Zum Krieg gegen den Iran

Im Nahen und Mittleren Osten werden wir erneut zu Zeugen gebrochener politischer Zusagen, einer Absage an Diplomatie und Verständigung. Werfen wir zunächst einen Blick zurück auf die Halbwertzeit politischer Versprechen gegenüber dem Iran.

1943 trafen sich die Führer der drei Alliierten, Churchill, Roosevelt und Stalin, in Teheran. Damals war der neutrale Iran von Großbritannien und der Sowjetunion okkupiert, um die militärische Hilfe für die Sowjetunion zu erleichtern. In Teheran wurde über die weitere Kriegsstrategie in Europa und auch über die Nachkriegszeit gesprochen: über das Schicksal Deutschlands und künftige Grenzziehungen in Europa, die Polen, Russland, Weißrussland und die Ukraine betrafen. Dem Iran wurde förmlich versichert, seine territoriale Integrität und Souveränität nach dem Krieg wiederherzustellen. Die drei Alliierten drückten die Hoffnung aus, dass sich der Iran als Mitglied der friedliebenden Völker an der Verwirklichung eines dauerhaften Weltfriedens beteiligt. Gemeint war damals die Umsetzung der Atlantik-Charta, die zur Gründung der Vereinten Nationen führte.

1946 verhinderten die USA, dass Stalin die Besetzung eines Teils des Irans aufrechterhielt. 1952/53 brachen Großbritannien und die USA die Zusagen an den Iran. „Operation Ajax“ hieß die regime change Operation. Warum wurde dem Iran die Demokratie gestohlen, wie es die Deutsche Welle ausdrückte? Durch westliche Demokratien.

Der Konflikt entzündete sich am Beschluss des Iran, künftig selbst die Früchte seines Ölreichtums genießen zu wollen. Das betraf das damals profitabelste britische Unternehmen schlechthin. Geopolitisch bestand zudem die Sorge, der Iran könne sich während des Kalten Krieges der Sowjetunion annähern. Durch den regime change wurde die Herrschaft des Schahs, ein autoritäres, aber pro-westliches Regime installiert.

Im Ergebnis des regime change verlor Großbritannien allerdings seine alleinige Kontrolle über die iranische Ölproduktion und -vermarktung. Nunmehr teilten sich mehrere westliche Firmen in einem Konsortium („Sieben Schwestern“) den iranischen Kuchen. Ähnlich wie im Fall Saudi-Arabiens wurde zugesagt, fünfzig Prozent des Profits dem Iran zu überlassen. Ein Recht des Iran, in die Bücher zu schauen, ob alles mit rechten Dingen zuging, gab es nicht.

Vom großen und vom kleinen Satan

Der Sturz des Schah-Regimes 1979 durch die „islamische Revolution“ beendete die pro-westliche Orientierung des Iran und auch den westlichen Griff nach iranischem Öl. Nunmehr dominierte religiöser Fundamentalismus im Land. Damit verbunden war eine vollständige Absage an die Monarchie, die als unvereinbar mit dem Islam deklariert wurde. Das wurde in den Monarchien der Region als ideologische Gefahr begriffen. Der Irak wiederum sah sich in seiner säkularen Verfassung bedroht. Die neuen Herren von Teheran betrachteten die USA als den „großen Satan“, die Sowjetunion als zutiefst „imperialistisch“ und pflegten Äquidistanz zu den im Kalten Krieg verfeindeten Großmächten. Israel galt dem neuen iranischen Regime als der „kleine Satan“, der „wuchernde Krebs“ in der Region. Zu den außenpolitischen Konstanten des Iran zählte die Unterstützung der Palästinenser und später – im Fall Syriens – der Kampf gegen Al Qaida und den IS.

Dennoch, trotz scharfer Rhetorik gab es in den 80er Jahren eine versteckte Zusammenarbeit zwischen Israel und dem Iran. Der Iran brauchte Waffen. Israel betrachtete den Irak als die größere Bedrohung und hoffte darauf, dass der Iran bald wieder unter westlichen Einfluss fallen würde.

1987 erließen die USA, damals mit dem Irak verbündet, erstmals scharfe Wirtschaftssanktionen gegen den Iran, obwohl der das Opfer der irakischen Aggression war.

