Der 8. März als Frauentag sollte Herausforderung sein. Im Zuge der Gleichberechtigung können die Damen den Herren beweisen, dass ein kleineres Hirn kein Hinderungsgrund darstellt, nicht auch zu versagen – wenn sie sich an einem Computer zu schaffen machen. Zum Trost, heute am Weltfrauentag, mit einem Rabatt für den neuen Mailaccount!

Beim letzten „Wochenrückblick“ hatten wir die „Loslösung“ angesprochen und deshalb sind wir in der Lage Mails vom Feind zu empfangen und mit einer neuen Mailadresse zu antworten. Es geht nichts verloren, nur unsere alten Mails sind nicht greifbar. Damit es nicht so bleibt, gibt es verschiedene Wege zum Ziel. Was bei unserem Mailkonto bei mail.de sehr einfach ist, möchte Google und Microsoft nicht. Um meine Mails wieder unter Kontrolle zu bringen, muss ich sie den nordamerikanischen Diensten entreißen.

Bei Google funktioniert das (noch). Wieder müssen wir uns über der Web-Interface – also im Browser, nicht über die Spionage-App vom Gmail – bei gmail.com anmelden, oben rechts findet sich ein Zahnradsymbol, ein Klick darauf öffnet rechts ein kleines Fenster, darin klicken wir auf „Alle Einstellungen aufrufen“, um dorthin zu kommen, wo uns Google nicht sehen mag. In der oberen Reiterleiste findet sich „Weiterleitung & POP/IMAP“ und diesmal interessiert uns POP, was weniger mit Schlagermusik zu tun hat, sondern einfach „Post Office Protocol“ bedeutet. Hatten wir hier drüber gesprochen.

Unter dem Punkt „POP-Download“ wählen wir Punkt 1 „POP für alle Nachrichten (auch bereits heruntergeladene) aktivieren“ und unter Punkt 2 „Bei Zugriff auf Nachrichten per POP“ im Aufklappmenü „Gmail-Kopie löschen“ scrollen ganz nach unten und sagen „Änderungen speichern“. Glückwunsch an die Damen, die den Herren hiermit beweisen, dass ein kleineres Hirn keine Nachteile mit sich bringt.

Was passiert jetzt? Gar nichts, und zwar überhaupt gar nichts! Mit dem „Post Office Protocol” müssen wir die Nachrichten holen, erst danach, stehen sie zum KI-Training durch Google nicht mehr zur Verfügung und werden gelöscht. Bis die neue Funktion greift, dauert es allerdings, wahrscheinlich durchforstet Google alles ein letztes Mal – das lässt sich nicht verhindern. Jedenfalls gibt es für eine solch banale Änderung keinen Grund einer digitalen Bremse.

Gleichzeitig stoßen wir auf ein weiteres Problem, je älter unser Konto bei Google ist. So großzügig wie Google auf unsere Daten Zugriff hat, so verschwenderisch (15 GB) sind sie auch beim Speicherplatz. Dabei ging es nicht darum, uns etwas zu schenken, sondern vielmehr den bewahrten Datenschatz dauerhaft zu verwerten. (Und jetzt erklär mich nicht, ich habe doch nix zu verstecken, lies mal in Deinen alten und ganz alten Mails, dann geht auch Dir ein Licht auf!)

Sollten wir nicht sehr viel Speicherplatz beansprucht haben, weil wir fleißig gelöscht haben, können wir mit unserem neuen Konto bei mail.de die Nachrichten via POP abholen, bei Google werden die Nachrichten vielleicht gelöscht und sind alle über mail.de erreichbar. Um die alten Nachrichten abzuholen, buchen wir uns mit unserem Konto bei mail.de ein, gehen auch hier über das Zahnradsymbol zu den Einstellung (die Farbe des Fensters verändert sich) und auf den oberen Reitern schlagen wir beim Icon für „Mail zu. Auf der linken Seite leuchtet uns „POP-Sammeldienste“ entgegen, dort angekommen geben wir zur rechten Hand unsere Mailadresse ein, wählen den Anbieter Googlemail und natürlich muss bei „E-Mails vom Server des Anbieters löschen:“ im Aufklappmenü mutig „sofort“ genommen werden. Ob wir die alten Mails in einen eigenen neuen Ordner haben wollen, oder ob wir unseren Poeteingang damit fluten wollen, ist eine ganz persönliche Entscheidung, wobei ein neue Ordner die Sache übersichtlicher machen.

Auch wenn der Umzug problemlos gewesen sein sollte, weiterlesen, die Mails sind nicht gelöscht!

