Beueler-Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Journalismus (Seite 1 von 9)

Alternativen

In “Weltordnung?” wählte ich öffentliche Äusserungen des französischen Öḱonomen Michel Aglietta und der US-Finanzministerin Janet Yellen als Gerüst. Determinismus, dass immer alles so kommt, wie “die da oben” wollen, lehne ich radikal ab. Das wäre historischer und sozialer (sozialwisssenscftlicher sowieso) Nihilismus. Um kohärent auftreten zu können, müsste sich der freiheitsliebende Westen empathischer um das Schicksal demokratischer Freiheitskämpfer wie Julian Assange und Edward Snowden kümmern. Weiterlesen

Erosion von Öffentlichkeit

Freie Journalist*innen in der Corona-Pandemie – Vorwort

„[F]ür 9,35 Euro Mindestlohn habe ich bei der Biobäckerei im Nachbardorf eben Brot ausgefahren, bin die Supermärkte angefahren, bin um 5 Uhr morgens aufgestanden, habe Kisten geschleppt und habe erst mal so mein Geld verdient, weil keiner wusste, wie es weitergeht.“ So beschreibt eine freie Journalist*in gegenüber dem Bayerischen Rundfunk ihre Versuche, sich zu Beginn der Corona-Krise ökonomisch über Wasser zu halten – und dürfte ihre Unsicherheit mit tausenden freien Kolleg*innen in ganz Deutschland geteilt haben. Weiterlesen

Feigheit und Selbstverteidigung

In diesen Tagen bin ich froh, wenn es stellenweise gelingt, sich mit anderen Themen und Problemen zu beschäftigen als dem Krieg. Obwohl auch diese Klage nicht sachgerecht ist. Kriege gab es in all den Jahren, in denen sie die meisten von uns nicht die Bohne interessierten, sie jedenfalls in deutschen Medien nicht gezeigt wurden, auch. Das soll die aktuelle Empathie für Kriegsopfer und Flüchtlinge nicht schmälern, im Gegenteil, zeigt aber bedenkliche Stimmungsschwankungen. die mehr über deutsche Medien und veröffentlichte Meinungen aussagen. Weiterlesen

Medienhetze und Medienkritik

Vor fast zwei Jahren schrieb Wolfgang Michal eine Reflexion über die Selbstreferentialität und Vergeblichkeit von Medienkritik. Sie ist – leider – noch aktueller geworden. Derzeit wird sie ergänzt um die Personalia-Meldungen, welche Armen-Schlucker-Journalist*inn*en nun ein gesichertes Auskommen als Angestellte der neuen Bundesregierung finden. Ich teile Michals Sicht im Grossen und Ganzen, und möchte sie mit Julia Redas Kommentar in Verbindung setzen. Weiterlesen

Wer braucht Medienkritik?

Medienjournalismus war schon immer stark von Selbstreferentialität belastet. Davon zeugen die kaum zählbaren Besprechungen der TV-Talkshows, die meisten davon so überflüssig wie die Shows selbst. Medienpolitik dagegen bleibt weitgehend unsichtbar. Die Politiker*innen und Konzerne, die sie klandestin betreiben, wollen es so. Und nur wenige, oftmals nirgendwo angestellte “freie” Journalist*inn*en bemühen sich um Aufklärung der Öffentlichkeit. “Zapp” (NDR) gehörte dazu, und läuft linear nur noch monatlich. Die “Medienkorrespondenz” gehörte dazu, und wird von der Katholischen Kirche jetzt dichtgemacht. Weiterlesen

Schneckentempo

Der Polit-Journalismus verändert sich revolutionär – oder wird abgehängt
Ich gehöre zu den Stammhörer*inne*n des DLF-Medienquartetts. Ich weiss nicht, wie viele es gibt. Ich würde sie auf einige Dutzend schätzen. Aber ich höre gerne zu, weil der Sender (redaktionelle Verantwortung schwer herauszufinden; mglw. Brigitte Baetz?) keine Apologet*inn*en einlädt, sondern eine gute Mischung aus Medienwissenschaftler*inne*n und Praktiker*inne*n, mit dem Stammgast Lutz Hachmeister. Gestern ging es um den Politikjournalismus. Weiterlesen

Zwei grosse Erzähler

Alt, weiss und sehr altersweise: Pleitgen und Zander
Die hier zu würdigenden Herren stammen aus der Zeit, als ich mich noch am Westdeutschen Rundfunk gerieben habe. Der Eine, Fritz Pleitgen, war 1995-2007 der Boss, und hat in der Zeit “Modernisierungen” eingeleitet, wegen derer ich als Hörer von dem Sender abgefallen bin; bedeutender für die Nachwelt war sein vorheriges und parallel praktiziertes Leben als neugieriger Journalist.
Der Andere, Hans Conrad Zander, ist in diesem Blog bereits als Gastautor aufgetreten. Ihn habe ich in diesem WDR für mich entdeckt. Weiterlesen

Medienjournalismus in Deutschland

von Hektor Haarkötter / Filiz Kalmuk und Jupp Legrand (Vorwort) – Otto Brenner Stiftung
Seine Leistungen und blinden Flecken
Vorwort

Der Medienjournalismus scheint sich in einer paradoxen Situation zu befinden. Einerseits haben Medienkritik und die Reflexion über Öffentlichkeit spürbar zugenommen. Mit den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Großkrisen sind Anspruch und Erwartung an die Orientierungsleistung von Medien stark gestiegen. Zeitgleich sank das Vertrauen, wuchsen Enttäuschungen und polarisierte sich die Kritik: an den verschwörungserzählerischen Enden der Skala gehören Verdächtigungen gegenüber ,dem‘ Mediensystem und Diffamierungen von Journalist*innen zur Tagesordnung. Technische Innovationen – allen voran Social Media – sorgen für weltweite Beachtung und wirken wie Brandbeschleuniger. Weiterlesen

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