Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Uruguay

Es geht auch anders

Interview mit MartĂ­n RodrĂ­guez von Wolfgang Ecker
Uruguays SchlachthofbeschĂ€ftige setzten im April mit einem Streik Schutzmaßnahmen gegen Corona durch

Wenn es ein Land weltweit gibt, wo die Fleischindustrie „systemrelevant“ ist, dann dĂŒrfte es das sĂŒdamerikanische Uruguay sein. Die Viehzucht (v.a. Rinder und Schafe) ist der wichtigste Wirtschaftszweig des Landes, Fleisch das Hauptexportprodukt und gleichzeitig das wichtigste Nahrungsmittel fĂŒr die gut drei Millionen Einwohner*innen. 14.500 Menschen arbeiten in Uruguay in der Fleischindustrie. Rund 4000 davon sind in der Gewerkschaft FOICA-Cerro organisiert. Anfang April setzten sie mit einem einwöchigen Ausstand durch,Weiterlesen…

Auf der langen Bank

von Gaby KĂŒppers
Keine Panik: Das EU-Mercosur-Assoziationsabkommen ist noch lÀngst nicht in Kraft

Plötzlich wollen sie alle das eben noch bejubelte Abkommen einfrieren, nachbessern, konditionieren. Selbst die Gouverneure der brasilianischen Amazonasstaaten und sogar Brasiliens Agrarlobby kriegen Ende August kalte FĂŒĂŸe. Angesichts weltweit ausgestrahlter Bilder von abgefackelten WĂ€ldern könnten Investoren ausbleiben. So fordern selbst die, die bis dato die Regenwaldvernichtung zu eigenen Gunsten mitgetragen hatten, ihren PrĂ€sidenten auf, seine Amazonaspolitik und vielleicht auch das EU-Mercosur-Abkommen zu Ă€ndern („Mercosul“ auf Portugiesisch). Nur die deutsche Regierung und der EU-RatsprĂ€sident Tusk bleiben den Forderungen der europĂ€ischen Auto- und Chemieindustrie treu.Weiterlesen…

Aktivismus auf Google?

Interview von Luciana Musello und Mirjana Jandik (Übersetzung + ErlĂ€uterungen unten) mit der uruguayischen Feministin und Wissenschaftlerin Helena SuĂĄrez Val
Feminicidio Uruguay und andere Initiativen der Region zeigen, wie Aktivist*innen sich Tools zur digitalen Kartographie aneignen, um damit politisch aktiv zu werden. Dabei unterscheidet sich diese Art der Kartographie ganz wesentlich von traditioneller Expert*innen-Kartographie. Einfach zu benutzende und weit verbreitete Tools wie Google Maps ermöglichen es einer großen Anzahl von Menschen, Geschichten zu schaffen und zu erzĂ€hlen. Davon profitieren Aktivist*innen wie Helena SuĂĄrez Val.Weiterlesen…

Venezuelas Bevölkerung muss ĂŒber die Erneuerung entscheiden

Interview von Britt Weyde mit dem venezolanischen Soziologen Edgardo Lander

Edgardo Landers Urteil auf der Pressekonferenz in Berlin ist niederschmetternd: „Die tiefe soziale Krise zeigt sich in allen wirtschaftlichen Indikatoren, die heute schlechter als vor Beginn des bolivarischen Prozesses sind. Aktuell betrĂ€gt das Bruttosozialprodukt etwa die HĂ€lfte dessen, was es noch vor vier, fĂŒnf Jahren betrug. Eine derartige Rezession findet normalerweise in Folge eines schweren Krieges statt. Diese Regierung kann nicht als ‚linke Regierung‘ bezeichnet werden.“ Der renommierte Intellektuelle, der in den Anfangsjahren der Regierung von Hugo ChĂĄvez zu dessen Beraterstab gehörte,Weiterlesen…

Da reden wir nicht drĂŒber

von Glenn JĂ€ger
Zu den Beziehungen Katars nach SĂŒdamerika und zur Vergabe der Fuball-WM 2022

