Wundersame Bahn LV
Ralf Wurzbacher/nachdenkseiten und sein Interviewpartner Joachim Holstein, ehemaliger Nachtzugbegleiter und heutiger Bahnaktivist, haben erkennbar Orientierungsprobleme, nachdem der Rücktrittskandidat im Amt des Bundesverkehrsministers Scheuer vor einigen Tagen grosses PR-Besteck zum Thema Bahnpolitik vorgezeigt hat. Dabei war für Expert*inn*en sofort klar, dass er weder über Fachwissen noch praktische Fahrgasterfahrung verfügt.
Und unter uns: ihm ist wahrscheinlich schon selbst klar, dass er sein schweres Amt nicht über die Bundestagswahl im nächsten Jahr hinaus ausüben muss, was ihn gewiss mental erleichtert, und umso karierter daherschwätzen lässt.
Die Katastrophen finden täglich statt. Also so oft und so “gewöhnlich”, dass sich Medien dafür kaum interessieren, und die Opfer, in der Mehrheit Pendler*innen, sich in Fatalismus einrichten. Im SWR gibt es noch ein Nest, bei dem Sender, in dem die bahnjournalistisch epochemachende Reportageserie “Eisenbahnromantik” erfunden wurde, und heute leider überwiegend nur noch durch Wiederholungen gepflegt wird. Der das Projekt pflegende verrückte Redakteur Hagen von Ortloff ist nämlich schon lange in Rente. Einer seiner Reportagelieferanten Alexander Schweitzer hat gestern noch mal abgeliefert: “Baustelle Bahn – Falsche Weichenstellung im Südwesten?” Das Fragezeichen können Sie sich getrost wegdenken. Alles traurig aber wahr. Vor allem die Ahnungslosigkeit des zuständigen Bundesministers.