Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Leverkusen

MĂŒssen BVB-Fans leiden?

von Gert Samuel
Der BVB hat zwei Spiele hintereinander verloren, jeweils auswĂ€rts mit 2:3 im Pokal in Bremen sowie 3:4 in der Bundesliga in Leverkusen – und das nach drei Siegen zum Auftakt der RĂŒckrunde mit 15:4 Toren. MĂŒssen BVB-Fans nun leiden?
Es ist irgendwie kurios. Alle Fußballfans, außer denen des FC Bayern, finden es langweilig, wenn die Jahr fĂŒr Jahr Meister werden. In der vorigen Saison wurde es zum ersten Mal wieder spannend, weil der BVB eine super Hinrunde hinlegte – Ausnahme: die Niederlage bei der Fortuna aus DĂŒsseldorf. In der RĂŒckrunde klappte es dann nicht mehr so gutWeiterlesen…

German Silly Money

“Deutsche Bank” und “Bayer”
Die Deutsche Bank, vor wenigen Jahren noch globale Mitspielerin auf allen relevanten ZockerplĂ€tzen des Kapitalismus, scheint beinahe ruiniert zu sein. In den USA hat sie sich in spielentscheidende Fallen locken lassen (u.a. toxische Hypothekenkredite und -papiere) und wurde dort nach Strich und Faden von Behörden und Gerichten milliardenschwer verurteilt (s. auch unten: Bayer). In diesem Prozess hat sie Armeen von RechtsanwĂ€lt*inn*en gut ernĂ€hrt, von denen nicht wenige gerne, wie Leistungssportler*innen, mitten im Wettbewerb auch mal den Verein wechseln, und ihr gewonnenes Wissen mitnehmen und verkaufen.Weiterlesen…

Das BrĂŒcken-Desaster

Nein es soll hier mal nicht um das lokaltypische Bonner Selbstmitleid gehen. Nicht alles in dieser Stadt lĂ€uft schlecht. Allgemein war vorhergesagt worden, dass mit der Sanierung und langjĂ€hrigen Teilsperrung der KennedybrĂŒcke das Wirtschafts- und Alltagsleben in dieser Stadt zusammenbrechen werde. Von 2007-2011 dauerten die Bauarbeiten. Und nichts brach zusammen, im Gegenteil. Der reduzierte Autoverkehr verbesserte Luft- und LebensqualitĂ€t. Die Baukosten waren 10 Mio. höher als geplant, statt rund 40 auf rund 50 Mio. Welches Bauprojekt kann heute mit dieser Kostensteigerung von 20% glĂ€nzen?Weiterlesen…

Wundersame Bahn (XVII)

Hinfahrt von Bonn nach Essen – 5 Minuten VerspĂ€tung geben Gelegenheit, das Baugeschehen rund um den Hbf. zu betrachten. Er ist jetzt auf beiden Seiten so eingemauert, dass garantiert keine bauliche KapazitĂ€tserweiterung mehr möglich ist. Die Bahnsteige sind heute schon fĂŒr die aktuelle Fahrgastbelastung zu schmal. Ja, FahrgĂ€ste sind eine Belastung. Problemlose Fahrt nach Essen. Erst dort scheitert es an der U-Bahn. Die Anzeige zĂ€hlt die Minuten nicht runter sondern rauf. Bei 10-Minuten-Takt war es zu verschmerzen. Danke Schwarze Null!
RĂŒckfahrt nach Bonn:Weiterlesen…

Pfeifer gegen GĂŒndogan: selber!

Das Publikum im schönen Leverkusen beliebte heute, Herrn GĂŒndogan bei jeder BallberĂŒhrung auszupfeifen. Da haben Menschen gepfiffen, die sich freiwillig eine Karte gekauft haben fĂŒr ein “Freundschaftsspiel” gegen: Saudi-Arabien!
So what?
Es wĂ€re mal eine schöne Aufgabe fĂŒr eine aus all unseren teuren sich selbst rĂŒhmenden RechercheverbĂŒnden und Investigativredaktionen, die sogar schon mit Bundesverdienstkreuzen behĂ€ngt werden: was genau macht die “Freundschaft” des DFB mit Saudi-Arabien aus? Oder wovor fĂŒrchten sie sich, dass sie es nicht tun?
FĂŒr den nĂ€chsten Gegner Saudi-Arabiens, das böse Russland, wird die Begegnung kein “Freundschafts-” sondern ein Pflichtspiel – das von Fans des schönen Fussballs allzeit gefĂŒrchtete WM-Eröffnungsspiel.

