Die Pandemie hat die Idylle Deutschland als Fata Morgana entlarvt. Vieles in der Republik läuft schief. Die Bürger erwarten von den 2620 Abgeordneten in Bund und Ländern Abhilfe. Allein mit dem „Abendlied“ auf den Lippen sind Wahlen kaum noch zu gewinnen.
Heute im Blick: weltvergessene Abgeordnete, das Realitätsproblem des Kanzlers und die Ahnungslosigkeit eines Länderchefs.
Weltvergessene Abgeordnete
Die Medien erinnerten gerade daran, dass Anfang 2021 Trumps Anhänger das Kapitol in Washington eroberten. Vergessen scheint: Die Blaupause kam aus Deutschland. Im August 2020 wollten Wirrköpfe den Reichstag stürmen. In den USA überrannten die Angreifer die Kapitol-Polizei. In Deutschland gelang es drei Polizisten, den Mob zu stoppen. Beide Angriffe waren absehbar. Hier wie dort hatten die Abgeordneten vergessen, ihre Arbeitsstätte zu schützen.
Realitätsproblem des Kanzlers
Bundeskanzler Scholz tut sich schwer mit der Realität in Deutschland. Er bestreitet, dass die Pandemiepolitik, an der er kräftig mitwirkte, das Land gespalten habe. Dennoch beschwor er in seiner Neujahrsansprache den Zusammenhalt so intensiv, als stünde das Land kurz vor dem Zusammenbruch.
Ahnungsloser Länderchef
Die CDU führt gerade vor, wie man einen Bock zum Gärtner macht. Sachsens Ministerpräsident Kretschmer soll stellvertretender CDU-Chef werden und mithelfen, die Partei zu erneuern. Im August 2020, ein halbes Jahr nach Ausbruch der Pandemie, hatte er noch immer nicht verstanden, wie Corona funktioniert. Kretschmers Ahnungslosigkeit verschaffte dem Virus in Sachsen freie Bahn. Seither fühlt es sich dort pudelwohl.
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