Der lange Atem von Kriegsplanungen

Bekanntgewordene US-Kriegsplanungen gegen den Iran reichen bis in die 90er Jahre zurück. 1991 gehörte der Iran zum Kreis der Länder im Nahen und Mittleren Osten, gegen die aus Sicht des Pentagon Krieg geführt werden sollte. Das enthüllte der ehemalige Nato-Oberbefehlshaber Wesley Clark gegenüber Piers Morgan 2025 in einer Debatte um Syrien. Piers Morgan erinnerte Clark an dessen Aussagen gegenüber Democracy Now aus dem Jahr 2007, als er von zwei Besuchen im Pentagon nach den Anschlägen des 11. September berichtete und dort erfuhr, die USA hätten vor, innerhalb von fünf Jahren sieben Länder (einschließlich Iran) anzugreifen. Clark präzisierte daraufhin, dass er erstmals 1991 von diesen Überlegungen gehört habe, durch Wolfowitz. Diese seien in der Clinton-Administration zunächst vergessen worden. Eine israelische Studie „A clean break“ aus dem Jahr 1996 habe sie wiederbelebt (ab Minute 11:52). Die Studie „A clean break“ (Ein klarer Schnitt: Eine neue Strategie zur Sicherung des Reiches) wurde für die erste Netanjahu-Regierung geschrieben. Sie liest sich wie eine Blaupause späterer Geschehnisse und erklärt auch, warum der israelische Premier 2026 den Angriff auf den Iran als Erfüllung seines jahrzehntelangen Traums bezeichnete.

Wörtlich sagte Netanjahu am 1. März dieses Jahres:

„…This coalition of forces allows us to do what I have yearned to do for 40 years: smite the terror regime hip and thigh. This is what I promised – and this is what we shall do.“ (Übersetzung: „…Diese Koalition von Kräften ermöglicht es uns, das zu tun, wonach ich mich seit 40 Jahren sehne: das Terrorregime vollständig zu zerstören. Das habe ich versprochen – und das werden wir tun.“)

Netanjahu und der biblische Simson

Um die Erklärung des israelischen Premiers völlig zu verstehen, muss man das Alte Testament zu Rate ziehen. Die Formulierung „smite…hip and thigh“ stammt aus dem „Buch der Richter“, das den Kampf gegen die feindlichen Philister beschreibt. Der damalige Held ist Simson (Samson), qua Geburt dazu bestimmt, das jüdische Volk zu erretten. In der europäischen Kunst wurde Simson vor allem dadurch verewigt, dass er wegen des Verrats seiner Geliebten (oder einer Dirne) namens Delila, einer Philisterin, sein Haar und damit seine Kraft verlor. Er wurde, so die biblische Erzählung, schließlich geblendet, siegte aber sterbend über seine Feinde.

Es war nicht das erste Mal, das Netanjahu alttestamentliche Geschichten heranzog. Zur politischen Legitimation. Als sei Israel, das Land, das Gott den Juden gab. Die tatsächliche Geschichte der Staatswerdung Israels ist sehr viel komplizierter, aber das nur am Rande.

Um die Konturen dieses „gottgegebenen“ Landes ging es noch vor dem Kriegsausbruch in einem Interview von Tucker Carlson mit den aktuellen Botschafter der USA in Israel, Mike Huckabee. Für Huckabee hat Israel alles Recht auf das Land zwischen Euphrat und Nil. Das sei „gottgegeben“. Der Deutschlandfunk berichtete, Huckabees Äußerungen hätten „Irritationen“ ausgelöst.

Dabei wiederholte Huckabee nur, was schon 1996 in „The clean break“ aufgeschrieben wurde: Den Anspruch Israels auf gottgegebenes Land als Voraussetzung für Vorherrschaft im Raum, die als Sicherheitsbedingung formuliert wurde: „Our claim to the land —to which we have clung for hope for 2000 years–is legitimate and noble. It is not within our own power, no matter how much we concede, to make peace unilaterally. Only the unconditional acceptance by Arabs of our rights, especially in their territorial dimension, is a solid basis for the future.“ (Übersetzung: “Unser Anspruch auf das Land, an dem wir seit 2000 Jahren festhalten, ist legitim und edel. Es liegt nicht in unserer Macht, egal wie viele Zugeständnisse wir machen, einseitig Frieden zu schließen. Nur die bedingungslose Anerkennung unserer Rechte durch die Araber, insbesondere in territorialer Hinsicht, ist eine solide Grundlage für die Zukunft.”)

