Die nahende Fussball-WM (der Herren) und die, die sie bezahlen
mit Update 4.1.
Wer mag nur diese schwachsinnige dpa-Meldung initiiert haben? Wer hat in der Schule bei Kopernikus und Galilei nicht aufgepasst? Ich weiss spätestens seit der Mondlandung 1969 und der Boxkämpfe von Muhammad Ali, was es damit auf sich hat. Unvergesslich die WM 1970 in Mexico. Beim 3:4 n.V. gegen Italien weckten mich meine Eltern nach dem Ausgleichstor von Schnellinger (“Schnellinger, ausgerechnet Schnellinger werden die Italiener sagen” rief Ernst Huberty, für seine coolen Verhältnisse geradezu ekstatisch). Da war die Schule am nächsten Morgen dann doch egal.
Spätestens da wusste jedes Kind: die Erde ist eine (geneigte) Kugel, die sich in 24 Stunden um sich selbst dreht, was zu den Sonnenauf- und -untergängen und dem Wechsel von Tag und Nacht führt. Was daran ist schwer zu verstehen?
Die weltumsatzstärkste Mafia-Organisation Fifa hatte sich nun nach 1994 ein weiteres Mal dazu entschlossen, ihre WM (der Herren) im wesentlichen in die USA (mit ein bisschen Canada und Mexico dazu) zu vergeben. Wer diesen Kriminellen dann die Millionen und Milliarden für Medienrechte hinterherwirft, weiss, was er tut (Gendern nicht erforderlich).
Der politische Zweck
Der Fifa-Präsident Infantino, hier nach wie vor am analytisch schärfsten erfasst, hat seinen Wohnsitz schon bei der letzten WM im idyllischen Qatar gewählt. Nach übereinstimmenden Medienberichten ist er nun in den Enddarm von Donald Trump umgezogen. Das hat einen guten Grund.
Donald Trump ist in Not. Im November sind in seinem schönen weiten Land der Freien und Tapferen – immer noch – Parlamentswahlen. Seine Fans sind sauer auf ihn. Der Verbrecher Epstein interessiert mehr die Medien als die Leute. Eltern müssen eben besser auf ihre Töchter aufpassen, wie ja auch unser Bundeskanzler gerne betont. Aber: Trotz Donalds Zoll-Theater-Aufführungen wird das Leben im Land nicht besser sondern schlechter. Das Deportieren von Migrant*inn*en bringt niemandem Vorteile – ausser Trump und seinen Medien. Mord und Totschlag geht weiter. Infrastruktur (Strassen, Brücken, Bahnen, Versorgung) bleibt so scheisse, wie sie schon immer war. Kranke, die arm sind, müssen sterben. Arme, die kein Haus besitzen, dürfen frieren, hängen öffentlich irgendwo rum und versauen das Stadtbild. Warum sind sie nicht reich geworden, wie jeder anständige weisse Mann? Hier mal ein Krieg (Iran), da mal ein Krieg (Venezuela) – aber wo genau und warum? Welche*r Wähler*in will das wissen? Jeder weisse Mann hat das Recht, auch mal einen umzulegen – wenn es für einen guten Zweck ist. Und durch Ausbeutung Anderer Milliardär zu werden. Jeder kann es schaffen, er muss es nur wollen.
Also mal eine fette Party, mit spannenden Wettkämpfen, die die USA am Ende gegen den Rest der Welt triumphal gewinnen. Und an der Spitze der den Ruhm feiernden und geniessenden der grosse einmalige Donald. Wer würde da noch eine “Opposition” – wer oder was soll das sein? – wählen?
Und bitte, ihr Deppenmedien: ihr seid dazu da, das zu finanzieren und in die Welt hinauszutragen. Wer das verschläft ist selber schuld und verschläft am Ende noch das Feuerwerk, das Donald ihm frei Haus schickt.
Die Welt kann so geil sein, wenn mann ein alter weisser Mann ist. Und wer das nicht verstehen will, muss eben dazu gezwungen werden. Wofür sonst sind Waffen da?
Was davon, Deutsche Telekom (“Magenta-TV”), ARD und ZDF (und dpa) habt ihr nicht verstanden?
Update 4.1.
Den passenden Komentar zum Überfall der USA auf Venezuela finden Sie bei Robert Misik/taz, und das, obwohl der beim Schreiben noch nichts davon wusste:
“Hitlers Kronjurist und US-Gotteskrieger: Politische Theologie für Spinner – Carl Schmitt war Nazi-Jurist und Staatstheoretiker. In den USA erlebt er bei rechten Akteuren wie Peter Thiel und J. D. Vance ein Comeback.”
Gute alte WAZ-Schule
Mit geübter Prägnanz schreibt Lutz Heuken/Blog der Republik alle vernünftigen politischen Gedanken zum Überfall auf Venezuela auf, wie sie mir auch nicht besser gekommen wären:

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