Die Katastrophe, die zum Trumpismus passt

Eine neue Studie unterfüttert die Bedeutung des 2-Grad-Ziels im Pariser Klimaabkommen mit zusätzlichen Fakten. In der Nähe von 2 Grad Klimaerwärmung könnten jene Tipping Points liegen, die eine weitere, irreversible und sich selbst immer weiter verstärkende Klimaerwärmung zur Folge hätten, die die Erde dann zu einem „Hothouse“ machen.

Die politische Konsequenz aus der Studie ist klar: Es ist noch viel wichtiger für das 2-(besser 1,5)-Grad-Ziel einzutreten als bisher gedacht.

Und im Weiteren: Wenn die Überlegungen der Forscher stimmen, dann könnten die Versuche von Trump und anderen Karbonlobbyisten (leider auch in Deutschland, leider auch in der ggw. Bundesregierung), die das Klimaabkommen ausbremsen oder ganz schreddern möchten, zu letzten Funken werden, die den Brand auslösen.

Das „Hothouse“ in den Köpfen, das der US-Präsident mit seinem täglichen Wahnsinn seit einem Jahr hervorbringt, wären im diesem Szenario nur die Ablenkung, hinter der der notwendige Kampf gegen das Hothouse Earth an den Rand des öffentlichen Bewusstsein gespielt wird.

Der populistische Irrationalismus endet bestenfalls im Katzenjammer, schlimmstenfalls ist es die Katastrophe. Hothouse Earth ist die Katastrophe, die zum Trumpismus passt.

 

Über Reinhard Olschanski / Gastautor:

Avatar-FotoGeboren 1960, Studium der Philosophie, Musik, Politik und Germanistik in Berlin, Frankfurt und Urbino (Italien). Promotion zum Dr. phil. bei Axel Honneth. Diverse Lehrtätigkeiten. Langjährige Tätigkeit als Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Referent im Bundestag, im Landtag NRW und im Staatsministerium Baden-Württemberg. Zahlreiche Veröffentlichungen zu Politik, Philosophie, Musik und Kultur. Mehr über und von Reinhard Olschanski finden sie auf seiner Homepage.