Thema: Leverkusen

Arsene Wenger

Von , am Samstag, 21. April 2018, in Fußball.

Es gab einen FC Arsenal vor Arsene Wenger. Das hat Nick Hornby in seinem epochemachenden Roman “Fever Pitch“, der später auch sehr ordentlich verfilmt wurde, beschrieben. Wenger kam zur Gründung der Kommerzmaschine Premier League und die Frage von Martin Krauss/taz, ob das als Ära zu bezeichnen ist, ist aus einem einfachen Grund mit Ja zu beantworten: Wenger hat England den “englischen Fussball” ausgetrieben.
Er war wahrscheinlich nicht der Erfinder, aber der Durschsetzer in der Alltagspraxis, eines Fussballs, der bis heute stilprägend für alle Weltklasseformate ist: Weiterlesen

DFB, DFL – wer soll sowas sehen wollen?

Von , am Dienstag, 17. April 2018, in Fußball.

Bis heute habe ich geglaubt, meine Borussia sei letztens in München richtig scheisse gewesen, ein Abbild dieser Rückrunde. Heute nun Vizekusen, die “Mannschaft der Stunde”. Niemand kann sie leiden, aber die meisten können ihnen auch nicht den Respekt für halbwegs ansehnlichen Fussball versagen. Ausser die Kölner: denen ist das für leverkusisches nicht zumutbar. Aber in Köln haben sie eh andere Sorgen.

Dafür, dass deutscher Wettbewerbsfussball nicht an Langeweile stirbt, sondern ein Minimum an Unterhaltsamkeit behält, gibt es nur eine Lösung: Weiterlesen

Unsere Verantwortung für Bayer und Monsanto

Von , am Dienstag, 10. April 2018, in Beuel & Umland, Politik.

Die EU-Kommission hat vor Wochen einen entscheidenden historischen Fehler begangen – sie hat der Fusion von Bayer und Monsanto zugestimmt. Gestern haben amerikanische Kartellaufsichtsbehörden den Weg für die Fusion frei gemacht. Diese Fusion könnte sich als eines der größten ökonomischen Verbrechen gegen die Umwelt und zur Zerstörung vieler bäuerlicher Existenzen und sozialer Gefüge in der Dritten Welt herausstellen – und wir haben nichts dagegen getan. Die Geschäftsmodelle von Monsanto sind darauf ausgerichtet, die Bauern der Welt mit gentechnisch verändertem Saatgut ökonomisch abhängig zu machen und letzlich zu versklaven. Zum Saatgut verkauft Monsanto noch Pestizide, Weiterlesen

Wundersame Bahn (II) – was ist Netzwirkung?

Von , am Dienstag, 3. April 2018, in Beuel & Umland, Politik.

Ich will versuchen es ohne Häme hinzukriegen, “constructive journalism” ist der aktuelle Hype.
Dass die Bahn während der Osterferien die Strecke Duisburg-Essen wg. Brückenbauarbeiten sperrt, die vielleicht meistbefahrene Personenverkehrsstrecke der Republik – wir hier im Rheintal übertreffen sie nur durch unseren so liebgewonnenen, auch viel besser hörbaren Güterverkehr – jut. Man ist ja froh, dass überhaupt noch in Bahnstrecken investiert wird.

Die Sperrung war auch anständig angekündigt. Wer sich überhaupt für die Bahn interessiert, konnte entsprechende Nachrichten kaum übersehen. Ich wusste also, als ich gestern nach Gelsenkirchen-Horst wollte, dass ich nicht Essen Hbf. sondern Essen-Altenessen anpeilen musste, mit einem Umstieg in Duisburg. so weit so klar, gar nicht schwer. Weiterlesen

DFB ohne Scham: Freundschaftsspiel mit Kriegspartei

Von , am Samstag, 27. Januar 2018, in Fußball, Politik.

Der Deutsche Fussballbund (DFB), mit seinem erfahrenen CDU-Politiker Reinhard Grindel an der Spitze, und zahlreichen Merkel-Fans in seiner Nationalmannschaft, kennt so wenig Scham wie die hemmungslos an die gleichen Adressen waffenexportierende Bundesregierung. Am 8.6. ist “Freundschaftsspiel” gegen Saudi-Arabien. Was sagen denn wohl die “Spielerfrauen” dazu? Und was die Sponsoren, die doch angeblich so auf sauberen Sport und sauberes Image bedacht sind?
Und wo ist das Spiel? Im Ministadion von Bayermonsanto in Leverkusen.
Grosse Stadien bekam die Nationalmannschaft zuletzt selbst gegen starke Gegner (Frankreich in Köln, wobei, sooo groß ist das Stadion da auch nicht) nicht mehr voll. Jetzt gibts noch ein paar Gründe mehr, nicht hinzugehen.
Freundschaftsspielgeselle Saudi-Arabien führt einen der derzeit brutalsten und mörderischsten Kriege (Cholera-Seuche und Hilfsgüterblockade inkl.) im Nachbarland Jemen. Selbstverständlich mit deutschen Waffen. Teile seiner Milliardärsfamilien haben den IS mitfinanziert. Die Mehrheit der vermutlichen Attentäter von 9/11 (2001 in New York) waren Staatsbürger in dieser Feudaldiktatur. Saudi-Arabien vertritt mit dem Wahabismus die reaktionärste Interpretation des Islam und finanziert ihren Export in alle Länder der Welt. Jetzt stehlen sie uns den Fussball, wie wir ihn kannten.

