Thema: Klimapolitik

Klimapolitik: ver.di fiel bisher aus

Von , am Donnerstag, 8. August 2019, in Politik.

von Gert samuel
Bsirske, der Klimawandel, die Erneuerbaren Energien und „Fridays for Future°

Laut WAZ vom 5. August ruft die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi ihre rund zwei Millionen Mitglieder dazu auf, sich am Klimastreik von „Fridays for Future“ am 20. September zu beteiligen. „Es geht darum, Flagge zu zeigen – wir brauchen ein deutlich konsequenteres Handeln der Politik beim Klimaschutz”, sagte Verdi-Chef Frank Bsirske der in Essen erscheinenden WAZ. Tags darauf ist in der „RP“ zu lesen, Luisa Neubauer habe getwittert: „Es ist großartig zu sehen, dass Verdi im Gegensatz zu vielen politischen Akteuren die Dringlichkeit von echten Maßnahmen versteht“ Weiterlesen

Bannas zu Merkel (II)

Von , am Mittwoch, 17. Juli 2019, in Lesebefehle, Politik.

Ein Kulturbruch
Der vielgelesene Extradienst-Gastautor Günter Bannas war zum heutigen 65. Geburtstag Angela Merkels um 6.50 h auch im DLF zu hören. Er zeigt hier erneut seine exzellente Beobachtung. Da hat sich viel angesammelt. Der Kulturbruch von der maskulinistischen Dominanzkultur zu kühler Sachlichkeit mit eingebauter kalkulierter Langeweile ist richtig gesehen. Weiterlesen

Anchorage/Alaska – 20 Grad, nachts!

Von , am Sonntag, 7. Juli 2019, in Politik.

Heute morgen, es war eigentlich noch Nacht, aber schon hell, hat es hier in Beuel ein kleines Stündchen geregnet. Es ist klar, und tausendmal erklärt worden: Wetter und Klima sind nicht das Gleiche. Das Klima, aus dem viele einzelne Wetters hervorgehen, ist ein tief komplexer, und bis heute vielleicht noch nicht vollständig erforschter Mechanismus.
Dennoch ist auch das Wetter ein Politikum. Weiterlesen

Aufforstung als Lösung?

Von , am Freitag, 5. Juli 2019, in Medien, Politik.

Es ist wie ein erfolgreiches “Tor des Monats” für Wissenschaftler*innen. Eine Studie von der ETH Zürich hat gerechnet, dass eine weltweite Aufforstung von Bäumen in der Grösse der USA global ausreichnen könne, um das Weltklima, soweit des den CO2-Ausstoss betrifft, unter Kontrolle zu bekommen. Damit wir Deutschen uns darunter was vorstellen können, habe ich mal kurz kopfgerechnet: das entspricht knapp 4.000 Saarländern (1 Saarland = 360.000 Fussballfelder). Die Damen und Herren haben gerechnet, sie sind keine Sozial- oder Politikwissenschaftler. Sie wissen also nicht, wie das praktisch durchsetzbar ist.
Rechnerisch bräuchten sie nur Donald Trump überzeugen – und fertig. Weiterlesen

Wandel – für Linke zu schnell?

Von , am Mittwoch, 26. Juni 2019, in Politik.

Zunächst der Trost: die Herrschenden in unserer Republik trachten danach, sich in Lahmarschigkeit nicht übertreffen zu lassen (bei der FAZ heute “meistgelesen”). Und: woanders ist es schlimmer. In Österreich ist ein Expert*inn*en-Exorzismus gegen Rechts nötig geworden – grossartig beschrieben von Isolde Charim/taz. Für klareres Denken empfehle ich vorweg “Medienhygiene”, wie es die “Perspective Daily”-Gründerin Maren Urner nennt. Frau Urner scheint jetzt die Wissenschaft dem Journalismus beruflich vorzuziehen, verständlich.
Das Erfreuliche im gegenwärtigen Deutschland ist der radikale Diskurswchsel, Weiterlesen

Die Revolution überleben

Von , am Donnerstag, 30. Mai 2019, in Lesebefehle, Politik.