2009 beschäftigte sich eine Studie von Brookings mit dem „persischen Dilemma“. Sie ging der Frage nach, welche Handlungsoptionen die Obama-Administration habe. Der Iran könne nicht länger ignoriert werden. Schließlich bedrohe er US-Interessen in der Region. Er bewaffne sich möglicherweise nuklear. Zu den Vorzügen der Studie gehört, dass sie die schwierigen Beziehungen nicht als einseitiges Verschulden des Iran darstellt. Doch auch sie ist im Selbstverständnis geschrieben, dass die USA jedes Recht darauf haben, über die Zukunft anderer Länder notfalls allein zu entscheiden. Wegen der berühmten „amerikanischen Interessen“, die weltumspannend sind. Aus heutiger Sicht zeigt eine in der Studie aufgeworfene Frage, ob Verhandlungsangebote an den Iran von diesem als Zeichen der Schwäche gedeutet werden könnten, so dass sich der Iran noch mehr gestärkt sehen könnte, wie imperiales Denken die Realität von den Füßen auf den Kopf stellt. Nach der Logik der „Sprache der Macht“ gilt: Verhandlungsbereitschaft ist Schwäche, nur verächtliche Beschwichtigungspolitik

Der Iran – eine nukleare Bedrohung?

Das von der Obama-Administration verhandelte Atom-Abkommen mit dem Iran galt den US-Republikanern als Appeasement. Es wurde in der Trump-1-Präsidentschaft gekündigt. Damals verweigerte sich Trump allerdings offenem Krieg. Statt dessen setzte er auf schwere Wirtschaftssanktionen. Laut einer Studie des Europäischen Parlaments 2020 ging es nie um die nukleare Bedrohung, sondern darum, Teheran „zu brechen“.

Die angebliche nukleare Bedrohung durch den Iran geistert seit vielen Jahren durch die politische Arena. Sie hielt als Begründung des 12-Tage-Krieges im letzten Jahr hin. Die angebliche Bedrohung durch iranische Marschflugkörper diente als Legitimationsgrundlage für den Aufbau von Raketenabwehrsystemen der Nato in Rumänien und in Polen.

Konsequent wurde ignoriert, dass die Herstellung und Entwicklung von Atomwaffen zweimal durch das inzwischen ermordete geistliche Oberhaupt des Iran als „haram“ (verboten) eingestuft wurde. Es wurde konsequent ignoriert, dass der Iran nicht über Marschflugkörper verfügte, die Polen oder Rumänien erreichen könnten.

Sanktionen zwecks regime change

Mit einer harschen Sanktionspolitik sollte das iranische Volk schwer getroffen und zum Widerstand gegen die Mullahs ermuntert werden, immer in der Hoffnung, dadurch einen Volksaufstand gegen das Regime zu befördern. Der damalige US-Außenminister drückte das in einem CBC-Interview 2019 so aus: „Things are much worse for the Iranian people, and we’re convinced that will lead the Iranian people to rise up and change the behavior of the regime.“ (Übersetzung: “Für das iranische Volk ist die Lage noch viel schlimmer, und wir sind überzeugt, dass dies dazu führen wird, dass sich das iranische Volk erhebt und das Verhalten des Regimes ändert.”)

Der amerikanische Finanzminister brüstete sich Anfang 2026 regelrecht damit, die iranische Währung zum Absturz gebracht zu haben. Das löste Massenproteste Ende 2025 und eine massive Welle von Gewalt aus.

Einerseits wurden diese Proteste – wie im Fall Syriens- von ausländischen bzw. extremistischen Kräften befördert. Andererseits schlug das Regime in Teheran unbarmherzig zurück. „Hilfe ist unterwegs“, versprach der US-Präsident. Bis heute ist nicht ausgemacht, ob die Mehrheit der Iraner auf solche „Hilfe“ wartet.

Der US-Außenminister Rubio erklärte vor der Presse, die USA hätten vom bevorstehenden Angriff Israels auf den Iran gewusst. Sie wären daher der iranischen Vergeltung nur zuvorgekommen. Das Regime in Teheran sei gefährlich und auf religiösem Fanatismus aufgebaut. Es habe die Sicherheit der ganzen Welt bedroht.

Tatsächlich geht es beim aktuellen Angriff auf den Iran erneut um regime change, idealerweise um die Zerschlagung dieses großen Landes.