Mexiko: Linke Hoffnung Morena driftet nach rechts

Von , am Dienstag, 23. Januar 2018, in Politik.

von Luis Hernández Navarro
Ist Morena die linke Hoffnung für Mexiko? Zweifel sind angebracht.

Anm. d. Red.: Mexiko: Drogengangs, Massenmörderische Femizide, Korruption, Zapatist*inn*en. Jetzt gibt es einen linken Favoriten für die nächste Präsidentschaftswahl, der in dieser Rolle ein alter Bekannter ist: Andrés Manuel López Obrador, einst PRD, jetzt “Morena“-Partei. Hier ein grober aktueller Überblick in der Jungen Welt. Und Im hier folgenden Text eine linke Kritik an Lopez Obradors Strategie; und irgendwie hat man das Gefühl, Strippenzieher aus Leverkusen seien mittendrin.

(Mexiko-Stadt, 19. Dezember 2017, la jornada).– Die Ankündigung erschütterte die breite Bewegung aus indigenen Gemeinden, Wissenschaftler*innen, Künstler*innen, Campesinos und Aktivist*innen, die die Aussaat von Genmais in Mexiko ablehnen. Víctor Villalobos, politischer Fädenzieher für die großen agroindustriellen Konzerne und Befürworter der gentechnischen veränderten Organismen (GVO), wird der zukünftige Landwirtschaftsminister sein, sollte Andrés Manuel López Obrador (AMLO) die Präsidentschaftswahlen 2018 gewinnen. Víctor Villalobos schwimmt in allen politischen Wassern. Gleich ob PRI oder PAN, oder jetzt AMLOs Nationale Erneuerungsbewegung (Morena). Er war externer Berater und Angestellter von Monsanto. Er war im Beirat der Unternehmensgruppe Pulsar, zu der Seminis gehörte, ein Gigant im GVO-Geschäft und dominant auf dem weltweiten Saatgutmarkt. Seminis war bis zu seinem Verkauf im Besitz von Alfredo Romo, dem Koordinator des „Projekts der Nation 2018-2024“ von López Obrador. Weiterlesen

Fahrradverleihsysteme – ohne Datenschutz?

Von , am Freitag, 17. November 2017, in Beuel & Umland, Politik.

von Andreas Falkowski

Die ersten Verträge von Kommunen mit den Betreibern ihrer Fahrradverleihsysteme, die im ersten Schwung im Rahmen der damaligen Bundesförderung eingerichtet wurden, laufen aktuell aus und werden nach und nach neu ausgeschrieben (z.B. Berlin im letzten Jahr, aktuell in Hamburg). Weitere Kommunen planen aktuell die Neueinrichtung eines Fahrradverleihsystems (z.B. Stuttgart, Leverkusen und Bonn). Bei diesen neuen Ausschreibungen drängen zusätzlich zu den bisherigen 2-3 europäischen Betreibern weitere Betreiber aus dem fernostasiatischen Raum auf den deutschen Markt. Zusätzlich zu diesen offiziellen Ausschreibungen stellen diese meist chinesischen Anbieter ihre Verleihfahrräder teilweise in einigen Großstädten auch einfach zu Tausenden zusätzlich zum offiziellen System mit auf die Straßen (z.B. in München).

Grundsätzlich könnte es ja jeder Kommune egal sein, wer das Fahrradverleihsystem betreibt. Und grundsätzlich könnte sich jede Kommune über ein zusätzliches Angebot aus dem Bereich des Umweltverbunds freuen. Einige Kommunen könnten dies unter dem Gesichtspunkt „Hauptsache es kommt überhaupt“ sehen. Weiterlesen

Godzilla / Bahndesaster / Münster / Aserbaidschan / Leverkusen

Von , am Sonntag, 8. Oktober 2017, in Fußball, Lesebefehle, Medien, Politik.

Noch ein Godzilla-artiger Milliardär will das Fussballentertainment über sein Medium aufmischen. Sp-on erklärt anschaulich seine Unternehmenstrategie, verliert aber kein Wort über die Politik des Herrn Blavatnik. Ein Milliardär seiner Gewichtsklasse – 20 Mrd. $ – kann sich aus der Politik nicht herausgehalten haben. Da ausser Spenden für Obama bisher nichts durchsickerte, hat er eine wirkungsvolle Diskretionsstrategie. Dieser Transparenzmangel vergrössert mehr Verdacht auf Kriminalität als er bekämpft. Und das Schweigen der Medien darüber schafft ebenfalls kein Vertrauen sondern bestätigt allen Verdacht, den Menschen über “die Medien” sowieso schon haben.

