Die Kriegsherren kaufen den “Weltfussball” – mann gönnt sich ja sonst nichts
Während die Weltpresse (z.B. in Gestalt der FAZ) ihre Onlinepräsenz mit Themen wie “toter Walfisch” und “Penislänge” aufmacht, hat der Saud-Clan mal wieder doppelt zugeschlagen. So platziert er in den Agenturen heute zum Einen seinen Kriegseintritt gegen den Iran. Während die gleichen Medien vergleichbare Aktivitäten der Vereinigten Arabischen Emirate vor gut 6 Wochen nicht bemerkt haben wollen. Die Sauds melden zum Anderen den Kauf der Fifa – nicht erst zu ihrer WM 2034, sondern schon jetzt. Sofort.
Die militärische Saud-Aktion könnte als Dekoration zu Trumps China-Besuch gedacht sein. Gegenüber seinen chinesischen Gesprächspartnern dürfte er damit prahlen, dass deren Vermittlungsversuche zwischen den Sauds und den Mullahs so einfach zu zerbomben sind. Bei Xi Jinping dürfte hingegen die Erkenntnis heranreifen, dass der Wicht im Begriff ist, als Welt- und Ordnungsmacht auszuscheiden (wie es die DFB-Elf regelmässig bei WMs tut), und als billiger Raufbold ein heisser Abstiegskandidat ist. Wenn nicht bei “seiner” WM, dann bei den Midterms Anfang November. Eine der wenigen Hoffnungen, die ich mit Mr. Xi teile. Und nicht nur ich.
Die Not bei der Fifa in Zürich muss gross sein. Die Protektion des Immobilienkaufmanns Trump reicht offenbar nicht aus. Sie muss – sehr vorsichtig formuliert – als unbeständig beurteilt werden. Wer weiss, was bei der kurz bevorstehenden WM noch alles droht? Die Sicherheitslage im Gastgeberland ist … nicht sicher.
Vor gut einer Woche meldete ich, dass die Fifa – nunmehr 3 Wochen vor der WM – immer noch keine TV-Verträge für zwei Länder mit 2,5 Mrd. Einwohner*inne*n abgeschlossen hat: Indien und China. Und auf den ökonomisch nachfragestärksten TV-Märkten Europas droht ein weiterer Einschaltquoteneinbruch. Selbst, wo die Veranstaltung politisch weniger umstritten ist, als bei den engagiertesten Fussballfans, die sich nicht für Nationalteams sondern ihre Vereine interessieren, ist der grösste strategische Feind die Zeitzone. Sie unterliegt weder der Macht der Fifa. Noch der der Sauds. Vielleicht kommt das noch.
In der gegenwärtigen Kriegskrise haben selbst die Sauds Probleme. Sie sparen beim Golf zugunsten des Fussballs. Ihre Monsterstadt am Golf von Akaba wird radikal abgespeckt. Mit dem aggressiven iranischen Mullahregime als Vorwand “müssen” sie sich um eine eigene Atombewaffnung kümmern. Das will PR-strategisch gut vorbereitet sein. Also keine spektakulär-sadistischen Einzelmorde mehr, sondern nur noch diskrete Massenhinrichtungen im Inland.
Bleibt die Frage, mit welchen pharmazeutischen Mitteln ARD und ZDF bei der WM Übelkeitsanfälle bekämpfen. Ist alles der böse Infantino schuld? Die Deutsche Sporthilfe hat sich soeben selbst von der Wettmafia kaufen lassen. Was meinen eigentlich die Krankenkassen dazu? Mein Gegenmittel gegen WM-Übelkeit: Schlaf.

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