Das war der Sinn des Enthauptungsschlags, dem auch der oberste Führer des Iran, Ajatollah Ali Chamenei, zum Opfer fiel. Damit wurde der Mensch ermordet, der innerhalb der iranischen Hierarchie der Garant dafür war, dass das Land bis dato atomwaffenfrei blieb. Es ist unklar, ob der erfolgreiche Angriff das Ergebnis einer glänzenden geheimdienstlichen Aufklärung war und auf Sorglosigkeit auf iranischer Seite hindeutet. Viel entscheidender ist, dass inzwischen die Erzählung zirkuliert, der 86-Jährige habe sein Schicksal als Märtyrer frei gewählt, sich nicht versteckt. Das ist der höchste Akt des Widerstandes, das Herz des schiitischen Glaubens. Hinzu kommt der Schock über den Mord, der mindestens in einem Teil der muslimischen Welt nachhallt. Was das für Folgen nach sich zieht, ist überhaupt noch nicht zu übersehen.

Auch die Tatsache, dass so viele Iraner ohne Furcht, unter freiem Himmel mitten im Krieg, die am ersten Kriegstag getöteten Kinder einer Mädchenschule betrauerten, sollte sehr nachdenklich stimmen. BBC präsentierte einen Video-Bericht.

Was immer die USA zu ihren Kriegsgründen sagen, die entscheidende Nachricht an den Iran kam vom israelischen Ministerpräsidenten.

Aus iranischer Sicht geht es nun um die pure Existenz. Wer das nicht sieht, versteht nichts, versteht auch nicht, dass der Iran nun nichts mehr zu verlieren hat.

Offensichtlich kämpft der Iran in diesem ihm aufgezwungenen Krieg nicht unvorbereitet. Er ist offenbar auch zu fast allem entschlossen: mit Schlägen gegen Israel, gegen US-Militärbasen in der Golf-Region, gegen US-Radaranlagen, durch die Schließung der Straße von Hormuz, die Bombardierung von Energieanlagen in der Golf-Region. Eine große regionale Katastrophe zeichnet sich ab. Ihre Folgen reichen in die ganze Welt, auch in die EU.

Dass die Energiepreise hochschnellen, ist nur der Anfang einer globalen wirtschaftlichen Schockwelle. Wie hoch sie werden wird, ist nicht absehbar. Sie trifft die EU, aber auch viele asiatischen Länder brachial.

Je länger dieser Krieg dauert, je zermürbender er wird, desto mehr wird sich die humanitäre Tragödie vertiefen, die heute schon Teile der Region zeichnet. Die Versuchung wird steigen, zu Atomwaffen zu greifen. Auch die Nichtweiterverbreitung von Atomwaffen ist nun auf ganz dünnem Eis. Nicht nur im Iran.

Die ganze Welt hat eine weitere bittere Lektion gelernt: Die USA sind kein seriöser Verhandlungspartner. Notfalls wird sogar gegen die eigene Verfassung verstoßen, wenn es um Machtinteressen geht – von der UN-Charta ganz zu schweigen. Dass Israel internationales Recht längst als überflüssigen Ballast betrachtet, ist nichts Neues mehr.

Wer wird schlichten, wer diesem Krieg diplomatisch entgegentreten?

Die ersten Reaktionen aus der EU lassen nichts Gutes ahnen. Sie kann ihre Macht nicht ausspielen, die sie als Nato-Verbündeter der USA und als Assoziierungspartner von Israel theoretisch hat. Wer im Iran einen Machtwechsel fordert, fällt als Vermittler aus. Zudem ist die EU zu beschäftigt mit einem verdeckten Krieg gegen Russland, zu fügsam gegenüber US-Herrschaftsansprüchen, nunmehr zu abhängig von deren Energie, zu kraftlos, um eine Lösung im Gaza-Konflikt zu suchen, der weiter schwelt. Unter allem hat die internationale Glaubwürdigkeit und das Ansehen der EU schwer gelitten. Nun wird sie noch stärker wirtschaftlich leiden.

Wer bleibt sonst noch als Vermittler übrig? China? Indien? Brasilien? Russland?

Werden die Golfstaaten gegen diesen Krieg rebellieren? Er kostet sie viel Geld, womöglich die innere Stabilität.