Brasilien / USA-Iran / TĂŒrkei

Brasiliens Politiksystem ist in einem Zustand, wie es sich Donald Trump in seinen feuchtesten TrĂ€umen wĂŒnscht: Rechtsstaat und BĂŒrgerrechte sind abgeschaltet, die politische Klasse und die herrschende ökonomische Klasse praktizieren schrankenlose unverborgen-unverstellte Korruption, als gĂ€be es kein morgen mehr, Rassismus und Ausbeutung wird freier Lauf gelassen, Renditeoptimierung hat Vorrang vor jedem Regelystem. Ein Paradies fĂŒr jeden Grosskapitalisten, wie Trump ihn spielt. So hat das auch die Firma Bayer mit Hauptsitz im schönen Leverkusen erkannt.Weiterlesen…

Welches Exempel wird am KFC Uerdingen statuiert?

Der KFC Uerdingen hat sich sportlich fĂŒr die 3. Liga qualifiziert. Naja fast. Es fehlten 8 Spielminuten im RĂŒckspiel in Mannheim, als er 2:1 fĂŒhrte, das Hinspiel war 1:0 ausgegangen. Dann kamen die Mannheimer Pyrotechniker und sorgten zielgerichtet fĂŒr einen Spielabbruch. Die TĂ€ter waren vermummt und niemand hinderte sie an ihrem Tun, keine Polizei, keine Ordner*innen, keine Fans. So sah es fĂŒr mich als TV-Zuschauer aus. Das Dritte ĂŒbertrug live und der Reporter erging sich unaufhörlich in Aufregung ĂŒber die “Wahnsinnigen”. Es wirkte ein bisschen wie die ukrainische Inszenierung um den nur angeblich ermordeten Journalisten: sehr billig und schlecht inszeniert.Weiterlesen…

Arsene Wenger

Es gab einen FC Arsenal vor Arsene Wenger. Das hat Nick Hornby in seinem epochemachenden Roman “Fever Pitch“, der spĂ€ter auch sehr ordentlich verfilmt wurde, beschrieben. Wenger kam zur GrĂŒndung der Kommerzmaschine Premier League und die Frage von Martin Krauss/taz, ob das als Ära zu bezeichnen ist, ist aus einem einfachen Grund mit Ja zu beantworten: Wenger hat England den “englischen Fussball” ausgetrieben.
Er war wahrscheinlich nicht der Erfinder, aber der Durschsetzer in der Alltagspraxis, eines Fussballs, der bis heute stilprĂ€gend fĂŒr alle Weltklasseformate ist:Weiterlesen…

DFB, DFL – wer soll sowas sehen wollen?

Bis heute habe ich geglaubt, meine Borussia sei letztens in MĂŒnchen richtig scheisse gewesen, ein Abbild dieser RĂŒckrunde. Heute nun Vizekusen, die “Mannschaft der Stunde”. Niemand kann sie leiden, aber die meisten können ihnen auch nicht den Respekt fĂŒr halbwegs ansehnlichen Fussball versagen. Ausser die Kölner: denen ist das fĂŒr leverkusisches nicht zumutbar. Aber in Köln haben sie eh andere Sorgen.

DafĂŒr, dass deutscher Wettbewerbsfussball nicht an Langeweile stirbt, sondern ein Minimum an Unterhaltsamkeit behĂ€lt, gibt es nur eine Lösung:Weiterlesen…

Unsere Verantwortung fĂŒr Bayer und Monsanto

Die EU-Kommission hat vor Wochen einen entscheidenden historischen Fehler begangen – sie hat der Fusion von Bayer und Monsanto zugestimmt. Gestern haben amerikanische Kartellaufsichtsbehörden den Weg fĂŒr die Fusion frei gemacht. Diese Fusion könnte sich als eines der grĂ¶ĂŸten ökonomischen Verbrechen gegen die Umwelt und zur Zerstörung vieler bĂ€uerlicher Existenzen und sozialer GefĂŒge in der Dritten Welt herausstellen – und wir haben nichts dagegen getan. Die GeschĂ€ftsmodelle von Monsanto sind darauf ausgerichtet, die Bauern der Welt mit gentechnisch verĂ€ndertem Saatgut ökonomisch abhĂ€ngig zu machen und letzlich zu versklaven. Zum Saatgut verkauft Monsanto noch Pestizide,Weiterlesen…

Wundersame Bahn (II) – was ist Netzwirkung?