Wenn nicht auf Anhieb alles, wie gewünscht anläuft, einfach warten. Es gibt noch eine weitere Möglichkeit, wenn wir sehr viele Mails umziehen wollen und der Speicherplatz bei mail.de nicht reicht oder unser Vorhaben gescheitert ist.

Hatte ich schon erwähnt, dass Google die Pest ist? Wer sein Mailkonto mit Thunderbird bereits für mail.de eingerichtet hat, weiß, wie einfach das ist. Google hat das – um die eigenen Kronjuwelen zu schützen – natürlich in eine perverse Klickorgie umgewandelt! Aber es geht, da musst Du jetzt durch, hier die Anleitung!

Auf diesem Weg werden wir erkennen, welch hohen Wert unsere Daten haben und was Google alles tut, um sie keinesfalls herzugeben. Dem wilden Treiben in Thunderbird sei vorausgeschickt, dass die „Labels“ bei Google im richtigen Leben einfach Ordner sind. Aber, bei Google soll nichts gelöscht werden, denn lösche ich, weil ich es nicht mehr brauche ein „Label“, wirkt es, als wäre ein Ordner mit dem Inhalt verschwunden. In Wirklichkeit wird nur das „Label“, also die Kennzeichnung entfernt, die Mail selbst bleibt erhalten und findet sich in „Alle E-Mails“ unbeschadet wieder. Unser Ziel dem Giganten die Mails zu entreißen kommen wir nur näher, wenn wir uns bei Google anmelden und in „Alle E-Mailssämtliche Nachrichten löschen.

Zuvor jedoch haben wir in dem Nachrichtenwust, den wir mit Thunderbird heruntergeladen haben, alle Mails in einen lokalen Ordner, den wir zuvor angelegt haben, in Thunderbird verschoben. Nach der Anleitung  kommen die Nachrichten über IMAP zu uns. Das heißt, es bleibt alles bei Google. Der Weg über das Web-Interface und dort „Alle E-Mails“ anwählen und löschen bleibt uns nicht erspart. Selbst dann werden die Mails nicht sofort gelöscht, denn es erscheint „XX Konversationen wurden in den Papierkorb verschoben” mit der Möglichkeit es rückgängig zu machen. Ach ja, die sind dann eben im Papierkorb. Den muss ich auch noch leeren.

In der Anleitung wird auch der Versand der E-Mails besprochen, diesen Teil ignorieren wir, weil alle Mails nur noch über mail.de versendet werden.

Der Vorteil der ganzen Aktion: es ist nur einmal notwendig. Wenn alle Mails übertragen und bei Google gelöscht sind, muss niemand mehr diese Seite aufrufen, gleichzeitig gehen alle Nachrichten, die zur alten gmail-Adresse kommen, direkt zu unserer neuen Mailadresse bei mail.de. Der Rest ist nur noch eine Frage der Zeit und der erhöhten Wachsamkeit.

Wem die Zufriedenheit mit dem neuen Mailkonto über den Kopf wächst und sie (oder er) entweder mehr Platz möchte und glaubt gänzlich ohne Werbebotschaften auszukommen, der sollte unbedingt ein Upgrade wagen!

Die treuen Leserinnen vom Extradienst schreiben am Weltfrauentag eine Mail an info_at_mail.de (das „_at_“ passend ersetzen) mit dem Stichwort „Extrabonus Extradienst“ und erhalten folgende Rabatte:

PlusMail -6 € Rabatt (23,88 € Jahresgebühr statt 29,88 €)
ProMail -12 € Rabatt (35,88 € Jahresgebühr statt 47,88 €)
PowerMail -24 € Rabatt (53,88 € Jahresgebühr statt 77,88 €)

Für die Herren ist deshalb keine Geschlechtsumwandlung notwendig! Der Rabatt gilt für alle Geschlechter, nicht nur am Weltfrauentag und wie immer: Nur so lange der Vorrat reicht.

Microsoft hat natürlich auch ausreichend Stolpersteine eingebaut, das Vergnügen gönnen wir uns in der nächsten Runde, wenn es am 15. März 2025 heißt: Weg hier!

 

Über Christian Wolf:

Avatar-FotoChristian Wolf (M.A.) ist Autor, Filmschaffender, Medienberater, ext. Datenschutzbeauftragter. Geisteswissenschaftliches Studium (Publizistik, Kulturanthropologie, Geografie), freie Tätigkeiten Fernsehen (RTL, WDR etc.) mit Abstechern in Krisengebiete, Bundestag Bonn und Berlin, Dozent DW Berlin (FS), Industriefilme (Würth, Aral u.v.m), wissenschaftliche und künstlerische Filmprojekte, Projekte zur Netzwerksicherheit, Cloudlösungen. Keine Internetpräsenz, ein Bug? Nein, Feature. (Digitalpurist)