Ein Lesefehler. Mit meiner starken Sehbehinderung, und in gewohnt kurzatmiger digitaler Leseweise, geriet mir ein Artikel des SZ-Redakteurs Michael Bauchmüller in den Blick, einer der Klügsten in deren neoliberal geleitetem Wirtschaftsressort. Ich las folgende Überschrift plus Teaser-Text: “Eine Klimapolitik, die alle verschont, verdient diesen Namen nicht – Union und SPD unterliegen der Illusion, sie könnten den Klimaschutz so organisieren, dass er keinem wehtut. Dann sollten sie sich schnell verabschieden.” Richtig – das würde ein SZ-Redakteur niemals schreiben. Weiterlesen

Irrlicht Maas II

Von , am Donnerstag, 30. Mai 2019, in Beuel & Umland, Politik.

Klima – Lateinamerika – Somalia & Somaliland – Multilateralismus
Dem Bundesaussenminister will es nicht gelingen. Bewusst hält er sich von jedem innenpolitischen Scharmützel fern, und dennoch will es ihm nicht gelingen, so umfragenbeliebt zu werden, wie die meisten seiner Amtsvorgänger. Hat er keinen Buddy in einem der Demoskopie-Konzerne? Oder fehlt es ihm schlicht an einer politischen Idee, über das Managen eines schwierigen, grossen Ministeriums hinaus? Es ist wohl eine Mischung aus alldem.
Eine schöne Aufgabe für eine*n Aussenminister*in der Zukunft wäre, Weiterlesen

Thunberg bei Will

Von , am Montag, 1. April 2019, in Medien, Politik.

Eine kleine Wirkungsstudie beim Zappen mit einem Habeck-Vergleich
Ich mag mich täuschen und es ist vielleicht eine Projektion meinerseits: zeigte die bekennende Lesbe Anne Will beim Interview mit Weltstar Greta Thunberg Muttergefühle? Das ist ja nichts ehrenrühriges. Die gestellten Fragen waren richtig gesetzt, wie es sich für eine handwerklich seriöse Journalistin gehört. Und das “Kindchenschema”, das das Aussehen dieser immerhin schon 16-jährigen jungen Frau auslöst, erscheint auch mir unbesiegbar. Es ist eine starke Waffe. Thunberg wirkt so schlau und klug, sie weiss damit umzugehen. Weiterlesen

5 G / Klimaverbrechen / Gelbwesten / Medienstress

Von , am Dienstag, 19. März 2019, in Lesebefehle, Medien, Politik.

It’s capitalism, stupid!
Es geht nicht ums Handytelefonieren. Und die Funklöcher sind ihnen sowieso egal. Beim oxiblog erklärt Stephan Kaufmann, worum es bei der Vergabe der 5G-Netze geht: um infrastrukturelle Rahmenbedingungen für weitere Rationalisierung und Profitmaximierung auf Kosten des Produktionsfaktors Arbeit. Es geht dabei um so viel, Weiterlesen

Leseempfehlungen zum Massenmord in Christchurch

Von , am Montag, 18. März 2019, in Lesebefehle, Politik.

Vorige Woche fragte mich ein Freund, ob ich in Deutschland einen faschistischen Putsch für möglich halte. Mir entfuhr ein spontanes “Nein!”, verbunden mit der Befürchtung “aber es gibt Kräfte, die auf eine Fähigkeit dazu hinarbeiten”. Das bedeutet im Umkehrschluss: aufmerksame Demokrat*inn*en sind in der Lage, das zu verhindern. Wenn sie aufmerksam sind.
Tomasz Konicz/telepolis fasst anlässlich der Mordtat in Neuseeland die deutschen Bemühungen Weiterlesen

Klimaflüchtling Eisbär / Iran / SPD

Von , am Mittwoch, 13. Februar 2019, in Lesebefehle, Medien, Politik.

Gestern sprach ich mit einer Kollegin, die wie ich und Extradienst-Autor Andreas Zumach sehr besorgt über die Demontage des INF-Abrüstungsvertrages ist, und das nach ihrem Gefühl mangelhafte öffentliche Interesse daran. Ich empfinde es nicht als so mangelhaft, und: es lässt sich daran arbeiten. Aber das die Köpfe der Menschen bestimmende Paradigma hat sich verschoben, und nicht in die falsche Richtung. So furchtbar atomare Bedrohung war und geblieben ist, die Menschheit ist in der Lage sich auch “zivil” komplett selbst zu zerstören. Und die Zahl der Menschen, die das besorgt und erregt, nimmt zu. Weiterlesen

Einmal soziale Bewegung bitte, aber pronto!

