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Neuer Liberalismus

Die FDP steht vor dem Aus. Doch wie steht es um den Liberalismus? Lange wurde bei uns die Gleichung Liberalismus = FDP ja nicht hinterfragt, dabei stand diese Partei in den letzten vier Jahrzehnten allenfalls für eine Schrumpfform der ältesten und wirkungsvollsten politischen Ideen unserer Moderne. Die besten und produktivsten Ressourcen lagen brach oder wurden in ihren historisch-politischen Entwicklungslinien gar nicht mehr wahrgenommen.

Die Fragen von Freiheit und Selbsbestimmung sind drängend – auch im internationalen Kontext und mit Blick auf einen erstarkenden Illiberalismus Orbanscher oder Trumpscher Prägung. Und während viele historische Liberale im 19. Jh zu den Vorkämpfern der Gleichstellung von Frauen gehörten, lag der Frauenanteil der FDP-Fraktion im Bundestag zuletzt nur bei etwas mehr als 20 Prozent. Höchste Zeit, das gute und progressive Erbe des Liberalismus wieder zu entdecken und produktiv weiter zu entwickeln. Die Grünenvorsitzende Franziska Brantner und der Hannoveraner OB Belit Onay machten dafür in FAZ Online gestern einen Aufschlag. Eine gute Anregung für eine breitere Debatte, die überfällig ist.

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Über Reinhard Olschanski / Gastautor:

Avatar-FotoGeboren 1960, Studium der Philosophie, Musik, Politik und Germanistik in Berlin, Frankfurt und Urbino (Italien). Promotion zum Dr. phil. bei Axel Honneth. Diverse Lehrtätigkeiten. Langjährige Tätigkeit als Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Referent im Bundestag, im Landtag NRW und im Staatsministerium Baden-Württemberg. Zahlreiche Veröffentlichungen zu Politik, Philosophie, Musik und Kultur. Mehr über und von Reinhard Olschanski finden sie auf seiner Homepage.

Ein Kommentar

  1. Avatar-Foto
    Jo

    Hach, die FDP.
    Die bestand immer aus zwei Flügeln, wirtschaftsliberal und sozialliberal.
    Und am Ende hat die FDP ihr Gewicht immer nur für wirtschaftsliberale Themen in die Waagschale geworfen. Was ihr einen Haufen Wahlkampfgeld eingebracht hat, die Wirtschaft spendet einfach mehr – aber am Ende hat es sie so viele Wähler gekostet, dass sie aus den Parlamenten fliegt.
    Schade ums Sozialliberale, aber nicht um die FDP.
    Mir tun nur die Leute Leid, die sozialliberal in die FDP eingetreten sind und nun nicht mal mehr als Opposition relevant sind.

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