Wenn im Juni 2019 in Brasilien die Copa America im MĂ€nnerfußball steigt, ist als Gastland auch Katar mit dabei. Die SĂŒdamerikameisterschaft ist ein erster grĂ¶ĂŸerer sportlicher Testlauf fĂŒr den Gastgeber der in vier Jahren beginnenden WM 2022. FĂŒr ein Land, das mit ungeheurem Reichtum vor allem aus Erdgas von sich reden macht; das nicht nur im eigenen Land Milliarden investiert und damit an wirtschaftlichem und politischem Einfluss gewinnt; das mit den Arbeitsbedingungen auf WM-Baustellen in die Schlagzeilen geriet; das als absolute Monarchie auf bemerkenswert wenig Kritik des Westens stĂ¶ĂŸt;Weiterlesen…

Wasser-Stress im wasserreichen Kontinent

Konflikte ums Wasser in Lateinamerika – ein Überblick
Von Diego Andrés Martínez Zambrano

Die Konflikte ums Wasser in Lateinamerika haben in den letzten Jahren eindeutig zugenommen. Außerdem sind sie immer komplexer geworden, mit enormen Auswirkungen auf Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Die Zunahme der Konflikte hĂ€ngt mit der neoliberalen Politik und der internationalen Arbeitsteilung zusammen, vor allem aufgrund der steigenden Zahl an extraktivistischen Großprojekten, die eine intensive Nutzung von Naturressourcen mit sich bringen.Weiterlesen…

Nach der Niederschlagung der Rebellion

Lateinamerikanische Stimmen zur Entwicklung in Nicaragua

Die Nachrichten, die uns in den letzten Wochen aus Nicaragua erreichten, deuten darauf hin, dass das Regime von Daniel Ortega und Rosario Murillo die Lage im Land vorerst wieder unter Kontrolle hat. Vom Nationalen Dialog mit den protestierenden Student*innen, Campesinos/as und Rentner*innen ist keine Rede mehr, stattdessen jagen Polizei und ParamilitĂ€rs die AnfĂŒhrer*innen der Protestbewegung. Die Zahl der Todesopfer ist inzwischen auf ĂŒber 350 gestiegen.
Wir haben fĂŒr diese Ausgabe wieder einen Themenblock mit drei BeitrĂ€gen zu Nicaragua zusammengestellt. Hatten wir in der letzten ila den Fokus auf die Ereignisse und Akteur*innen in Nicaragua selbst gelegt (z.B. hier), steht diesmal die Wahrnehmung Nicaraguas in der lateinamerikanischen Linken im Mittelpunkt. Weiterlesen…

Inseln der Kooperation

Deutschland in einer fragilen Welt

In der komplizierten politischen Lage zwischen Deutschland und Russland spricht die Bundesregierung von “Inseln der Kooperation”. Das gleiche gilt fĂŒr die Beziehungen mit den USA. Angesichts von Donald Trump im Westen und Wladimir Putin im Osten kommt sich Deutschland tatsĂ€chlich wie eine Insel vor. Umgeben von Despoten und zum Teil von illiberalen Demokratien wie Polen im Osten und im Westen von einem erstarkten Frankreich, wird die Außenpolitik zum fragilen Gebilde der Diplomatie, das jederzeit zusammenbrechen kann.Weiterlesen…

Uruguay / Österreich / China / Nahost

In Mönchengladbach könnte der Weihnachtsbaum rechtzeitig zum Fest in Brand geraten, in Dortmund entdecken sie ihre Liebe zu Österreich – ob sie sie rechtzeitig wieder loswerden? – doch das zentrale Fussballereignis passierte in Uruguay: dort wurde nĂ€mlich die Meisterschaft entschieden. Andre Dahlmeyer berichtet in der Jungen Welt. Lieber Andre, ich weiss jetzt, warum Du so schreibst wie Du schreibst: Du willst auf keinen Fall eines Tages durch Algorithmen ersetzt werden. Meine Leserschaft dafĂŒr hast Du. Wenn es omline steht ;-)
Liebe zu Österreich: die NachtzĂŒge, Stefan Schirmer/Zeit-online berichtet und beweist erneut, dass die Unternehmenskultur in deutschen BĂŒrokratien dysfunktional und geeignet ist, unsere Volkswirtschaft zu ruinieren.
Bei Ulrich Horn diskutierten wir jĂŒngst, ob und warum China heute vieles besser kann. Wenn es vom Alibaba-Chef richtig dargestellt und von Florian Rötzer/Telepolis-Chef korrekt berichtet wird, gehe ich in den Widerstand gegen „Smart Cities“.
An Widerstand ist im Nahen Osten kein Mangel. KlĂŒgere Analysten haben bereits bemerkt, das Trump nicht nur Feuer legt. DarĂŒberhinaus stĂ€rkt er wirksam die, die er als seine Gegner/Feinde deklariert, in Alabama und im Iran. Könnte ihm nur jemand den roten Knopf wegnehmen?

