Der amerikanische Thinktank ISW analysiert die angekündigte russische Teilmobilisierung und kommt zum Schluss, dass es unterm Strich wenig Auswirkungen auf die russische Kriegsführung haben wird. Aufgrund des Zustands des rekrutierungsfähigen Personals wird es die russische Kampfkraft weder unmittelbar steigern noch auch im nächsten Jahr signifikante militärische Auswirkungen haben.

Möglicherweise ist das Ganze ein Trick von Putin, um der ultranationalistischen Opposition, die den „totalen Krieg“ fordert, etwas die Luft aus den Segeln zu nehmen, und um gleichzeitig nur eine „Teilmobilisierung“ anzukündigen, die so sehr „teilweise“ bleibt, dass kein übergroßer Widerstand in der Bevölkerung dagegen entsteht. Das entspräche ungefähr dem Drahtseil, auf dem Putin gegenwärtig balanciert.

Aus dem ISW-Tagesbericht:

„Russia’s partial mobilization will not transform the war this year and may or may not have a significant impact on Russia’s ability to continue operations at their current level next year. Ukraine and the West should neither dismiss it nor exaggerate it.“

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Über den/die Autor*in: Reinhard Olschanski (Gastautor)

Geboren 1960, Studium der Philosophie, Musik, Politik und Germanistik in Berlin, Frankfurt und Urbino (Italien). Promotion zum Dr. phil. bei Axel Honneth. Diverse Lehrtätigkeiten. Langjährige Tätigkeit als Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Referent im Bundestag, im Landtag NRW und im Staatsministerium Baden-Württemberg. Zahlreiche Veröffentlichungen zu Politik, Philosophie, Musik und Kultur. Mehr über und von Reinhard Olschanski finden sie auf seiner Homepage.