Ich will versuchen es ohne HĂ€me hinzukriegen, “constructive journalism” ist der aktuelle Hype.
Dass die Bahn wĂ€hrend der Osterferien die Strecke Duisburg-Essen wg. BrĂŒckenbauarbeiten sperrt, die vielleicht meistbefahrene Personenverkehrsstrecke der Republik – wir hier im Rheintal ĂŒbertreffen sie nur durch unseren so liebgewonnenen, auch viel besser hörbaren GĂŒterverkehr – jut. Man ist ja froh, dass ĂŒberhaupt noch in Bahnstrecken investiert wird.

Die Sperrung war auch anstĂ€ndig angekĂŒndigt. Wer sich ĂŒberhaupt fĂŒr die Bahn interessiert, konnte entsprechende Nachrichten kaum ĂŒbersehen. Ich wusste also, als ich gestern nach Gelsenkirchen-Horst wollte, dass ich nicht Essen Hbf. sondern Essen-Altenessen anpeilen musste, mit einem Umstieg in Duisburg. so weit so klar, gar nicht schwer.Weiterlesen…

DFB ohne Scham: Freundschaftsspiel mit Kriegspartei

Der Deutsche Fussballbund (DFB), mit seinem erfahrenen CDU-Politiker Reinhard Grindel an der Spitze, und zahlreichen Merkel-Fans in seiner Nationalmannschaft, kennt so wenig Scham wie die hemmungslos an die gleichen Adressen waffenexportierende Bundesregierung. Am 8.6. ist “Freundschaftsspiel” gegen Saudi-Arabien. Was sagen denn wohl die “Spielerfrauen” dazu? Und was die Sponsoren, die doch angeblich so auf sauberen Sport und sauberes Image bedacht sind?
Und wo ist das Spiel? Im Ministadion von Bayermonsanto in Leverkusen.
Grosse Stadien bekam die Nationalmannschaft zuletzt selbst gegen starke Gegner (Frankreich in Köln, wobei, sooo groß ist das Stadion da auch nicht) nicht mehr voll. Jetzt gibts noch ein paar GrĂŒnde mehr, nicht hinzugehen.
Freundschaftsspielgeselle Saudi-Arabien fĂŒhrt einen der derzeit brutalsten und mörderischsten Kriege (Cholera-Seuche und HilfsgĂŒterblockade inkl.) im Nachbarland Jemen. SelbstverstĂ€ndlich mit deutschen Waffen. Teile seiner MilliardĂ€rsfamilien haben den IS mitfinanziert. Die Mehrheit der vermutlichen AttentĂ€ter von 9/11 (2001 in New York) waren StaatsbĂŒrger in dieser Feudaldiktatur. Saudi-Arabien vertritt mit dem Wahabismus die reaktionĂ€rste Interpretation des Islam und finanziert ihren Export in alle LĂ€nder der Welt. Jetzt stehlen sie uns den Fussball, wie wir ihn kannten.

Mexiko: Linke Hoffnung Morena driftet nach rechts

von Luis HernĂĄndez Navarro
Ist Morena die linke Hoffnung fĂŒr Mexiko? Zweifel sind angebracht.

Anm. d. Red.: Mexiko: Drogengangs, Massenmörderische Femizide, Korruption, Zapatist*inn*en. Jetzt gibt es einen linken Favoriten fĂŒr die nĂ€chste PrĂ€sidentschaftswahl, der in dieser Rolle ein alter Bekannter ist: AndrĂ©s Manuel LĂłpez Obrador, einst PRD, jetzt “Morena“-Partei. Hier ein grober aktueller Überblick in der Jungen Welt. Und Im hier folgenden Text eine linke Kritik an Lopez Obradors Strategie; und irgendwie hat man das GefĂŒhl, Strippenzieher aus Leverkusen seien mittendrin.

