Die armen Schüler*innen: immer wieder werden sie mit Schweinen verglichen. Nunja, Schweine sind weit intelligenter als Katzen oder Köter, als Säugetiere uns Menschen am ehesten verwandt. Jaja, guten Appetit!. Als ich vor einigen Jahren mal morgens kurz vor 8 mit dem Bus zum Arzt musste, hatte ich auch diese Assoziation: Schweine-, bzw. Ferkelchen-Transport. Die armen Kinder mit dem schweren Gepäck, bewegungslos eingepfercht und zu Paketen zusammengeknüllt, wie das Hackfleisch beim Metzger. Ja, liebe Eltern, fahren Sie zur Probe mal mit. In meiner Schulzeit war es schon genau so, so wurde ich zum Fahrradfahrer, mit 8.
Damals gab es noch keine Ganztagsschule. Mutti (nein, nicht Frau Merkel) war Hausfrau, und wartete nach der Schule mit dem Mittagessen. Selten Nudeln mit Tomatenketchup, sehr, sehr oft, vor allem um diese Jahreszeit, Grünkohl aus dem eigenen Garten. Samstags, wenns Eintopf gab, sind wir nach der Schule lieber noch Bierchentrinken und Flippern gegangen. Heute dagegen bleiben die Kinder in der Schule und sollen dort verpflegt werden. Mit Pflege scheint das allerdings wenig zu tun zu haben. Viele Eltern dringen auf Billigbillig (oder kostenfrei), bei vielen mit vielen Kindern einerseits verständlich. Aber wenn dann sowas dabei rauskommt, wie es Eva Sichelschmidt aus Berlin beschreibt, dann handelt es sich um eine flagrante Misshandlung – des Essens und der Kinder.

Ich habe keine Kinder und darum keine aktuelle Wahrnehmung, wie es in Bonner Schulen aussieht. Hier eine 6 Jahre alte Stellungnahme der Stadtverwaltung. Ich weiss, dass sich alles in einer Kostenschraube bewegt: für gute Verpflegung benötigt eine Schule eine Mensa, in der das Essen frisch zubereitet werden kann. Die meisten haben aber keine. Die Stadt meint das Geld für entsprechende Investitionen nicht zu haben. Richtig daran ist, dass im hiesigen Finanzsystem die Kommunen von Bund und Land an der kurzen Leine gehalten werden. Ganz am Ende dieser Leine sind dann nicht die Amateur-Kommunalpolitiker*innen, sondern die Kinder. So werden also kommerzielle Caterer beauftragt, die – da stimmt die Assoziation mit der Schweinezucht wieder – Massenproduktion (=billig) betreiben, und es dann zum Aufwärmen vor Ort anliefern – für Vitamine und Geschmacksaromen ist das mit heutigen Logistiksystemen nicht mehr tödlich, aber auch kein Vorteil.

Ich lasse mir jedenfalls nichts anliefern, von niemandem. Lieber gehe ich dahin, wo eine Küche ist und auf Geschmacksverstärker und Konservierungsstoffe verzichtet wird. So sollten auch Ihre Kinder erzogen werden, von Ihnen selbst und der Schule. Als ersten Schritt für besseres Schulessen und entsprechenden politischen Druck sollte Slowfood zügig Guerilla-Einheiten bilden, z.B. subversive Foodtrucks vor Schulhöfe stellen.

CSU-Fußballkonzern

Ich habs geahnt. Gewusst hat jeder fachkundige Fan schon immer, dass der Fußballkonzern aus dem süddeutschen Raum 1972 sein fettes, und heute ungeliebtes Olympiastadion mit zwei Jahren Vorsprung vor der Konkurrenz füllen und abkassieren konnte. Die bekam ihre Stadien in Gelsenkirchen, Dortmund, Köln erst 1974 zur WM, und der jetzige seit 8 Wochen amtierende Bundesligaspitzenreiter Borussia Mönchengladbach sogar erst 2004 (und zwar ohne Namensmisshandlung durch fette imagegeile Sponsoren, Grüsse ins Westfalenstadion!). TV-Gelder waren in den 70ern noch von geringer Bedeutung. Mit dem Kapitalvorsprung wurden dann schon von den Ahnen des Steuerkriminellen Hoeness der Konkurrenz die besten Spieler weggekauft.

Hoeness war offensichtlich nicht der Erfinder des Steuerbetrugs. Nun ist zusätzlich erforscht, dass dieses System schon früh weit kostspieliger war als bekannt, und darum zusätzliche kriminelle Aktivitäten entwickelt wurden, nicht gegen den Staat, sondern mit aktiver Mithilfe der Bayrischen Staatsführung. Weil die früher und intelligenter als andere erkannt hatte (s. auch die Bayern-Saga von Goeschel/Steinmetz), wie strategisch wichtig die Infiltration und Instrumentalisierung des Fußballs für die ideologische Volkserziehung war und ist.

Jetzt kanns einer mit Archivfunden wissenschaftlich belegen. Gratulation und danke an Hans Woller.