In Israel verschieben sich die Gewichte zu den Rändern
Aufgrund der Instrumentalisierung des Antisemitismus hierzulande – und zwar von zahlreichen Seiten – halte ich mich gerne von derlei Auseinandersetzungen fern. In meinem Alter erlaube ich mir das, und riskiere Wissensrückstände. Heute wurde mir geholfen, wie so oft von der DLF-Reihe Essay & Diskurs.
Dort informierte Daniel Cil Brecher über die politischen und gesellschaftlichen Verschiebungen: Reflexionen über ein gespaltenes Land – Bürgerrechte, Gruppenidentität und Demokratie in Israel – Das Primat der Gruppenidentität in Israel schuf eine Ordnung, die einzelne Gruppen privilegierte, andere marginalisierte und die Zusammenarbeit erschwerte. Braucht Israel 74 Jahre nach der Staatsgründung eine gemeinsame staatsbürgerliche Identität?”
Ich bin kein Freund der gebräuchlichen Apartheid-Analogien. Auch Brecher verzichtet darauf. Freilich macht er verständlicher, warum nicht wenige auf diese Idee kommen. Das werden ihm gewiss wiederum viele übelnehmen.
Prantl sauer aufs Verfassungsgericht
Heribert Prantl, den ich als bürgerrechtlichen Freund bezeichne, ist verzweifelt über das Bundesverfassungsgericht nach dessen jüngstem Corona-Urteil. Es hat den antibürgerrechtlichen von der Hauptstadt ausgehenden Zirkel nicht durchbrochen. Der Gesetzgeber knipste die Rechtsweggarantie aus. Dadurch staute sich alle Klagewut auf direktem Wege in Karlsruhe. Und die Richter*innen entschlossen sich offensichtlich zu einer Lasst-uns-in-Ruhe-wir-haben-sowieso-zuviel-zu-tun-Notwehr. Nicht gut.
Der Schwarze ist schuld (- immer)
Gestern war Fussball. Sie hören nicht auf, Pandemie hin oder her, Inzidenzzahlen egal. Vor 15 statt 80.000 Menschen spielte der BVB gegen den Konzern aus dem süddeutschen Raum. Schiedsrichter war einer, der schon wg. Schiebung sportrechtlich verurteilt wurde. Wer hat den wohl angesetzt? DFL? DFB? Wenig überraschend, auch für den schwarzen Dortmunder Spieler Jude Bellingham, zog er bei einem Foul an dem BVBler Reus keinen Videobeweis zurate und gab also keinen Elfer. Zum Ausgleich guckte er sich ein (unbeabsichtigtes) Handspiel des BVBlers (und Ex-Bayern) Hummels umso gründlicher auf Video an, um den spielentscheidenden Elfer für den süddeutschen Konzern zu geben. Das gesamte Management dieser Spielansetzung durch die Fussballoligarchen erinnert mich ganz stark an das kürzlich weltbekannt gewordene Desaster einer sog. “Mitgliederversammlung” des gleichen Konzerns.
Als wäre einem davon noch nicht übel genug, ist es dann doch der DFB, der das Sahnehäubchen platziert: er ermittelt nun gegen den, den das alles nicht mehr wundert, den Schwarzen Bellingham. Klar, wer soll sonst an diesem Sport-GAU schuld sein?