Beueler Extradienst

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Schlagwort: Katzen

Katzen, Eagles und spezifisch deutsche Kultur

Helmut Höge hat sich in meinem GedĂ€chtnis als taz-Hausmeister festgesetzt. TatsĂ€chlich ist er aber ein politisch-materialistisch geschulter Kolumnist, nicht nur bei der taz, sondern auch bei der Jungen Welt, der selbst kleinste AlltĂ€glichkeiten in ihren gesellschaftlichen Zusammenhang zu stellen weiss. In der – angeblich – 38. Folge seiner Studien aus der Tierwelt, ist er nun beim publikumswirksamen Höhepunkt angelangt: den Katzen.

Die Eagles waren zu “ihrer” Zeit hochumstritten. Die einen hassten sie als der Musikindustrie willfĂ€hrige WeichspĂŒler des Rock’n Roll, die andern liebten sie dafĂŒr. Heute sind sie Bestandteil des Formatradio-Mainstreams, und in ganz seltenen Momenten werden sie auch mal lĂ€nger als 3 Minuten ausgespielt. Wie in den besten Familien, Unternehmen und politischen Organisationen hassten sie sich untereinander so heftig, dass sie es, wie Uwe Ebbinghaus/faz.net es fein beobachtet hat, in ihren Liedern und ihrer BĂŒhnenperformance nicht verbergen konnten: “Lyin’ eyes“.

Ein glĂ€nzender Essay zur Kenntlichmachung Alexander Gaulands und seiner “spezifisch deutschen Kultur” ist Detlef zum Winkel auf telepolis gelungen,

Katzen & Sex

Sex wird allgemein ĂŒberbewertet. Das bestĂ€tigt eine neue Studie, ĂŒber die Werner Bartens in der SZ berichtet. Die Deutschen tun “es” weniger als einmal die Woche. Die MĂ€nner gehen angeblich doppelt so oft fremd wie die Frauen; dann mĂŒssen sie wohl in der HĂ€lfte der FĂ€lle in den Puff gehen. 8% der Frauen machen es lesbisch, aber nur 5% der MĂ€nner schwul – beim gesellschaftlichen Radau, den sie machen, ist es – gefĂŒhlt – eher umgekehrt.

Zu Katzen gibt es heute nichts Neues. Sie essen genauso gerne Fisch wie ich. Heute kam am Tisch die Frage auf, ob wir damit unsere Wahlplakate auf den Teller bekommen. Die sind ja nicht mehr aus gekleistertem Papier, sondern aus wetterfestem Kunststoff. Und wir wissen ja, das Zeug schwimmt am Ende alles im Ozean, die Fische verderben sich daran ihre Verdauung und dann kommen sie auf unseren Teller. Aber nein, das mag zwar alles stimmen, aber mit den formschönen Plakaten, die uns das stĂ€dtische Leben Ă€sthetisch versĂŒssen, ist es ganz anders.

Dann hier noch die unwichtigen Themen:
Ambros Waibel, kalabrischer N’Drangheta-Kenner bei der taz, hat herausgefunden, warum Trump unser Wohlbefinden steigert.
Ulrich Horn analysiert, dass Niedersachsens MP-Weil dem Kanzlerkandidaten wie ein Stein um den Hals hĂ€ngt, dabei wĂ€re es auch ohne schlimm genug. Der VW-Konzern ist lĂ€ngst moralisch zu einem “Fass ohne Boden” fĂŒr die Sozialdemokratie und die IG Metall geworden. Die meisten erinnern sich noch gut an die “Lustreisen” nach Brasilien. Aufsichts- und BetriebsrĂ€te hĂ€tten dort einiges gehabt, um das sie sich hĂ€tten kĂŒmmern können.
Im Attac-Blog ĂŒbt ein Gastautor Kritik am Online-Polit-Unternehmen Campact. Ich habe schon viel darĂŒber Raunen gehört, u.a. dass bestimmte Energiebranchen die Plattform als Spender*in instrumentalisieren gegen konkurrierende Erzeuger*innen; hier wird nun mal eine öffentliche nachvollziehbare strategische Kritik artikuliert. Offen bleibt die selbstkritische Frage, die attac sich stellen mĂŒsste: es war einst als globalisierungskritische Bewegung genauso “in” wie heute Campact, ist aber dann unter Wahrnehmbarkeitsschwellen versunken. Warum? Wie konnte das passieren?

“Frankenstein des Neoliberalismus”

Vor wem von beiden mĂŒssen wir uns mehr fĂŒrchten? Antwort: wenn sie beide so harmonisch zusammentreffen, wie jetzt bei Donald Trump. So deutet es Judith-Butler-Gattin Wendy Brown in einem Aufsatz, der in deutscher Übersetzung von den “BlĂ€ttern” online gestellt wurde.
Trump-Berater Bannon wird, u.a. in der FAZ zitiert, dass Nordkorea eine Nebensache sei, die Hauptsache sei die Auseinandersetzung mit China. Da könnte er Recht haben. Die Sache hat nur einen Haken: China hat sie, die USA, schon am Haken, am Schuldenhaken. In immer mehr Technologien und Branchen hat es lĂ€ngst die WeltmarktfĂŒhrung ĂŒbernommen.
Ein Gastautor von Spiegel-online feiert derweil schon die “Alt-Left” in den USA als das nĂ€chste heisse Ding.

In der Jungen Welt zeichnet Werner Ruf heute nach, wie planmĂ€ssig, aber auch konkurrenzhaft, die WestmĂ€chte Libyen zerstört und die Probleme kreiert haben,Weiterlesen…

Istanbul – Huddersfield – Dortmund

Was ist das nur mit den Frauen und den Katzen? Margarete Stokowski bemĂŒhte diese Spezies bereits bei ihren Gedanken zum Bundestagswahlkampf. Nun feiert die taz den Film “Kedi” von Ceyda Torun, der den viel pragmatischeren Umgang Istanbuls mit diesem Tier zeigt, und wahrscheinlich die deutschen Herzen erweichen wird. Wie wĂŒrden sie wohl schmecken? Wie ist der Aroma-Unterschied zwischen Wohnungs- und Freilandhaltung?

Das nĂ€chste FussballmĂ€rchen in England steht bevor. Oder hat durch den Aufstieg von Huddersfield Town bereits stattgefunden. Das komplette Team kostet weniger, als ein Einwechselspieler auf ManU’s Ersatzbank. Ralf Sotschek/taz freut sich, und wir mit.

Andere RĂ€der werden in Dortmund gedreht. WĂ€hrend der DLF heute frĂŒh eine Reportage aus dem Drogenmilieu der dortigen Nordstadt sendete, sind alle anderen Medien voll mit dem “tapferen” Widerstand des BVB-Managements Weiterlesen…

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