Die Aufmerksamkeitsökonomie und der Wal

Antonia Groß/MDR-Altpapier hat es raus: das Zum-Denken-Anregen. Oder was denken Sie hierzu?

Der ‘Timmy-Krimi’ und der Verkauf von Hoffnung – Eine Woche lang berichten die Medien über einen in der Ostsee gestrandeten Buckelwal. Will er sterben, wer kann ihn retten? Die Debatte zeigt die mediale Sehnsucht nach eindeutigen Geschichten.”

Nach meiner unmassgeblichen unwissenschaftlichen Meinung war das Todesurteil für den Wal mit seinem Irrweg in die Ostsee gesprochen. Die ist nicht nur rettungslos überfischt, sondern auch vergiftet durch die Militärabfälle zweier Weltkriege und anschliessende Blockkonfrontation mit hemmungsloser Aufrüstung und Manövertätigkeit aller Anrainer (= militärisch-industrieller Komplex). So what? Lasst ihn sterben. Aber ich habe natürlich keine Ahnung.

Ich könnte stattdessen über den cleveren Verzicht Italiens auf die gefährliche WM-Teilnahme fachsimpeln, aber das wäre an dieser Stelle jetzt zu viel Fussball …

Wie machen es im Vergleich zu uns Ahnungslosen die Mächtigen? Davon vermittelt Dirk Hautkapp/WAZ eine Ahnung: Kurze Leitung ins Oval Office – Trumps Nummer bekannt: Reporter rufen pausenlos an – der ‘plaudert drauflos’ – Der US-Präsident gibt immer wieder freimütig seine Nummer heraus. Bei nächtlichen Telefonaten spricht er ungehemmt und unzensiert über Details.”

Dä. Wer die Ahnungslosen sind, scheint mir damit noch nicht abschliessend geklärt.

Über Martin Böttger:

Avatar-FotoMartin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
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