Das FAZ-Feuilleton nimmt sich heute des Bahndesasters bei Rastatt an. Der Autor Hansjörg Küster erklärt anschaulich die geologischen Ursachen. Bleibt die Frage offen, warum die DB sie ignoriert hat. Ahnungslosigkeit und Kompetenzmangel? Oder skrupellose Risikobereitschaft? Oder eine Mischung von alldem?

Andreas Rossmann identifizierte den Sozialdemokraten Jochen Köhnke als Ursache dafür, dass Münster der einzige Bundestagswahlkreis war, in dem die rechtsradikale AfD unter 5% blieb. Weiterlesen

Westherne und Nordlüdenscheid im Panicroom

Von , am Dienstag, 31. Januar 2017, in Fußball, Medien.

In Düsseldorf war eine Sportbusinessmesse. Und die wichtigste dort diskutierte Frage war, wie die Fans endlich vollständig enteignet werden können. Imgrunde also die Trumpsche Agenda herunterdekliniert auf unsere beliebteste Sportart, die jetzt neu definiert wird als letzte kapitalistische Goldgrube, nachdem alles andere leider abgegrast und ausgebeutet ist. Relevanter Widerstand dagegen ist nicht erkennbar. Dennoch ist die Nervosität groß. Denn es könnte sein, dass die kapitalistische Systematik nicht von Kommunisten, sondern von sich selbst gekillt wird.

In Düsseldorf wurde den Sport-“Journalisten” in die Aufnahmegeräte diktiert, dass die “50+1-Regelung”, eine letzte Bremse gegen schrankenlose Investoreninvasion, die in Wolfsburg, Leverkusen, Hoffenheim, Leipzig und Hamburg längst nicht mehr gilt, bald ganz weg soll. Für Hannover 96 und seinen verhassten Präsidenten Kind, quasi eine Trump-Zwergenausgabe in der DFL, zu spät. Der hat das Verhältnis zu den Fans so vollständig ruiniert, Weiterlesen

Kompliment BVB – Ansätze zur Weltklasse

Von , am Mittwoch, 7. Dezember 2016, in Fußball.

Wie schwer die Krise meiner Lieblingsmannschaften, Barca und der Borussia vom Niederrhein ist, hat man heute in Madrid gesehen. Gegen dieses Real Madrid konnte Barca zuhause nicht gewinnen, und bei diesem Barca ging meine Borussia unter.
Der BVB hat heute gezeigt, wie schlagbar Real ist, was für eine mittelmässige Mannschaft diese Ansammlung von unbestrittenen Weltklassestars zusammen bildet. Wie bei Barca ist das Strukturproblem, im Defensivspiel die Ruhepausen und defensiven Unvollkommenheiten der Stürmerstars zu kompensieren. Die Stars sind gut zum Strahlen, fürs Spektakel, fürs Marketing; für Mannschaften sind sie ein großes Problem. Ich erinnere nur daran, dass Portugal das EM-Finale gegen Frankreich gewann, als Ronaldo verletzt ausgeschieden war.
Der BVB, als Mannschaft immer noch unvollkommen in der Umbruch- und Findungsphase, hat die Schwächen von Real heute intelligent offengelegt. Pepe fehlte, Ramos wird nicht mehr schneller, ein harmonisches Ensemble sind die nicht. Die BVB-Youngster Dembele und Pulisic hatten Probleme ins Spiel zu finden, doch für ihre spielerische Reifung war es mit Sicherheit ein epochales Ereignis. Sofort voll da war der kurz vor Schluss eingewechselte Däne mit türkischen Verwandten Emre Mor. Wie er vor dem Ausgleichstor den Ball eroberte und mit einem Zauberpass Aubameyang auf die Reise zur Torvorbereitung des 2:2 von Marco Reus schickte, das findet Platz in zukünftigen Lehrfilmen. Der ist 19!
Marco Reus, verdammt. In all seinen Verletzungspausen schätze ich uns Gladbach-Fans glücklich, dass “wir” für ihn noch so viel Geld bekommen hatten. Die Führerscheingeschichte hatte sogar Borderline-Charakter, persönlich in jeder Hinsicht dramatisch. Doch wenn man ihn spielen sieht, ist das alles vergessen. Stoff für eine weitere Legende.
Monsanto Leverkusen spielte heute auch, in einem kleinen Stadion, das dennoch nur halbvoll war. Merkwürdig, an der sportlichen Leistung lag es nicht. Also woran dann?

Der Mega-Deal – Bayer schluckt Monsanto

Von , am Montag, 19. September 2016, in Politik.

von Jan Pehrke

Auf dem globalen Agrarmarkt vollzieht sich ein neuerlicher Konzentrationsprozess. Die größte Transaktion bereitet dabei der Leverkusener Bayer-Konzern vor: Er möchte seinen US-amerikanischen Konkurrenten Monsanto übernehmen. Damit entstände ein marktbeherrschender Mogul, der wichtige Teile der Welternährung kontrolliert.

Die erste größere Konzentrationswelle im Agrar-Bereich begann vor ungefähr 20 Jahren. Den wesentlichen Impuls dafür gab die Gentechnik. Weiterlesen