelungen, die “Clankriminalität” als Frame im öffentlichen Diskurs nachhaltig zu verankern. Die regionale Presse spielt gerne mit, Klasse-Razziabilder mit viel blinkendem Blaulicht, Herr Reul, mit wehendem Mantel und sorgenzerfurchtem Gesicht, liebt das. Und die gestressten Journalist*inn*en auch; das Recherchieren macht ja schon die Polizei. Die Folge ist so ähnlich, wie es die Lausbuben in früheren Jahrhunderten mit den Fröschen getan haben: etwas, was schon da ist, ohne Hemmungen kräftig aufblasen. Und danach sieht alles noch schlimmer aus als vorher. Von solcherart Polarisierung profitieren die Pole; der Rest in der Mitte interessiert sie nicht. Anders als beim Klima wäre es besser, sie zum Schmilzen zu bringen. Das würde Sicherheit produzieren.
Johannes Simon/Jungle World hat es an der Clankriminalität unter Einbeziehung teilweise gegensätzlicher Meinungen sehr gut erklärt.

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