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Werner Rambow gestorben

ïżŒïżŒWerner Rambow, Beueler BezirksbĂŒrgermeister 2012-14, ist tot. Der Krebs hat ihn geschafft. Ich lernte ihn schon Ende der 70er kennen, in der Fachschaft Politikwissenschaften an der Uni Bonn. Er folgte als Aktivist des Marxistischen Studentenbundes Spartakus Raimund Thomas-Wilmsen nach, ein kontrastreicher Wechsel. Raimund war ein nachdenklicher Intellektueller, Werner war ein Macher, der schnell was erreichen wollte. SpĂ€ter als GrĂŒner Kommunalpolitiker sollte ihm die damit verbundene HartnĂ€ckigkeit von Vorteil sein.

Nachdem er seine Druckerei 2003 dichtmachen musste, geriet Werner privat bald in die MĂŒhlen der deutschen Sozialpoliitik und wurde “Kunde” von Hartz IV. Von dort verurteilte man ihn zur Jobaufnahme in einem Callcenter. Das hielt er nicht nur bemerkenswert lange durch – ich wĂ€re dort zĂŒgig kollabiert – sondern brachte es sogar zum gewĂ€hlten Betriebsrat und bildete dort eine kampfbewusste Minderheitsfraktion. Seine kommunalpolitische Konkurrenz in den anderen Parteien, aber auch in seiner eigeen, interessierte sich dafĂŒr wenig. Das ist bis heute eine andere Welt.

Rambow hielt sich gerne in anderen als politischen Welten auf – da ging es ihm Ă€hnlich wie mir. Ausserhalb von FraktionsbĂŒros und VerhandlungsrĂ€umen wird einem mehr Achtung und Respekt entgegengebracht. Wir verkehrten beide im “El Horizonte”; ich in erster Linie wg. Fussball, der interessierte Werner nicht; ihn interessierten die sozial sehr gemischten Leute dort. Nach Mike Mennen hat Kamel Bsissa nun schon wieder eine Stammkunden weniger.

Hier der Nachruf der Beueler GrĂŒnen im Wortlaut:

Werner. Ein Nachruf
Werner Rambow ist tot. Er starb an einem bösartigen Lungentumor. Werner ist ohne Schmerzen am Vormittag des 07. MĂ€rz 2017 im Johanniter Krankenhaus in Bonn eingeschlafen. Trotz schwerer Krankheit hat er noch wenige Wochen zuvor politische PlĂ€ne fĂŒr sein Beuel geschmiedet.

Wir – besonders als Beueler GrĂŒne – sind Werner verbunden und dankbar. Er war ein politischer Linker und GrĂŒner Aktivist eigener PrĂ€gung. Er liebte den Kontakt, das vertiefte GesprĂ€ch und die Anerkennung seiner Zuhörer. Er war einfallsreich und ausdauernd fĂŒr seine Ziele, findig und zĂ€h in der Durchsetzung. Er litt, wenn die politischen Konstellationen aus schierer MachtfĂŒlle eine wichtige Entscheidung unmöglich machten.

Werner war fĂŒr die GRÜNEN seit 2005 im Stadtbezirk prĂ€sent, machte Ortstermine, verhandelte lokale Koalitionen, hielt BĂŒrgersprechstunden ab und plante mit Weitblick fĂŒr den Stadtbezirk.

Er war denkmalpolitischer Sprecher der Ratsfraktion. Nach einigen Jahren als Fraktionsvorsitzender in Beuel wurde er als erster GRÜNER 2012 – 2014 BezirksbĂŒrgermeister von Beuel und setzte prompt Akzente: er fuhr mit dem Fahrrad zu Terminen, anstelle Chauffeurdienste in Anspruch zu nehmen.

Werner war volksnah wie kaum ein Mitglied der GRÜNEN Partei. Das verschaffte ihm Anerkennung in weiten Kreisen der Beueler BĂŒrgergesellschaft. Weniger als 40 Stimmen fehlten ihm zum Direktwahlmandat in Beuel-Mitte, als 2014 der Stadtrat neu gewĂ€hlt wurde.

Wir verlieren nicht nur einen fĂ€higen Kommunalpolitiker, sondern auch einen guten Freund. Wir werden sein verschmitztes LĂ€cheln, sein Engagement, seine ZuverlĂ€ssigkeit und sein Durchhaltevermögen vermissen. Zuletzt blieb ihm das GlĂŒck versagt, seine Gesundheit wieder zu erlangen. Er konnte die letzte wichtigste Etappe nicht fĂŒr sich entscheiden. Wir sind sehr traurig.

1 Kommentar

  1. Carsten Jenrich

    Habe es leider erst heute erfahren. Ruhe in Frieden. Du warst ein toller Arbeitgeber. Ich bin sehr traurig. Carsten Jenrich, Drucker in der Printwerkstatt Rambow von 1995-1998

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