Oder kehrt in den USA Einsicht ein, dass die Vorstellung, den Iran wie Syrien unterwerfen zu können, nur eine Schimäre ist? Wird sich dort die Überlegung Bahn brechen, dass ein langer Krieg die Wahlaussichten der Republikaner im Herbst schwer beschädigt, womöglich US-Demokraten in beiden Häusern die Mehrheit beschert? Mit der Folge, dass es zu einem Impeachment-Verfahren gegen Trump kommt? Nach allen Umfragen sind und bleiben die Amerikaner kriegsmüde. Auch gegenüber dem Iran. Und sie sind illusionslos geworden, schon so oft belogen, in jedem Krieg. Dass die aktuelle Trump-Administration ihre Kriegserzählung ständig wechselt, hat auch damit zu tun. Sie sucht nach einem neuen, noch nicht erzählten Narrativ und bleibt in den alten hängen. Glaubt man CNN, sollen es nun (wieder einmal) die Kurden richten und die Iraner zum Aufstand mobilisieren.

Heimtücke

Bei der Bewertung dieses Kriegs sollte man sich auch in Erinnerung rufen, dass die Aggression gegen den Iran laufende Verhandlungen unterlief, die laut dem omanischen Vermittler (Außenminister) sehr gut vorankamen und ein Mehr an Sicherheit und Berechenbarkeit gebracht hätten. Ein „Atom-Deal“, besser noch als der, den einst die Obama-Administration aushandelte, sei in „Reichweite“, erklärte er.

Wer Verhandlungen nur vortäuscht, handelt heimtückisch.(Vgl 1. Zusatzprotokoll von 1977, Genfer Konvention Art 37 1a). Einen Tag nach den hoffnungsvollen Worten des omanischen Außenministers fielen Israel und die USA über den Iran her. Heimtückisch.

Das Mullah-Regime muss weg, predigt man auch hierzulande, aber auch in diesem Fall gilt: Das ist westliche Selbstüberhebung, komplett undemokratisch. Man kann kein glaubwürdiger „Demokratiebringer“ sein, wenn man versucht, ein Volk wie das iranische so lange und schwer mit Sanktionen in die „Prowestlichkeit“ zu knüppeln und ihm dann auch noch einen neuen, dem Westen genehmen Herrscher verspricht. Die Entscheidung liegt allein bei den Iranern. Nun sollen ihnen mit Kriegsterror Beine gemacht werden.

Weltweite Unsicherheit

Was heisst das alles nun für die Regelung des Ukraine-Konfliktes?Oder, falls man den nicht regeln will oder kann, für Waffennachschub für die Ukraine? Nach einem Reuters-Bericht lieferten die USA im zweiten Halbjahr 2025 75 Prozent der Waffen für die Patriot- und 90 Prozent der Munition für andere Luftabwehrsysteme.

Die Washington Post berichtete, dass die USA bei einem längeren Krieg gegen den Iran, der mehr als vier Wochen dauere, Nachschubschwierigkeiten bei Munition haben könnte. Trump sei gewarnt worden. Trump dementierte energisch. Inzwischen begann allerdings auch in Südkorea und in Japan eine Diskussion darüber, ob die USA womöglich Luftabwehrsysteme aus diesem Raum in den Nahen und Mittleren Osten abziehen müssten.

Dabei ging es ebenfalls um die Kriegsdauer. Die Befürchtung war, dass es in einem längeren Krieg eng werden könnte, für die USA, für alle, die auf die USA als Sicherheitsgarant setzen.

Die USA haben mit dem Krieg gegen den Iran ein weiteres Mal gezeigt, dass sie nur sich selbst kennen. Sie haben gezeigt, dass sie für ihren „Muster“- Alliierten, Israel, alles tun. Der Rest muss sehen, wo er bleibt. Die USA haben allerdings auch die Frage auf den Tisch gelegt, wie stark sie tatsächlich militärisch sind. Die Zeit wird sie beantworten.

Dieser Beitrag ist eine Übernahme aus dem Blog der Autorin, mit ihrer freundlichen Genehmigung.

Über Petra Erler / Gastautorin:

Avatar-FotoPetra Erler: "Ostdeutsche, nationale, europäische und internationale Politikerfahrungen, publizistisch tätig, mehrsprachig, faktenorientiert, unvoreingenommen." Ihren Blog "Nachrichten einer Leuchtturmwärterin" finden sie bei Substack. Ihre Beiträge im Extradienst sind Übernahmen mit ihrer freundlichen Genehmigung.