WM 2018 in Russland – jetzt noch mehr gefĂ€hrdet

Gestern endete der letzte Spieltag der Gruppenphase der Fussball-WM-Qualifikation auf allen Kontinenten, ausser Afrika. Das Stattfinden der WM ist ungewisser denn je geworden, denn die noch grĂ¶ĂŸte politische Macht der Welt, der Fussballzwerg USA, hat sportlich alles getan, um auf keinen Fall nach Russland reisen zu mĂŒssen: eine 1:2-Niederlage beim Gruppenletzten Trinidad&Tobago, in der Tabelle eingereiht hinter den GrossmĂ€chten Mexiko, Costa Rica, Panama (alle qualifiziert) und Honduras (muss in Play-Offs gegen Australien, das mit 2:1 im Heim-RĂŒckspiel Syrien rauswarf).

Die Korruptionsermittlungen der US-Justiz gegen die Fifa wird dieses Geschehen gewiss befördern, die Beziehungen zwischen den USA und Russland dagegen kaum verbessern.

Ein Überblick ĂŒber Aspekte der bisherigen WM-Qualifikation:Weiterlesen…

Ende des linken Zyklus?

von Gert EisenbĂŒrger

Lateinamerikas progressive Regierungen in der Defensive

Noch vor wenigen Jahren schienen linksreformistische Parteien in Lateinamerika in der Offensive. In den meisten sĂŒdamerikanischen und einigen zentralamerikanischen LĂ€ndern hatten Mitte-Links-Koalitionen Wahlen gewonnen. Dank hoher Rohstoffpreise auf dem Weltmarkt florierten die Volkswirtschaften. Dadurch konnten die progressiven Regierungen soziale Reformen umsetzen, die fast ĂŒberall zu einem RĂŒckgang der Armut fĂŒhrten. Doch dann fielen die Preise vieler Rohstoffe. Die wirtschaftliche Entwicklung stagnierte, in einigen LĂ€ndern kam es zu Rezessionen, in Venezuela gar zu einer tiefen Wirtschafts- und Versorgungskrise. Als Folge der ökonomischen Probleme verloren die linken Regierungen an UnterstĂŒtzung. Im Jahr 2016 gelangte die Rechte in den beiden grĂ¶ĂŸten LĂ€ndern SĂŒdamerikas wieder an die Regierung. In Argentinien gewann sie die Wahlen, in Brasilien wurde PrĂ€sidentin Dilma Rousseff in einem fragwĂŒrdigen Verfahren ihres Amtes enthoben und durch ihren konservativen VizeprĂ€sidenten ersetzt. Sind die linken Regierungsprojekte am Ende? Der folgende Beitrag gibt einen Überblick ĂŒber die aktuelle Lage.Weiterlesen…

Hass-Ästhetik / Uruguay / ila / Ägypten

Arne Vogelsang untersucht in seinem Projekt “internil” u.a. die Hass-Ästhetik deutscher Faschisten und Islamisten und berichtete darĂŒber der taz.

Lateinamerikanische Linke in der Defensive? Eine Mitarbeiterin der Friedrich-Ebert-Stiftung empfiehlt einen Blick auf das Positiv-Beispiel Uruguay. Dort scheint ein BĂŒndnis von Linken und fortschrittlichem BĂŒrgertum zu gelingen.

Die jahrzehntelange kontinuierliche Forschungs- und Publikationsarbeit der Informationsstelle Lateinamerika in der Heerstr. 205 mĂŒsste endlich auch mal von den Standort- und Marketingstrategen der Stadt Bonn entdeckt werden. Jetzt ist eine neue Ausgabe der Zeitschrift ila erschienen.

Thomas Pany (Telepolis) erklĂ€rt, warum sich derzeit keins unserer Leitmedien fĂŒr Ägypten interessiert.

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