BSC 2:5 – es hätte auch anders laufen können

Von , am Donnerstag, 13. April 2017, in Beuel & Umland, Fußball.

Zum zweiten Mal in dieser Saison betrat ich zu einem Regionalligaspiel des Bonner SC den mit teurem Flutlicht ausgestatteten Sportpark Nord. In der Hinrunde beim 2:2 gegen den favorisierten BVB II hatte ich bereits eine überzeugende spielerische, strategische und kämpferische Leistung gesehen. Davon waren auch heute Elemente zu erkennen, die aber leichtfertig verschleudert wurden. Immerhin war das fussballerisch attraktiv anzuschauen, allerdings in erster Linie für die Gäste aus Oberhausen.
Man muss dazu wissen: RW Oberhausen gibt es nur deswegen noch, weil die pleiteste Stadt der Republik ihren Verein mit dem Kauf einer – gelinde formuliert überbewerteten – Immobilie rettete. Eine Parallele zu Gelsenkirchen und den Blauen. Vereinschef Hajo Sommers, im Hauptberuf Kabarettintendant, weiss das Krisenklavier zu spielen.
Was dabei fussballerisch herauskommt ist, insbesondere unter der Regie des heutigen Trainers Mike Terranova, durchaus ansehnlich. Der BSC stand noch gar nicht richtig auf dem Platz, da hatte seine völlig indisponierte Abwehr schon 2 Gegentore gefangen. Es spricht für die Moral und das Leistungsvermögen der Bonner noch in der 1. Halbzeit zum 2:2 zurückzukommen, begünstigt dadurch, dass RWO in dieser Phase extrem schlampig mit weiteren guten Torgelegenheiten umging.
Erst in der 2. Halbzeit gelang den Gästen die erneute Führung. Nun begann zwischen der 60. und 75. Minute die entscheidende hart umkämpfte Phase des Spiels. Mit einem 4:2 hätte RWO den Sack zumachen können; mit einem 3:3 hätte der BSC für neue Dramatik gesorgt. In dieser Phase verlor Lunga die Nerven gegenüber den Referees, sein Platzverweis sorgte für die entscheidende Wende. Die 11:10-Überlegenheit wurde von RWO souverän ausgespielt.
Wenn Viktoria Köln, heute 5:0-Sieger gegen Abstiegskandidat Siegen, noch in eine Krise geräte, könnte die Regionalliga noch extrem spannend und attraktiv werden. Werden sie Gladbach, dem BVB und RWO diesen Gefallen tun. Wahrscheinlich nicht, schade. Denn damit wäre die Saison quasi schon zuende. Trotz des deprimierenden Endergebnisses hat der Bonner SC das Format, die Klasse klar zu halten. Dann wird es spannend, wie Trainer und Vereinsführung das Team weiterentwickeln. Gibt es einen Trend zur Leistungssteigerung, oder gehts in den Fahrstuhl nach unten? Beides ist möglich. Auch das Glück muss mitspielen. So ist Fussball.

Ein Kommentar zu “BSC 2:5 – es hätte auch anders laufen können

  1. Pingback: Die Sackgassen des deutschen Fussballs – WESTFALENBLOG.DE

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.