Bahn legt sich nicht nur in Köln still – Wundersame Bahn CCXXXIII
mit Update 22.11.: in Köln naht der Weltuntergang
Die Stilllegung des Kölner Hauptbahnhofes (wg. “digitales Stellwerk”) ist Ihnen vermutlich so wenig entgangen wie mir. Und auch über Stuttgart21 will ich hier lieber, um nicht unflätig zu werden, kein Wort mehr verlieren. Aber ich weiss ja nicht, ob Sies schon wussten, aber wenn Sie von Bonn südlich fahren wollen, dann seien Sie gewarnt: der Zwergstaat Rheinland-Pfalz wird ebenfalls stillgelegt. Und zwar in Kürze bis unmittelbar vor Weihnachten, und direkt danach auch wieder. Und “wie es nach Februar weitergeht, ist derzeit noch offen.”
Details meldet hier der SWR: “Ausfälle, Umleitungen und Einschränkungen: Wegen Bauarbeiten: Bahn-Chaos in und um Mainz erwartet – Pendler im Rhein-Main-Gebiet brauchen einmal mehr viel Geduld. Arbeiten am Bahnknoten Mainz werden ab Ende November wochenlang immer wieder den Zugverkehr ausbremsen. Die Bahn räumt ein, Fahrgästen werde viel abverlangt.”
Wie ich schon schrieb: darum meine Konsequenz: jede Reise, die sich vermeiden lässt, vermeide ich. In Beuel ist es sowieso am schönsten.
Update 22.11.
Köln Hbf.: “Der Fehler ist lokalisiert”
Mit Spannung erwartet die was-mit-Medien-Herde Bekanntmachungen der Deutschen Bahn AG nach dem Ende der Sperrung des Kölner Hauptbahnhofes in der kommenden Woche. Ist das möglicherweise eine gesteuerte Dramaturgie? Mir kommt es so vor.
Jedenfalls spekulieren sie bereits zum Wochenende eifrig, um Clicks zu generieren. So z.B. die Funke-Mediengruppe (Paywall), die meint, dass es statt im kommenden März erst in zwei Jahren mit erneuter Sperrung und dem wundersamen “digitalen Stellwerk” weitergehen könne. Das interpretieren und hochrechnen sie aus dem nicht komplett abwegigen DB-Zitat “Groß-Sperrung hat eigentlich zwei bis drei Jahre Vorlauf“. 2-3 Jahre, da wären dann ungefähr die Jahre, in denen Köln wg. der geplanten Erneuerung fast aller innerstädtischen Bahnbrücken sowieso von der Aussenwelt abgeschnitten werden soll. Und während 2026 eine Vollsperrung während des Karnevals unbedingt vermieden werden soll … wird dann wohl der Karneval sowieso für zwei Jahre abgesagt … das wäre dann der definitive Weltuntergang. Oder wird der “Kölner Ring” auf 20 Fahrspuren ausgedehnt?

Lieber Herr Böttger,
so geht das aber nicht. Meine alte Heimat Rheinland-Pfalz hier einfach als Zwergstaat zu diffamieren. Das geht zu weit. Immerhin ist dieses Land mit seinen weltbekannten Weinbaugebieten die Heimat von so großartigen Politikern wie Helmut Kohl und Rudolf Scharping. Von der Bedeutung der seit den Römern gepflegten Weinbau-Gebiete ganz zu schweigen. Was wären die US ohne ihre Drohnen-Mord-Basis in Ramstein und die Atomwaffen in Büchel? Überhaupt ist Rheinland-Pfalz von der Bevölkerungszahl her betrachtet das 6. größte Bundesland. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/71085/umfrage/verteilung-der-einwohnerzahl-nach-bundeslaendern/
Und was wäre die Sozialistische Bewegung ohne den in Trier geborenen Karl Marx? Und überhaupt Was wäre die deutsche Kultur ohne Loreley und der deutsche Nationalismus ohne das Kaiser-Wilhelm-Denkmal am Deutschen Eck in Koblenz. Was würde unser Kriegsminister Boris Pistololero ohne den Standort Koblenz? Das sind nur wenige Beispiele, mehr oder weniger sinnlos ausgewählt aus dem reichhaltigen Fundus der Bedeutsamkeit, die dieses großartige Bundesland nun mal sein eigen nennt. Ich meine, das wird man ja wohl noch schreiben dürfen, oder?
Hier ist ja fast alles erlaubt. Das mit den Weinbaugebieten sehe ich ein, die will ich nicht missen. Der Herr Marx ist aus guten Gründen ausgewandert in unser Rheinland. Und die andern aufgezählten Sachen dürften aus meiner Sicht gerne weiter weg sein. Immerhin brauchte ich nach meiner Herzinfarkt-Reha in diesem Bundesland von Tür zu Tür mit ebendieser Bahn 7 Stunden bis nachhause. Das machte mich noch kränker, als ich schon war.