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Digitaler Wochenrückblick 1. März 2026 – Die Loslösung!

Heute ist nicht nur der 1. März, sondern auch der erste Sonntag im Monat – und das ist: „di.day“ , wobei „di“ für „Digital Independence“ steht, es bedeutet so viel wie „digitale Unabhängigkeit“. Das wollen wir doch? Oder? Beim letzten digitalen Wochenrückblick mit dem Zusatz: Der Umstieg haben wir bereits erfolgreich eine neue Mailadresse angelegt. Die Loslösung beginnt heute!

Zuvor noch eine eindringliche Warnung, denn nach dem Willen der nordamerikanischen Regierung sind alle Aktivitäten, die darauf abzielen, die Nahrung für die Tech-Konzerne, selbst zu behalten, mit allen Mitteln zu bekämpfen. Reuters berichtete letzte Woche:

Die Regierung von Präsident Donald Trump hat US-Diplomaten angewiesen, sich gegen Versuche zu wehren, den Umgang von US-Technologieunternehmen mit Daten von Ausländern zu regulieren.

Klingt harmlos, ist dennoch eine digitale Kriegserklärung! Es wird nicht lang dauern, bis deren nationale Sicherheit gefährdet ist und Trump wird militärisch handeln müssen, denn Einfuhrzoll auf Daten kann er nicht erheben, das hat er sogar selbst ausgerechnet. Vor allem leidet die künstliche Intelligenz darunter, weiter schreibt Reuters: „In einem internen diplomatischen Schreiben, das Reuters vorliegt, heißt es, dass solche Bemühungen Dienstleistungen im Bereich der künstlichen Intelligenz beeinträchtigen könnten.

Da können wir doch helfen, zumindest brauchen sie unsere Mails nicht mehr auswerten, das ist ein riesiger Fundus. Darüber tauschen wir nicht nur Grußbotschaften aus, sondern auch geschäftliche oder wissenschaftliche Korrespondenz ist noch vor jedweder Veröffentlichung einzusehen.

Um an unsere aktuellen Mails zu kommen, ohne beispielsweise nochmal bei gmail reinzusehen, richten wir im ersten Schritt eine Weiterleitung ein. Das hat den Vorteil, dass alle frischen Mails automatisch auf unserer mail.de-Adresse eingehen. Sobald wir eine Mail von unserem mail.de Account aus beantworten, sieht der Empfänger sofort unsere neue Mailadresse. Eine Antwort schickt er direkt an die richtige Adresse. Hilfreich kann es sein, auf die mail.de-Mailadresse anfangs hinzuweisen, gleich mit dem Zusatz, dass die gmail-Adresse (oder outlook) demnächst nicht mehr erreichbar sein wird, sie oder er möge das im Adressbuch vermerken.

Um das bei gmail zu ändern, müssen wir über einen Desktop-PC mit einem Browser die gmail.com-Seite aufrufen und uns anmelden. Wer die Gmail-App benutzt findet diese Einstellungen nicht!

Also: gmail.com im Browser aufrufen, anmelden und oben rechts gibt es ein Zahnradsymbol und dort wählen wir „Alle Einstellungen aufrufen. Am oberen Rand erscheinen sobald ein paar Reiter mit eigentümlichen Namen, ein Tab trägt die Bezeichnung „Weiterleitung & POP/IMAP“, da sind wir richtig! Augen auf! Bei der Vielzahl von Einstellmöglichkeiten lassen wir uns nicht von der Masse erschlagen, sondern suchen nach „Weiterleitung“, wählen „Weiterleitungsadresse hinzufügen“. Fast am Ziel, in dem Feld tragen wir die mail.de-Adresse ein, danach auf „Weiter“, „Fortfahren“ und schließlich „OK“.

Wir lassen alles wie es ist und öffnen entweder auch im Browser die Seite von mail.de oder – wenn der letzte Wochenrückblick erfolgreich zu Ende gelesen wurde – in Thunderbird. Denn Google sendet eine Mail, um den Vorgang zu verifizieren. In der Mail ist ein Bestätigungslink, den wir kurzerhand anklicken, dann weiß Google: wir meinen es ernst! (das tun wir doch, oder?)

