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Coronamedikament für Infizierte – untergegangen

Monoklonare Antikörpertherapie – sagt Ihnen das was? Mir bis heute nichts, aber die Aktuelle Stunde des WDR 3 Fernsehens hat heute berichtet, dass eine Forderung nach Medikamenten für Infizierte, die ich in mehreren Artikeln zum Thema Corona-Pandemiebekämpfung hier erhoben habe, durch Monoklonare Antikörpertherapie zum größten Teil erfüllt wird. Vor lauter Impfstoffentwicklung und Milliardenfinanzierung derselben ist nämlich die Forschung an Mitteln zu Behandlung von bereits Erkrankten kaum gefördert worden. Aber es gibt offensichtlich Medikamente – für potenziell 200.000 erkrankte Menschen in NRW – die an Covid 19 erkrankte vor schweren Folgen schützen könnten – leider ist das kaum bekannt. Der faschistische Expräsident der USA wurde mit solchen Medikamenten quasi als Versuchskaninchen behandelt, bevor sie zugelassen waren.

Inzwischen sind sie aber in Deutschland zugelassen. Die Universitätsklinik Düsseldorf bunkert diese Medikamente für rund 200.000 Menschen, die lebensrettend für Patienten der Risikogruppen wirken könnten, die noch nicht geimpft wurden, aber erkrankt  sind. Allerdings haben diese Medikamente einen Haken: Sie wirken nur zuverlässig, wenn sie in den ersten drei Tagen einer Infektion verabreicht werden. Wenn eine Person mit einem PCR-Test positiv getestet ist, sind in der Regel bereits drei Tage seit der Ansteckung vergangen – also müsste es eine ambitionierte Logistik von gemeldetem Positivtestergebnis zur möglichen Behandlungsentscheidung durch den Klinik- oder die Hausärzt*in und die Lieferung des Monoklonaren Antikörpermedikaments geben. Denn sind Patienten bereits infiziert, und ist die Krankheit fortgeschritten, ist die Wirksamkeit dieser Medikamente um so geringer, je länger der Infektionszeitpunkt zurückliegt.

Eine entsprechende Logistik gibt es aber bisher nicht, ja die Hausärzte sind nicht einmal flächendeckend darüber informiert, dass Jens Spahn für eine große Zahl von Personen diese Medikamente eingekauft hat. Er soll dafür an dieser Stelle ausdrücklich gelobt werden – leider sind die Informationen darüber im Gesundheitssystem bisher wohl nicht hinreichend verbreitet, so der Bericht des WDR. Nicht zum ersten Mal zeigt ich hier, dass die zentralisierte Verwaltung der Impfstoff- wie der Medikamentenbeschaffung eine kaum überwindbare Schwachstelle bei der wirkungsvollen Verteilung von Medikamenten und Hilfsmitteln ist. Ob Impfstoff, Schnelltests, Masken oder Antikörpermedikamente – der zentrale Mechanismus ist zu schwerfällig, zu anfällig und zu unbeweglich, um den Herausforderungen der Pandemie wirklich effizient zu begegnen.

Ein Kommentar

  1. Annette

    Lieber Roland, ein guter Freund war selbst schwer an Covid erkrankt und wurde nach seiner Genesung gefragt, ob man ihm Blut abnehmen und daraus die Antikörper gewinnen könnte, die man dann anderen an Covid erkrankten spritzen könnte. Das ist das was du meinst.

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