mit Update 4.6.
Un’ in Ehrenfeld sin’de Wölfe! Oder wars nur ein grosser Fuchs?
Die Olympischen Spiele 1968 in Mexiko waren meine ersten Fernsehspiele, schwarz-weiss selbstverständlich. Leichtathletik war die Königsdisziplin, damals. Sogar das Massaker von Tlatelolco war mir ein Begriff und als 11-jähriger prägte sich mir bereits die Schmerzfreiheit der IOC-Mafia (“The games must go on!”) ein, die sich immer wieder, imgrunde bis heute, wiederholen sollte.
Lee Evans gestorben
Schmerzempfindlich war und ist die IOC-Mafia allerdings, wenn die Sportler*innen, die für die Mafia die TV-Milliarden hart erarbeiten, es wagen, aus ihren Hirnen herauszulassen, was sie denken. Hier gingen die Schwarzen den Weissen weit voraus. Tommie Smith und John Carlos wurden damit 1968 zurecht berühmt, und von der nichtweissen Mehrheit der Menschheit verehrt. Ihren 400m-Assen hatten die beiden Afroamerikaner damit die weltweite Show gestohlen. Denn hier holten drei Schwarze, Lee Evans, Larry James und Ron Freeman, für die USA alle drei Medaillen – auf der mörderischsten Strecke, die die Leichtathletik zu bieten hat: dem ganz langen, absolut auspumpenden Sprint. Alle drei trugen als Ausdruck ihres Protestes bei der Siegerehrung eine schwarze Baskenmütze. Lee Evans hatte in der smoggeschwängerten Höhenluft Mecico Citys mit 43,8 sec einen Fabelweltrekord aufgestellt, der 20 Jahre Bestand haben sollte.
Jetzt ist er gestorben, und immerhin ein einzelner Spitzen-Sportjournalist, Martin Krauss/taz erinnert an ihn.
Update 4.6.: eine ausführlichere und interessantere Würdigung des gleichen Autors zu Lee Evans hier in der Jungle World.
Franco Battiato gestorben
Er bekommt geringfügig mehr Beachtung in deutschen Medien. Seine Musik, das ist heute aufgrund unzähliger Programmreformen nicht mehr vorstellbar, habe ich über WDR2 erstmals gehört. Es gab sonntags ein Magazin, das aus diversen europäischen Hitparaden berichtete, ähnlich dem bei BFBS damals üblichen “Pop around Europe”, nur weit betulicher moderiert. In den 80ern war Battiato hier nicht auszuweichen, auf den übersetzenden Transport seiner Textbotschaften wurde grosszügig verzichtet. Wenigstens nicht in dem sachkundigen Nachruf von Andreas Rossmann/FAZ, dem Sizilien-Experten seiner ehemaligen Arbeitgeberin.
Dä Wolf in Ehrenfeld
Ich habe schon vor Jahren absolut furchtlose Füchse auf den Strassen Ehrenfelds, ganz in der Nähe des dortigen Bahnhofs, also ziemlich in er Mitte, getroffen. Bessere Nahrungsbedingungen als in den dortigen Mülltonnen können sie kaum finden. Nicht wenige verzichten an Wochenenden betrunken ganz auf die Müllentsorgung in Behältnissen, und lassen alles dort fallen, wo sie gerade sind. Besser können es nahrungssuchende Tierarten halt nicht antreffen. Zumal, wenn sie in ihren angestammten Wohngebieten sowieso gründlichst von den Menschen belästigt werden. Dann bleibt nur die Anpassung an deren Leitkultur. Auch wieder falsch? Wie gut, dass in Köln noch Ausgangssperre ist. Sonst werden meine vielen Freund*inn*e*n dort noch gefressen ….

Über den/die Autor*in: Martin Böttger

Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger@extradienst.net