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Apokalypse

Wird unterhalb des “Weltuntergangs” nichts mehr beachtet? Ist die Aufmerksamkeitsökonomie so überdreht, dass die menschlichen Hähne mit dem Krähen nicht mehr nachkommen? Ich bin Opfer. Nein, ich. Aber ich noch viel schlimmer. Und keiner beachtet mich. Ich muss mir was einfallen lassen, dass ich mehr beachtet werde. Ja, und nun sind wir bei der Apokalypse angekommen. Alle hier aufgeführten Klagen sind selbstverständlich in (Massen-)Medien aufgeführt worden. So werden mehrere Tausend potenzielle Leser- und Hörer*innen als “niemand” bezeichnet: “niemand beachtet mich und mein Schicksal”. Wo ich derartig verzweifelte Clickbaiting-Schlagzeilen lese, bin ich als Leser direkt weg. Aber ich bin ja nur eine kleine radikale Minderheit. Immerhin weiss ich mir Aufmerksamkeit selbst zu verschaffen.

Schön demonstriert das Prinzip heute die inhaltlich und intellektuell immer interessante Jungle World. Inhaltlich interessantere und relevantere Texte von Bernhard Schmid oder Dietrich Schulze-Marmeling steckt sie hinter die digitale Mauer. Die Mediationen über die Apokalypse von Elke Wittich und Markus Liske dürfen dagegen alle lesen. Wenn Sie gerade auf der Seite sind: unübertroffen in der Disziplin intelligenter Humor wie immer: Leo Fischer: Der Saar-Faktor.

Zurück zur Apokalypse. Klar, Klima ist irgendwie durch. Pandemie auch. Blöd nur, dass die sich beide nicht an die Gesetze der Aufmerksamkeitsökonomie halten. Da war zum einen dieser März, den wir doch alle so genossen haben. War auch wieder falsch. Jetzt leisten auch noch die deutschen Bäume Widerstand, hauen ab Richtung Himmel.

Und Markus Kompa/telepolis, der immer noch beleidigt ist, weil wir die “Piraten” nicht mehr gewählt haben, rächt sich jetzt mit provokanten Tatsachenrecherchen, die in der These gipfeln: Aufrüstung ist völlig sinnlos, ausser für die Aktienbesitzer*innen entsprechender Konzerne. Was für ein rachsüchtiger fieser Möpp.

Zum Schluss noch eine Bitte. Das Auswärtige Amt hat derzeit knapp 12.100 Mitarbeiter*innen. Gibt es darunter irgendeine*n, die*der der Chefin dieses kurze Video vorspielt? Hat sie nicht selbst “gestern erst” den Bundespräsidenten wiedergewählt? 6 Wochen später will keine*r mehr dabeigewesen sein, und ihre*seine Wahl gegen einen rhetorisch amokfahrenden Botschafter rechtfertigen? Also doch alles Feiglinge.

Über den/die Autor*in: Martin Böttger

Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger@extradienst.net

2 Kommentare

  1. Der Maschinist

    So kann nur einer schreiben, der genug Klopapier, Mehl und Speiseöl im Schrank hat! (Tanken muss er ja nicht. Wissen wir ja.) ;-)

  2. Roland Appel

    Vor allem frag ich mich: Wofür brauchen die das Mehl – für Pfannekuchen: da müssten sie auch Eier horten, die werden aber schlecht. Ich brauch so etwa 1/2 Kilo pro Jahr – für Mehlschwitze bei der “Grünen Soße” zum Spargel, sonst eigentlich nie. Und wieso Sonnenblumen- und Rapsoel? Iiihhh – ich verwende nur kaltgepresstes Olivenoel in leckeren Variationen – Orangenoel, Zitronenoel, Ingweroel, Chili-Oel, Knoblauchoel – alle selbergemacht. Klopapier – jaja gestern auch im dm-markt wars mal wieder weg – die ewige anale Phase der Deutschen…

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