Von , am Samstag, 9. Februar 2019, in Lesebefehle, Politik.

Vom Schreibtisch aus sehen die meisten weder Wald noch Bäume. Ferdos Forudastan/SZ wünscht sich im SZ-Leitartikel die Friedensbewegung zurück. Peter Nowak/telepolis sieht an der Tatsache, dass keiner gegen die Eröffnung der horriblen BND-Zentrale in Berlin demonstriert hat, einen weiteren Beweis, wie schlecht die politische Welt ist. Ist es das Alter? Ist es professionelle Deformation und Verblendung? Ist es der Frust, eine politische und soziale Bewegung noch nicht von Alexa per Kurierdienst an die Haustür geliefert zu bekommen? Weiterlesen

Tiefenströme der Klimadebatte

Von , am Donnerstag, 31. Januar 2019, in Politik.

In Hauptstadtberlin und seinen Ministerien haben es wohl noch nicht viele gemerkt. Ich gestehe: auch ich habe länger gerätselt über den Höhenflug der Grünen. Wer “zu viel” über ihre inhaltliche Substanz und Leistungsfähigkeit weiss, meint bisweilen, das könne eigentlich nicht sein. Ist aber so. Und es hat “fukushima-effekt-“artig mit der Klimapolitik zu tun. Es hat sich, wenig ausgeleuchtet durch die mächtigen Medien, in den Köpfen vorwiegend junger Menschen was verschoben, langsam aber gewaltig, wie es sonst nur Erdplatten tun.
Wer das, wie ich, mit Freude registriert, kommt nicht umhin, Weiterlesen

Die Welt wird kleiner

Von , am Sonntag, 20. Januar 2019, in Lesebefehle, Medien, Politik.

Zum einen physisch: wir sorgen mit dafür, dass die Ozeane sich ausbreiten und Landflächen verringern. Die Blätter stellten einen Text des global bekannten, aber bei uns bisher kaum wahrgenommenen Klimaaktivisten Bill McKibben online, der uns den Stand dieser Dinge beschreibt.
Die Welt wird auch kommunikativ und in unserer Denkwelt kleiner. Das beschreibt Stefan Weidner, Weiterlesen

Fussball-Rassismus ? / Klima-Imperialismus?

Von , am Montag, 14. Januar 2019, in Fußball, Lesebefehle, Politik.

Wie Roland Appel heute nacht geschrieben hat, geht in der öffentlichen Kommunikation einiges schief, weil die Menschen noch keine Zeit hatten, die Nutzung zahlreicher neu erbauter Medientechnologien zivil und kulturell ausreichend zu erlernen und zu beherrschen. Mesut Özil mit seinen angeblich 23 Mio. “Followern” ist so ein Herrscher – und was ist bei dem schon alles schief gegangen. An der Fussball-Rassismus-Debatte, die um diesen in Gelsenkirchen-Bismarck aufgewachsenen Hochbegabten während der WM geführt wurde, habe ich mit diesem Blog teilgenommen. Es war nicht immer leicht, dabei klare Sicht zu behalten. Eine Hilfestellung dafür hat gestern Ronny Blaschke im DLF Kultur geliefert. Weiterlesen

Bals/Germanwatch – so geht Interview

Von , am Montag, 17. Dezember 2018, in Politik.

Der Deutsche ist gerne Fatalist. Alle unfähig ausser ich. “Die Politik” besonders. Die bringens einfach nicht. Die Erde ist von der Klimakatastrophe bedroht, und “die machen nichts”. Dieser Geist spukt auch in sehr vielen was-mit-Medien-Köpfen rum. Und der Bundesumweltministerin Svenja Schulze ist in ihren Interviews anzusehen, wie sehr sie das – zu Recht – nervt. Denn wer auf seiner Fatalismus-Analyse beharrt, entlastet sich in erster Linie selbst. Wenn “die Andern nichts machen”, hat es ja keinen Zweck mehr, wenn ausgerechnet ich was tue.
Darum ist es natürlich links zu kritisieren, dass “die Politik”, z.B. bei der COP 24 in Kattowitz, zu wenig, nicht genug unternimmt. Genauso ist es aber rechts, Weiterlesen

Genug Zeit für neue Antworten?

