Nicht alles, was keine Straftat ist, ist auch ok – aber was tun?
Kürzlich kursierte in meinem Freund*innen*kreis die sehr gründliche SZ-Recherche zum #metoo-Fall “MdB Gelbhaar/Berliner Grüne/RBB”. Neben den bekannten Tatsachen, dem Versagen der grünen Aufarbeitung und dem Versagen des RBB-Journalismus, enthielt die SZ-Story auch Aussagen zahlreicher Frauen, die zwar nicht Opfer von Straftaten, aber sehr wohl von übergriffigem Verhalten im Rahmen eines krassen Machtgefälles waren. Nach der Lektüre dachte ich: sehr gute Arbeit von Lena Kampf, Vivien Timmler und Ralf Wiegand. Nur schade, dass sie eingemauert war.
Besser geht es mit Alina Schwermer/taz. Nachdem auch zu ihrem Thema die SZ vor wenigen Jahren eine gute Recherche hatte, hat die kompetente Einzelkämpferin zu diesem Wochenende das hier gut zugänglich präsentiert:
“Sexualisierte Gewalt im Profifußball: Und alle so still – Gegen Fußball-Stars gibt es oft schwere Vorwürfe. Viele werden nicht aufgeklärt. Recherche über ein System des Schweigens – und mögliche Lösungen.”
Das ist der Stand der Dinge. Es wird Rollbacks der misogynen Männer geben, und weitere Fortschritte ebenso. Widerspruchsfrei wird es nicht. Der Kampf und die Arbeit geht weiter.
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