Spiegel-online hat das diesjährige Sommerloch mit dem Gerücht zu stopfen versucht, die Bundeskanzlerin denke über ihren Abtritt nach. Eine durchaus übliche Methode: die Machthaberin geht in Urlaub, die Hintersassen trauen sich in ihrer Abwesenheit gegenüber Journalisten irgendwelchen Unsinn zu verbreiten, oder die Journalisten schreibens gleich direkt als Erfindung. Denn nachprüfbare Quellen werden nicht genannt.

Dennoch ist es ja schön, wenn man in der nachrichtenarmen Zeit mal ein Thema “machen” kann. So hat denn Günter Bannas letzte Woche einen wie immer virtuosen Konter gesetzt. Erst erinnert er daran, wie “einige damals jüngere CDU-Bundestagsabgeordnete” im Frühjahr 1998 Helmut Kohl loswerden wollten, “von Moskau aus!”, aber erfolglos.

Danach leitet Bannas zügig zu einer ausführlichen Argumentation über, die in der “Annahme” gipfelt: “Merkel tritt 2017 wieder an.”

Und dann folgt das Sahnehäubchen: die SPD würde nicht umstandslos eine/andere/n CDU-Kandidat/in mitwählen. Listenreich zitiert Bannas ausgerechnet von der Leyen mit der Aussage “Jede Generation habe ihren Kanzler” um hervorzuheben, dass nicht nur von der Leyen sondern auch Gabriel derselben Generation wie Merkel angehören, nicht aber “die mittlerweile auch in der Union geschätzte Arbeitsministerin” Andrea Nahles (Jahrgang 1970, SPD). Sie werde jetzt schon mal eine Fotoausstellung mit Merkel-Bildern eröffnen. Richtig daran ist: die SPD wird – wenn überhaupt – nur mit einer Frau eine Wahl gegen die CDU gewinnen können.

Danke Bannas, es macht Spass Sie zu lesen.

Über den/die Autor*in: Martin Böttger

Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger@extradienst.net