Was ist nur bei der Deutschen Welle los? F├╝r das kleine Bonn ein fettes, grosses, arbeitsplatzreiches Unternehmen. Mit einer weit ├╝ber die Unternehmensgrenzen hinweg f├╝r ihre Qualit├Ąt ber├╝hmten Kantine. Finanziert nicht aus der best├Ąndig diskutierten Haushaltsabgabe, sondern aus dem Etat der Bundesregierung. Wie kann es sein, dass dort mit unsch├Âner Regelm├Ąssigkeit skandal├Âse Crashs produziert werden? Jetzt z.B. einer, ├╝ber den sich der faschistoide brasilianische Bolsonaro-Clan ├Âffentlich freut – Harald Neuber/telepolis berichtet..
Als h├Ątte die Deutsche Welle eine Weisung aus Brasilia erhalten, hat sie nun den Schriftsteller Jo├úo Paulo Cuenca als Kolumnisten gefeuert. Wenn ich es nicht besser w├╝sste, m├╝sste ich annehmen, die Bundesregierung habe die teure F├╝hrungsetage der DW bereits eingespart und durch Algorithmen ersetzt. Die k├Ânnen zwar Sprachen ├╝bersetzen, ihnen fehlt aber eine Kernkompetenz, von der die Aussenwelt bisher glaubte, sie sei in der Deutschen Welle zuhause: W├Ârtliches von Metaphern unterscheiden, kulturelle und politische Kontexte verstehen, und anderen verst├Ąndlich machen. Genau das scheint hier gewaltig gescheitert zu sein. Als wollten sie den Laden ganz dichtmachen.

US-Geheimdienste einst

In den USA laufen derzeit best├Ąndig Geheimhaltungsfristen f├╝r alte Dokumente aus. Sie betreffen aktuell Zeiten, die einst so spannend waren, wie es die Gegenwart ist. Markus Kompa/telepolis berichtet, wie Anfang der 70er Jahre die US-Geheimdienste sich selbst gegenseitig reinlegten, aber nicht daran hindern liessen, ├ťberwachungen auszudenken und auszuweiten, die vermutlich heute alle praktiziert werden.

Chinas ├ťberwachungssystem

Marc P├╝schel/Junge Welt findet es nicht so schlimm, wie die meisten hierzulande: das chinesische Social Credit System: erster Teil und zweiter Teil (beide Links verschwinden in einigen Tagen in einem Paywall-Archiv). Ich kann ihm in dieser Beurteilung nicht folgen. Die Normalo-Chinesin mag es als Verbesserung gegenw├Ąrtiger Zust├Ąnde wahrnehmen – ich als verw├Âhnter mitteleurop├Ąischer Linksliberaler kann es nur f├╝rchten. Richtig ist durchaus P├╝schels Hinweis, dass vieles, was in China der Staat zur Kontrolle der B├╝rger*innen unternimmt, in unseren L├Ąngengraden private Konzerne praktizieren. Diese kleine Meldung weist z.B. darauf hin. Es ist m├╝ssig, das Eine besser oder schlimmer als das Andere zu finden, wenn das eigene Leitbild ein*e emanzipierte*r B├╝rger*in ist.

R├Ątsel der Bonner Stadtplanung

Dr. Robert Kaltenbrunner ist “Abteilungsleiter II Bau- und Wohnungswesen” im “Bundesamt f├╝r Bau-, Stadt- und Raumforschung” (BBSR) hier in Bonn. Seit Jahren verfolge ich seine emsigen Publikationsaktivit├Ąten, vorwiegend in der FR und bei telepolis, mit grossem Interesse. In all den Jahren wunderte ich mich, dass er mir bei den m├╝hen der Bonner Ebenen nie begegnet ist. Ich glaube, jetzt weiss ich warum. Wenn Sie z.B. aktuell seine Hymne auf den d├Ąnischen Architekten Jan Gehl in der FR nehmen. Was meinen Sie: wann erreichen Entwicklungen, die in Kopenhagen schon Wirklichkeit sind, Bonn? In 10 Jahren? In 50 Jahren? Oder in 100 Jahren? Sehen Sie, Sie wissen die Antwort.