Etwas peinlich ist es schon. Helge wird 65 und muss zum medialen Abfeiern nach Hamburg reisen. Seine Heimatzeitung mauert ihn in ihre Paywall ein. Sein Heimatsender WDR hat gar keinen Sendeplatz um ihn zu w├╝rdigen. Wenigstens m├╝ssen wir ihm nicht hinterherreisen. Hier seine W├╝rdigung im NDR-Regionalprogramm (Video gut 30 min, bis Ende Nov.). Morgen gibts bei ihm zuhause Pflaumenkuchen, erfahren wir da. Hoffentlich hat er auch frische Schlagsahne, sonst bringen Sie ihm lieber welche mit. Pflaumenkuchen ohne Schlagsahne geht gar nicht … Mein Biobistro-Wirt kokelt ausserdem ein bisschen in einer Espressotasse, um die Wespen fernzuhalten. Aber noch mal ernsthaft: wir bekommen hier einen Helge gezeigt, der geradezu vorbildhaft altert – so viel Understatement und Erdung, so w├╝rde ich auch gerne auf meine Mitmenschen wirken.
Wo ich gerade bei Helge bin, liegen zwei weitere Musikhinweise nahe. Manfred G├Âtzke hat sich im DLF-Wochenendjournal in der Berliner Clubszene umgeh├Ârt (Audio 48 min). Was er dort in Erfahrung brachte, d├╝rfte in vielen St├Ądten ├Ąhnlich sein.
Und die sowieso hochverehrte Schauspielerin Sophie Roishier vor 12 Jahren im Gespr├Ąch mit Alexander Kluge (sic!) – beweist, das l├Ąuft im Moment in meinem Radio, einen grossartigen Musikgeschmack. Einerseits w├╝nscht sie uns H├Ârer*inne*n, dass wir noch im Bett liegen, andererseits spielt sie Sachen, die einem das Aufstehn zu einer freudigen Angelegenheit machen. Auch das ist eine Kunst.
Als Rausschmeisser und zur Abk├╝hlung zum Schluss noch dieser Hinweis auf die “K├╝hlkammer des Merkelismus” (Stefan Reineckte/taz).
Ich muss jetzt zum Mittagessen: Steinpilzragoout. Was trinkt mann dazu?