(Mexiko-Stadt, 19. Dezember 2017, la jornada).– Die AnkĂŒndigung erschĂŒtterte die breite Bewegung aus indigenen Gemeinden, Wissenschaftler*innen, KĂŒnstler*innen, Campesinos und Aktivist*innen, die die Aussaat von Genmais in Mexiko ablehnen. VĂ­ctor Villalobos, politischer FĂ€denzieher fĂŒr die großen agroindustriellen Konzerne und BefĂŒrworter der gentechnischen verĂ€nderten Organismen (GVO), wird der zukĂŒnftige Landwirtschaftsminister sein, sollte AndrĂ©s Manuel LĂłpez Obrador (AMLO) die PrĂ€sidentschaftswahlen 2018 gewinnen. VĂ­ctor Villalobos schwimmt in allen politischen Wassern. Gleich ob PRI oder PAN, oder jetzt AMLOs Nationale Erneuerungsbewegung (Morena). Er war externer Berater und Angestellter von Monsanto. Er war im Beirat der Unternehmensgruppe Pulsar, zu der Seminis gehörte, ein Gigant im GVO-GeschĂ€ft und dominant auf dem weltweiten Saatgutmarkt. Seminis war bis zu seinem Verkauf im Besitz von Alfredo Romo, dem Koordinator des „Projekts der Nation 2018-2024“ von LĂłpez Obrador.Weiterlesen…

Fahrradverleihsysteme – ohne Datenschutz?

von Andreas Falkowski

Die ersten VertrĂ€ge von Kommunen mit den Betreibern ihrer Fahrradverleihsysteme, die im ersten Schwung im Rahmen der damaligen Bundesförderung eingerichtet wurden, laufen aktuell aus und werden nach und nach neu ausgeschrieben (z.B. Berlin im letzten Jahr, aktuell in Hamburg). Weitere Kommunen planen aktuell die Neueinrichtung eines Fahrradverleihsystems (z.B. Stuttgart, Leverkusen und Bonn). Bei diesen neuen Ausschreibungen drĂ€ngen zusĂ€tzlich zu den bisherigen 2-3 europĂ€ischen Betreibern weitere Betreiber aus dem fernostasiatischen Raum auf den deutschen Markt. ZusĂ€tzlich zu diesen offiziellen Ausschreibungen stellen diese meist chinesischen Anbieter ihre VerleihfahrrĂ€der teilweise in einigen GroßstĂ€dten auch einfach zu Tausenden zusĂ€tzlich zum offiziellen System mit auf die Straßen (z.B. in MĂŒnchen).

GrundsĂ€tzlich könnte es ja jeder Kommune egal sein, wer das Fahrradverleihsystem betreibt. Und grundsĂ€tzlich könnte sich jede Kommune ĂŒber ein zusĂ€tzliches Angebot aus dem Bereich des Umweltverbunds freuen. Einige Kommunen könnten dies unter dem Gesichtspunkt „Hauptsache es kommt ĂŒberhaupt“ sehen.Weiterlesen…

Godzilla / Bahndesaster / MĂŒnster / Aserbaidschan / Leverkusen

Noch ein Godzilla-artiger MilliardĂ€r will das Fussballentertainment ĂŒber sein Medium aufmischen. Sp-on erklĂ€rt anschaulich seine Unternehmenstrategie, verliert aber kein Wort ĂŒber die Politik des Herrn Blavatnik. Ein MilliardĂ€r seiner Gewichtsklasse – 20 Mrd. $ – kann sich aus der Politik nicht herausgehalten haben. Da ausser Spenden fĂŒr Obama bisher nichts durchsickerte, hat er eine wirkungsvolle Diskretionsstrategie. Dieser Transparenzmangel vergrössert mehr Verdacht auf KriminalitĂ€t als er bekĂ€mpft. Und das Schweigen der Medien darĂŒber schafft ebenfalls kein Vertrauen sondern bestĂ€tigt allen Verdacht, den Menschen ĂŒber “die Medien” sowieso schon haben.

Das FAZ-Feuilleton nimmt sich heute des Bahndesasters bei Rastatt an. Der Autor Hansjörg KĂŒster erklĂ€rt anschaulich die geologischen Ursachen. Bleibt die Frage offen, warum die DB sie ignoriert hat. Ahnungslosigkeit und Kompetenzmangel? Oder skrupellose Risikobereitschaft? Oder eine Mischung von alldem?

Andreas Rossmann identifizierte den Sozialdemokraten Jochen Köhnke als Ursache dafĂŒr, dass MĂŒnster der einzige Bundestagswahlkreis war, in dem die rechtsradikale AfD unter 5% blieb.Weiterlesen…

Westherne und NordlĂŒdenscheid im Panicroom

In DĂŒsseldorf war eine Sportbusinessmesse. Und die wichtigste dort diskutierte Frage war, wie die Fans endlich vollstĂ€ndig enteignet werden können. Imgrunde also die Trumpsche Agenda herunterdekliniert auf unsere beliebteste Sportart, die jetzt neu definiert wird als letzte kapitalistische Goldgrube, nachdem alles andere leider abgegrast und ausgebeutet ist. Relevanter Widerstand dagegen ist nicht erkennbar. Dennoch ist die NervositĂ€t groß. Denn es könnte sein, dass die kapitalistische Systematik nicht von Kommunisten, sondern von sich selbst gekillt wird.