Zurück auf die (hoffentlich) noch offene Webseite von gmail, die aktualisieren wir (einmal auf F5 drücken, sollte reichen). Hernach wählen wir unter „Weiterleitung“ den Punkt „Eingehende E-Mails weiterleiten an“ – das wollen wir. Aber Vorsicht an dieser Stelle, denn wir müssen noch auswählen, wie die Mails behandelt werden sollen und – wen wundert es – wir folgen keinesfalls der Empfehlung von Google, das ist der erste Punkt „Gmail-Kopie im Posteingang behalten (empfohlen)“, das wollen wir nicht! Auch nicht zur Sicherheit. Wir wählen kundig den Punkt: „Kopie nach Weiterleitung löschen“ und nichts anderes. Jetzt wäre es nicht Google, wenn wir an dieser Stelle nicht noch einen Fehler machen könnten, denn sollten wir nicht auf „Änderungen speichern“ klicken, war alles für die Katz.

Um Microsoft loszuwerden, gehen wir ebenfalls über den Browser in Outlook (outlook.office.com), dort finden wir auch ein Zahnradsymbol zum draufklicken, wir gehen zu „Alle Outlook-Einstellungen anzeigen“, suchen nach „E-Mail → Weiterleitung“ und tippen unter „Meine E-Mails weiterleiten“ die mail.de-Adresse ein. Keinesfalls dürfen wir die Option „Kopie der weitergeleiteten Nachrichten behalten“ anwählen, keinesfalls! Der Abschluss erfolgt auch hier mit einem Klick auf „Speichern“.

Wer die Outlook-Desktop-App (Windows oder Mac) benutzt, hat sie hoffentlich durch Thunderbird ersetzt und Outlook gelöscht.

Ab dem 1. März 2026 erhalten wir unsere Mails nur noch über unseren neuen Account bei mail.de – und antworten darüber. Das ist alles.

Zwei Lösungen müssen wir aber noch finden. Einmal, wie komme ich an die alten Mails? Das lösen wir nächste Woche. Die Zwischenzeit nutzen wir, um die mail.de-Adresse bei allen Accounts, die wir sonst noch haben, einzutragen (Banken, Stadtwerke etc.).

Das können wir in Ruhe und nach Bedarf die nächsten Tage immer wieder angehen. Weil wir die alte Mailadresse (noch) nicht gelöscht haben, erhalten wir weiterhin alle Mails die uns zu gmail oder outlook geschickt werden.

Wer sein Konto bei GMX/web.de loswerden will, findet ähnliche Einstellungen, die Webseite selbst gleicht allerdings einem überfüllten Gemischtwarenladen mit einer Angebotspalette für Unterschichten. Die Seite mit den Einstellungen ändert sich öfter und jeder Klick eröffnet im Hintergrund ein Feuerwerk von Abfragen und Datenübertragungen, die über jeder Maß hinausschießen. Um eine Weiterleitung einzurichten, muss in den Einstellungen nach Filterregeln gesucht werden und „Kopie an eine andere Adresse weiterleiten“ eingerichtet. Wenn die nicht zu finden ist, dann handelt es sich entweder um ein kostenloses Konto oder um eine Störung. Ich habe keine Erklärung, auch die Filterregel „Kopie an eine andere Adresse weiterleiten“ deutet darauf hin, dass nichts gelöscht wird.

Insgesamt für mich ein imposantes Beispiel dafür, was ich keinesfalls haben will.

Weil Mails bestes KI-Futter sind, sollten wir uns nicht wundern, wenn die großen Anbieter bestimmte Funktionen einschränken oder ganz abschalten.

Es ist Zeit zu wechseln, noch ist Zeit!

Nächste Woche holen wir uns, was uns gehört: die alten Mails, auf die wir nicht verzichten wollen. Alles in kleinen Schritten, damit jede und jeder sich mit der digitalen Souveränität sanft anfreunden kann, es ist ganz einfach: Du musst nur wollen!

 

 

Über Christian Wolf:

Avatar-FotoChristian Wolf (M.A.) ist Autor, Filmschaffender, Medienberater, ext. Datenschutzbeauftragter. Geisteswissenschaftliches Studium (Publizistik, Kulturanthropologie, Geografie), freie Tätigkeiten Fernsehen (RTL, WDR etc.) mit Abstechern in Krisengebiete, Bundestag Bonn und Berlin, Dozent DW Berlin (FS), Industriefilme (Würth, Aral u.v.m), wissenschaftliche und künstlerische Filmprojekte, Projekte zur Netzwerksicherheit, Cloudlösungen. Keine Internetpräsenz, ein Bug? Nein, Feature. (Digitalpurist)

Ein Kommentar

  1. Avatar-Foto
    Arthur Zupf

    Immer ein Genuss, die Rückblicke, sprachlich doppelwandig, wie sich das für Satire gehört! Inhaltlich konsequent zu Ende gedacht und argumentiert. Und immer überraschende Wendungen. So stelle ich mir Feuilleton vor.
    Danke CW!

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