mit Update 5.1.
Jürgen Wagner/telepolis berichtet über ein deutsch-französisches Rüstungsprojekt, das – geschätzt – 300 Mrd. € über 10 Jahre verteilt (und gebunden) von öffentlichen in Aktionärskassen schaufeln soll. Da ist sie also, die “Selbstbehauptung Europas”. Merkwürdig finde ich, dass von Wagner zitierte Rüstungslobbyisten möglichst viel davon “vor der Bundestagswahl” absichern wollen. Was fürchten die? Dass es Wahlkampfthema wird (vielleicht, schön wärs), oder gar die Grünen in der Regierung (sind die so schlecht informiert?)?
Update 5.1.: dass sich der gleiche Sachverhalt zwar nicht uninteressant, aber doch entpolitisierend-substanzarm beschreiben lässt, zeigt die FAZ: die aktuellen Bewerber um die Rolle des Hampelmanns der Rüstungsindustrie. Wer wird sich noch bewerben?
Dagegen sind die folgenden beiden Meldungen kleine Murmeln. Thomas Pany/telepolis berichtet über eine Untersuchung der weltweit durch die Medien gereichten Stürmer des Kapitols. Viele beliebte Klischees stimmen nicht. Darum wird diese Untersuchung auch nicht sonderlich berühmt.

Bei Jacobin kritisiert der linke russische Exilant Alexey Sakhnin seinen weit erfolgreicheren Oppositionskonkurrenten Alexej Nawalny von links: “Vom Nationalisten zum Held der Neoliberalen”. Eine 5-Minuten-Recherche liess mich herausfinden, dass der Jacobin-Autor in der schwedischen Presse als putinhörig (hierzulande würde es heissen “Putinversteher”) diffamiert wird. Dieser Verteidigungstext, u.a. für ihn, macht mir in seiner rechthaberischen Detailversessenheit sogleich verständlich, warum solche Oppositionelle keine schlagkräftige Organisation und Bewegung zustande bringen.