3sat hat Whitney Houston 1994 in Durban/Südafrika
Sie war politisch weit bewusster, als ich zu ihrer Zeit ahnte. Sie schien mir verkauft zu werden, mit dem Verbot irgendwo anzuecken. Das tat sie. Sie spielte mit ihrer Kunst unfassbare Umsätze ein. Mich persönlich stiess das – bei allem Respekt für ihre Kunst – eher ab. Ich wusste nur wenig über sie. Nun habe ich den erst 30 Jahre nach dem Konzert auf den Weltmarkt geworfenen Konzertfilm gesehen. 1 Jahr verfügbar. Er korrigiert mein Bild von ihr, gewaltig und tief.
Während des Films lese ich ihren Wikipedia-Eintrag. Wem danach bei diesem Konzert keine Tränen kommen, die*der sollte zum Arzt gehen.
Mrs. Houston war, wie so unendlich viele, Opfer sexueller Gewalt, in mehrfachen Lebenslagen. Sehr, sehr viele konnten ihren Lebensunterhalt damit bestreiten, in ihrem Lebens- und Arbeitsumfeld zu sein. Nicht zu vergessen, das unbarmherzige Popbusiness ihrer Zeit, dem sie Milliardenumsätze eingefahren hat. Wieviel Genuss fiel dabei für sie ab? Niemand kann sie mehr fragen …
In ihrem Durban-Konzert bekennt sie politisch und emotional in einer Weise Farbe, wie es nur wenige ihrer Profession ähnlich glaubwürdig schaffen.
Mrs. Houston starb vor 14 Jahren kurz vor meinem eigenen Geburtstag. Als sie starb, war sie 20 Jahre jünger, als ich es jetzt bin. Um ihr Leben beneide ich sie nicht. Sie hätte ein besseres verdient, weil sie dieser Welt viel geschenkt hat. Der Film ist ihr Denkmal.
Soll ich nun noch die verfluchen, die sich daran bereichern? Ach was, nicht so miesepetrig ins neue Jahr. Geniessen wir die Schönheit. Das macht uns stark. Das hat Mrs. Houston am Ende gefehlt. Wir müssen sie rächen.

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