Von , am Mittwoch, 14. November 2018, in Beuel & Umland, Politik.

Grüne grübeln über neues Grundsatzprogramm
Bonns Grüne liessen sich gestern von ihrer in Hauptstadtberlin nicht ganz einflusslosen Bundestagsabgeordneten Katja Dörner erklären, warum ihre Partei sich ein neues Grundsatzprogramm erarbeiten will. Ein Grundsatzprogramm – im Unterschied zu einem Wahlprogramm – das nicht vier, sondern “zwanzig Jahre” halten soll. Sehr anspruchsvoll, wer kann so weit vorausschauen?
Einen Versuch ist es wert. Ein Grundsatzprogramm dient nicht nur der Darstellung nach aussen, sondern auch der Selbstverständigung nach innen. Die Grünen bersten nicht nur in Umfragen, sondern parallel dazu werden ihnen viele neue Mitglieder zugeweht. Weiterlesen

Ein Hauch von Weimar

Von , am Freitag, 12. Oktober 2018, in Allgemein, Politik.

Wer heute die Wahlprognosen von Infratest Dimap liest, reibt sich die Augen: CDU 26%, SPD 15%, Grüne 17%, FDP 10%, Linke 10% AfD 16%. Verwunderlich ist das nicht, denn es gibt drei Schlüsselthemen, in denen die Politik der GroKo offensichtlich versagt.

Erstens: Die Wohnungspolitik, in der sich offensichtlich nichts bewegt. Weder wird massiv in den sozialen Wohnungsbau investiert, noch werden endlich wirksame Maßnahmen gegen Spekulation, Mitpreisexplosion und Luxussanierung unternommen. Die Bürger spüren, Weiterlesen

Glatt gelogen

Von , am Freitag, 21. September 2018, in Politik.

Nicht der Netzausbau ist die Achillesferse der Energiewende
von Wolf von Fabeck

Zwei Stromerzeugungssysteme stehen – so scheint es im ersten Anschein – im erbitterten Konkurrenzkampf: Auf der einen Seite die Großkonzerne mit ihren Braunkohlekraftwerken und auf der anderen Seite Solar- und Windkraftwerke, zum großen Teil in Bürgerhand.

Es ist jedoch nicht Sympathie oder Ablehnung für verschiedene Unternehmensformen, die uns hier Partei ergreifen lässt, sondern es sind die Folgen der unterschiedlichen Techniken für Umwelt und Klima. Auf der einen Seite zerstören die fossilen Braunkohlekraftwerke das Klima, und auf der anderen Seite gibt es eine klimafreundliche Variante der Stromerzeugung.

Der Hitzesommer 2018 hat noch einmal bestätigt, was die Klimawissenschaft schon seit fast 40 Jahren betont, dass das Klima durch das alte Fossil-System auf das höchste gefährdet ist. Weiterlesen

Hurricanes, Taifune und keine Wohnung

Von , am Donnerstag, 13. September 2018, in Lesebefehle, Medien, Politik.

Sind wir schon dran gewöhnt? Hurricanes in den USA, Taifune in Ostasien. Über Erstere wird ausführlich, mal informativ, mal unterhaltsam berichtet, weil dort so viele was-mit-Medien-Leute arbeiten. Auf den Philippinen dagegen gibts keine deutschen Korrespondentenstandorte. Dabei lässt sich heute mit ortsansässigen Wetter-Onlinediensten für jedes Kind der Grausamkeitsunterschied zwischen dem sich abschwächenden Hurricane und dem ostasiatischen Taifun erkennen.
Beide Stürme hätten nur dann ihr Gutes, wenn sie den ortsansässigen Präsidenten wegfegen würden, genau damit ist am wenigsten zu rechnen. Weiterlesen