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Starke-Frauen-Streams

Nur bis 13.4. verfügbar ist Protection – Eine britische Zeugenschutz‑Beamtin sucht nach dem Leck, das zur Katastrophe geführt hat. Zwischen Verrat, Korruption und persönlichem Dilemma deckt sie ein gefährliches Netz aus Machtspielen und Geheimnissen auf.” Von dieser noch relativ jungen Produktion (2024/25) gibt es nur einen englischen Wikipedia-Eintrag.

Die Story hat mir die von Siobhan Finneran mit hellblond gefärbter Mähne beeindruckend verkörperte Hauptrolle einige Ticks zu weich und fehlerhaft-klischeeweiblich angelegt. “Liz Nyles” macht so nicht wenige taktische Fehler, die ihre Lage verkomplizieren, und so die Story über sechs Teile dehnen lassen. Tougher und straighter hätte es mich mehr angesprochen.

Glaubwürdig dagegen die familiäre Sandwich-Situation von Nyles, die in europäischen Gesellschaften mehr Regel als Ausnahme ist. Und ebenso glaubwürdig, und da wird es noch politischer, dass die unkontrollierbaren Geheimdienste zusehends zu denen werden, die die Definitionsmacht über das “Wohl der Nation” okkupieren.

Letzteres zeigt die autoritäre Wandlung einstmals bürgerlicher Demokratien, servierfertig für potentielle faschistische Machtergreifungen. Keine rechte Revolution ist erforderlich. Es fliesst in diese Richtung. Im UK offenbar besonders, und das unter einer aktuellen Labour-Regierung.

Entspannung von der Spannung

Und dennoch kein unpolitisches Gesäusel, im Gegenteil. Annett Gröschner habe ich schon immer gern gelesen. Ich wusste aber nicht, dass sie auch Filmregie macht. Also bitte sehr:

Drei ostdeutsche Frauen bummeln durchs Land – und prüfen die Schwerkraft der Verhältnisse. Wieviel Bodenhaftung erzwingen die Krisen der Gegenwart und lässt es sich mit Poesie dagegen anträumen?“. Fünf Jahre verfügbar!

Annett Gröschner, Peggy Mädler und Wenke Seemann fahren mit dem Deutschlandticket von der Oder an den Rhein. Nicht alles, was sie sehen, ist schön. Vieles aber doch. Ein starkes kleines Stück. Danke.

Über Martin Böttger:

Avatar-FotoMartin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger

Ein Kommentar

  1. Avatar-Foto
    Petra Erler

    DANKE! Ich bin der Empfehlung zur Bummelei zwischen Oder und Rhein sehr gern gefolgt. Wie schön, dass die “Kinderhymne” dem doch recht kurzen Film noch eine zusätzliche Dimension gibt. Auf eine – diese -gemeinsame Hymne hoffte einst zumindest ein Teil der Ostdeutschen, auch ich.
    Nun frage ich mich, wie sähe ein Film aus, in dem sich drei vom Rhein an die Oder auf den Weg machen? Wo würden sie halten, welche Geschichten erzählen?

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