Die Demontage der Demokratie gelingt nicht durch den übermächtigen bösen Feind – sondern durch Dummheit unter den Demokrat*inn*en selbst
“Verzweifelte Versuche, vor Farage zu warnen und eine Einheitsfront zu beschwören, sind … zynische Manöver” meint z.B. David Broder/Jacobin. Tja, wie schön. Dann müssen wir uns um einen drohenden Wahlsieg der faschistoiden und rassistischen “Reform Party” des Brexit-Siegers Farage im Vereinigten Königreich ja keine wirklichen Sorgen machen. Oder? Ob der Jacobin-Autor das britische Mehrheitswahlrecht überhaupt kennt? Ist ja nur ‘ne Atommacht. Und wird gewiss vom Grossen Bruder wohlgefällig verfolgt. Bei dem geht es gerade so zu:
René Martens/MDR-Altpapier: “Todesfalle Fairness – Mit unscharfen, beschönigenden und verschleiernden Schlagzeilen über das Wirken von Demokratiefeinden gefährden Journalisten die Demokratie – und damit eigentlich ja auch die Basis ihrer Arbeit. Warum bloß?”
Warum beschreibt Martens das so ausführlich? Weil es hierzulande – und nicht erst fünf Jahre später – längst parallel läuft. Ich schalte zwar immer noch die 20-Uhr-Tagesschau an, aber ertappe mich dabei, dass ich die sparsamen 15 Minuten sehr gerne zum Klogang nutze, weil ich gerne was verpasse. Wenn es um Kriegstüchtigkeit geht, dann läuft es exakt so.
Der Gründungschef des Bonner BICC, Herbert Wulf, ist kein heissblütiger Polemiker, sondern zeitlebens ein absolut cooler Wissenschaftler. Er gab Matthias Becker/telepolis dieses Interview: “Die russische Bedrohung: Warum der Westen sich selbst in Angst versetzt – 500 Milliarden für die Rüstung – aber ohne Strategie? Friedensforscher Herbert Wulf über westliche Mythen, Machtspiele und fehlende Diplomatie.”
Dä.
Palantir – noch nicht von jeder*m alles gesagt
Die Eiertänzerei deutscher Politik und Behörden kann kein Aufsehen mehr erregen. Viele Medien versuchen es mit oben schon kritisierter Sachlichkeit oder gar scheinbar objektiver Betrachtung. Gerne hinter Paywalls. Es gibt Alternativen.
Hier im Extradienst haben wir dazu eine ganze Trefferseite, gefüllt seit drei Jahren, u.a. durch substanzielle Übernahmen von den Kolleg*inn*en von netzpolitik.org. Die haben 8 Trefferseiten – seit 2012. Alles paywallfrei. Jede*r hätte es wissen können, was deutsche Ministerien und Behörden des Bundes und der Länder jetzt kraftvoll in die Grütze fahren.
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