In DĂŒsseldorf wurde den Sport-“Journalisten” in die AufnahmegerĂ€te diktiert, dass die “50+1-Regelung”, eine letzte Bremse gegen schrankenlose Investoreninvasion, die in Wolfsburg, Leverkusen, Hoffenheim, Leipzig und Hamburg lĂ€ngst nicht mehr gilt, bald ganz weg soll. FĂŒr Hannover 96 und seinen verhassten PrĂ€sidenten Kind, quasi eine Trump-Zwergenausgabe in der DFL, zu spĂ€t. Der hat das VerhĂ€ltnis zu den Fans so vollstĂ€ndig ruiniert,Weiterlesen…

Kompliment BVB – AnsĂ€tze zur Weltklasse

Wie schwer die Krise meiner Lieblingsmannschaften, Barca und der Borussia vom Niederrhein ist, hat man heute in Madrid gesehen. Gegen dieses Real Madrid konnte Barca zuhause nicht gewinnen, und bei diesem Barca ging meine Borussia unter.
Der BVB hat heute gezeigt, wie schlagbar Real ist, was fĂŒr eine mittelmĂ€ssige Mannschaft diese Ansammlung von unbestrittenen Weltklassestars zusammen bildet. Wie bei Barca ist das Strukturproblem, im Defensivspiel die Ruhepausen und defensiven Unvollkommenheiten der StĂŒrmerstars zu kompensieren. Die Stars sind gut zum Strahlen, fĂŒrs Spektakel, fĂŒrs Marketing; fĂŒr Mannschaften sind sie ein großes Problem. Ich erinnere nur daran, dass Portugal das EM-Finale gegen Frankreich gewann, als Ronaldo verletzt ausgeschieden war.
Der BVB, als Mannschaft immer noch unvollkommen in der Umbruch- und Findungsphase, hat die SchwĂ€chen von Real heute intelligent offengelegt. Pepe fehlte, Ramos wird nicht mehr schneller, ein harmonisches Ensemble sind die nicht. Die BVB-Youngster Dembele und Pulisic hatten Probleme ins Spiel zu finden, doch fĂŒr ihre spielerische Reifung war es mit Sicherheit ein epochales Ereignis. Sofort voll da war der kurz vor Schluss eingewechselte DĂ€ne mit tĂŒrkischen Verwandten Emre Mor. Wie er vor dem Ausgleichstor den Ball eroberte und mit einem Zauberpass Aubameyang auf die Reise zur Torvorbereitung des 2:2 von Marco Reus schickte, das findet Platz in zukĂŒnftigen Lehrfilmen. Der ist 19!
Marco Reus, verdammt. In all seinen Verletzungspausen schĂ€tze ich uns Gladbach-Fans glĂŒcklich, dass “wir” fĂŒr ihn noch so viel Geld bekommen hatten. Die FĂŒhrerscheingeschichte hatte sogar Borderline-Charakter, persönlich in jeder Hinsicht dramatisch. Doch wenn man ihn spielen sieht, ist das alles vergessen. Stoff fĂŒr eine weitere Legende.
Monsanto Leverkusen spielte heute auch, in einem kleinen Stadion, das dennoch nur halbvoll war. MerkwĂŒrdig, an der sportlichen Leistung lag es nicht. Also woran dann?

Der Mega-Deal – Bayer schluckt Monsanto

von Jan Pehrke

Auf dem globalen Agrarmarkt vollzieht sich ein neuerlicher Konzentrationsprozess. Die grĂ¶ĂŸte Transaktion bereitet dabei der Leverkusener Bayer-Konzern vor: Er möchte seinen US-amerikanischen Konkurrenten Monsanto ĂŒbernehmen. Damit entstĂ€nde ein marktbeherrschender Mogul, der wichtige Teile der WelternĂ€hrung kontrolliert.

Die erste grĂ¶ĂŸere Konzentrationswelle im Agrar-Bereich begann vor ungefĂ€hr 20 Jahren. Den wesentlichen Impuls dafĂŒr gab die Gentechnik.Weiterlesen…

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