mit Update nachmittags
Subversiv machte es heute die “Umwelt und Verbraucher”-Redaktion des DLF. Bevor die Mittagssendung den Kanzlerbesuch bei der Giga-Factory des Tesla-Konzerns feierte, berichtete sie über das “Schwarzbuch Wasser: Zu viel Nitrat und zu viele Pestizide. Int. Manfred Mödinger” (Audio 8 min). Auch WDR5 interessiert sich für neue Grundwasserprobleme – nee, neu sind die gar nicht, nur für die endlich wachsende Berichterstattung sind sie neu. Rheinpegel Bonn 187 cm.

Folgende Kandidaten brechen neue Chuzpe-Rekorde. Deutschlands Einzelhandelsmonopole, die mit dem “billig, billig, billig” früheren Lebensmitteleinzelhandel komplett zerstört haben, ausgerechnet die, die den Lebensmittelerzeuger*inne*n die Abnahmepreise aufzwingen, beschweren sich nun in Spanien, dass die dort für “unsere” Erdbeeren und Tomaten ein Unesco-Naturerbe verdorren lassen. Da frage ich mich, wer das denn bloss war, der die Produktions- und Handelsbedingungen (“terms of trade”) in der EU erlobbyiert hat, wenn es das deutsche Supermonopolkapital nicht gewesen sein will. Da kommt selbst Bayer-Chef Werner Baumann nur noch mit Mühe hinterher. Der weltgrösste Giftdünger-Dealer will jetzt ganz dringend eine “Hungerkrise verhindern” (FAZ-Gastbeitrag – hat er sich die Paywallfreiheit was kosten lassen?).

Für was der Putin so alles gut ist.

Update nacmittags

Katastrophen – auch ausserhalb Europas

Kaum zu glauben. Hätten Sies gewusst? Ausserhalb Europas gibt es auch Katastrophen. Nicht nur den Jemenkrieg, auf den zumindest hier im Extradienst gelegentlich hingewiesen wurde. Grenz- und staatenübergreifend wird der Osten Afrikas derzeit von der Klimakatastrophe voll erwischt. Oxfam macht verdienstvollerweise darauf aufmerksam, mir ist es durch diesen telepolis-Bericht (Bernd Müller) ins Gesicht gesprungen. Alle Grossmächte – ausser Russland – betreiben in Djibouti, also im Auge der Not, eigene Militärbasen. Für den Zwergstaat ist das ein florierendes Geschäftsmodell. Jede Menge Soldaten mit hochentwickelter Infrastruktur, allem was der Kapitalismus an technischem Fortschritt zu bieten hat. Nur Süsswasser-Regen können die alle immer noch nicht. Und Kriegsschiffe eignen sich auch nicht als Ziegenfutter.

Wer müsste bombardiert und beschossen – oder von mir aus auch nur totgerüstet – werden, damit es regnet?

Kathrin Gerlof/oxiblog erklärt Ihnen die Wasserfrage als globale Klassenfrage, mit der Landwirtschaft als Zentrum des Überlebensproblems: Wasser-Not – Woran sich der Wasser-Reichtum und die Wasser-Verschwendung einer Gesellschaft festmachen, kann auf verschiedene Weise betrachtet werden.”

Über den/die Autor*in: Martin Böttger

Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger@extradienst.net