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Schulministerium in NRW vor dem Aus!

Wie aus gut unterrichteten Kreisen der Landesregierung in NRW berichtet wird, soll das Schulministerium zum Sommerferienbeginn geschlossen werden. Anlass waren die Äußerungen der Ministerin Dorothee Feller im Schulausschuss des Landtages zu den Vorfällen zum Download der Abituraufgaben in der letzten Woche.

Die Ministerin – von Amts wegen bar jeder digitalen Kompetenz – trug die von den Experten der Fachressorts erarbeiteten Erkenntnisse der Problematik vor. Dabei wurde offensichtlich, dass weder der Dienstleister noch die Mitarbeiter des Ministeriums die Grundzüge einer gesicherten digitalen Kommunikation beherrschen. Das Schulministerium gilt somit als nicht mehr zukunftsfähig, die Abschaffung ist allein deshalb nur konsequent. „Die können noch nicht mal chatGPT bedienen, da wäre so ein Stuss nicht rausgekommen!“ so ein Insider, der keinesfalls genannt werden möchte.

Der verzweifelte Ausruf der Ministerin Feller: „Ein solcher Vorgang darf sich in Zukunft nicht noch einmal wiederholen“ ist durch die Schließung des Ministeriums als gesichert anzusehen.

Damit durch die Schließung des Ministeriums künftig Abiturunterlagen die Schulen erreichen, hat die 5. Klasse eines nicht näher genannten Gymnasiums einen eigenen Server entwickelt, der die Prüfungsunterlagen ausliefert.

Einer der Schüler: „Das was auf der ganzen Welt milliardenfach in jeder Sekunde gelingt, das kriegen wir doch für ein paar Dokumente locker hin.“ Stolz berichtet eine andere Schülerin: „Wir waren nach zwei Stunden fertig – aber nur, weil wir noch keine Ahnung hatten.“ Auf einen Test haben sie allerdings bislang verzichtet, fügen dennoch hinzu: „Machen wir noch, so zum Spaß – aber warum soll das denn nicht funktionieren?“ berichten die 10-Jährigen. Der Klassenlehrer hat Verständnis: „Bis zum Abitur haben sie ja ein paar Jahre Zeit, die lernen es noch, etwas sorgfältiger zu arbeiten.“

Auch der Schulleiter ist zufrieden: „Ich verstehe auch nicht, was die Schüler da gemacht haben, aber es funktioniert, landesweit!“

Arbeitsauftrag:

Markiere alle Stellen rot, die auf Satire hindeuten.

Schreibe einen Sozialplan für das Personal, das entlassen werden muss.

Hinweis: Benutze keine automatisierten wortgebenden Verfahren (Täuschungsversuch!).

Über Christian Wolf:

Christian Wolf (M.A.) ist Autor, Filmschaffender, Medienberater, ext. Datenschutzbeauftragter. Geisteswissenschaftliches Studium (Publizistik, Kulturanthropologie, Geographie), freie Tätigkeiten Fernsehen (RTL, WDR etc.) mit Abstechern in Krisengebiete, Bundestag Bonn und Berlin, Dozent DW Berlin (FS), Industriefilme (Würth, Aral u.v.m), wissenschaftliche und künstlerische Filmprojekte, Projekte zur Netzwerksicherheit, Cloudlösungen. Keine Internetpräsenz, ein Bug? Nein, Feature. (Digtalpurist)

4 Kommentare

  1. Martin Böttger

    Es wird nicht besser:
    https://www.spiegel.de/panorama/bildung/nrw-persoenliche-daten-von-schulleitungen-und-lehrkraeften-frei-zugaenglich-im-netz-a-3eea4f89-46ad-428c-81cd-2288f9586c0f
    Vorschlag: die Schüler*innen führen das Ministerium in Selbstverwaltung. Als ich Schüler war, hätte ich das gerne übernommen.

  2. Christian Wolf

    Die Pannenserie ist nur die Spitze eines Eisbergs der davon treibt. Erklärt mir ein Schulleiter, er habe keine Daten weiter gegeben, nur die Namen der Schüler und die Klassen dazu, beim Thema WhatsApp in anderem Zusammenhang auf die Frage, ob es nicht sinnvoll sei einen anderen Messenger auszuprobieren höre ich von einem Lehrer, er hätte das mal probiert, da käme praktisch nichts bei Discord an. (Grusel). Eine andere Schule richtet ungefragt Accounts für alle Schüler bei Microsoft ein, weil wegen Office und Teams sei das notwendig. Die Abi-Prüfungen werden seit 15 Jahren mit einem Verfahren runtergeladen, das haben wir ganz früher an der Uni auch gemacht, mit dem Modem in das RZ der Uni eingewählt und dann via ftp nach Amerika verbunden und die Teile geholt, die die Profs auf Diskette mit der Post erwarteten. Wenn die jetzt mit Passwort verschlüsselte Dateien in einem Zeitfenster runterladen müssen ist das auch kein Hexenwerk, selbst wenn sie ein 2fa nochmal draufsetzen, Leider hatten sie das System nur an 300 Schulen vorher getestet und dann kamen auf einmal 10.000 Lehrer, die alle auf einmal da rein wollten. Pech, das könnte vorher schon ausgemessen sein, 300 Schulen reichen für eine Hochrechnung. Davon abgesehen, das heute auf diesem Weg zu verschicken ist im Grunde Steinzeit, liegt aber daran, dass die Schulen weder die finanziellen Mittel hatten noch den Willen etwas zu ändern, das hätte von oben kommen müssen, von den Bezirksregierungen und vom Ministerium. Die aber fummeln eine Schulcloud zusammen, die hinten und vorne klemmt und den Chatserver dazu bestellen sie AWS – die kannten wahrscheinlich den Amazon Web Service nicht und hielten das für einen Aller Welt Service, eben AWS. Höre ich Schule, dann höre ich immer wieder, was aus Datenschutzgründen nicht möglich sei. Klar, da sind die bestens aufgestellt, hier in Bonn ist ein Lehrer für den Datenschutz aller Schulen zuständig. Jede Klitsche, bei der mehr als 20 Mitarbeiter Zugang zu personenbezogenen Daten haben, brauchen einen eigenen Datenschutzbeauftragten. An jeder Schule sind mit Sicherheit mehr als 20 Lehrer, die zwangsläufig mit personenbezogenen Daten arbeiten. Der Datenschutzbeauftragte soll zum Beispiel die Mitarbeiter auch zum dem Thema sensibilisieren – wie denn? Wahrscheinlich mit Teams und die Einladungen verschickt er über die WhatsApp-Gruppe.
    Aber damit müssen wir den Pott nicht zumachen – sondern die Köpfe absägen. Es kann nicht sein, dass unsere Zukunft in Form unserer Kinder in den Schulen von der Vergangenheit geformt wird – in einer Zeit, in der sich digital alles überschlägt.

  3. Christian Wolf

    Ja, zwei Stück – im besten pubertären Alter – trinken nicht, rauchen nicht und nehmen auch keine Drogen. Das geht schon – obwohl sie dafür kein Vorbild haben, es wird wohl eine pubertäre Protesthaltung sein.

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