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Wie Maischberger Themen an die Wand fährt

Niemand will den öffentlich-rechtlichen Rundfunk abschaffen, außer der AfD und einer schweizerischen neoliberalen Juppie-Initiative, die sich in der Schweiz unter dem Titel “No-Billag” die Zerschlagung des vielfältigen Schweizer Fernsehens zum Ziel gemacht hat. Dies zielt vorgeblich gegen ungeliebte Gebühren, im Kern aber gegen die demokratisch verfasste Gesellschaft. Sangra Maischberger lädt dazu Tom Buhrow, Pinar Ataly und Beatrix von Storch ein, damit sie in diesem erlauchten Kreis ihre kruden Ansichten zum angeblich “Grünen” deutschen Fernsehen und der “einseitigen” Berichterstattung über Trump verbreiten kann. Zuschauer erfahren keine Fakten, außer dass Frau Storch deshalb selbstverständlich keine Tagesschau schaut.

Wie naiv muss man eigentlich sein, um der rechtspopulistischen AfD eine Plattform für absurdeste Propaganda zu verschaffen, indem man ihre kruden Themen adelt? Wieso wird eigentlich Frau Storch eine ganze Sendung geschenkt, damit sie die öffentlich-rechtlichen Sender in Deutschland mit den von der rechtspopulistischen Regierungspartei in Polen kontrollierten Sendern gleichzusetzen? Und sich – der Gipfel – obendrein noch darüber beschwert, dass die AfD “rechtspopulistisch” genannt wird, wo man doch “neutral” sein müsse. Dazu ein ideologisch gegen die “Zwangsgebühren” keifender Georg Kofler, gegenüber dem sich Tom Buhrow für sein Gehalt rechtfertigen muss, ohne dass die Millionengehälter des Privatfunks Thema werden. Kein Wort über die Milliarden, die der ÖR-Rundfunk für den Fußball ausgibt, kein Wort über den Schaden, den Populisten wie Berlusconi und andere rechte Manipulatoren anrichten. Nur weil Frau Maischberger meint, dass es sich doch bei der Kritik der AfD an den öffentlich-rechtlichen um eine “wichtige Frage” handelt. Geht’s noch? Klamauk und Gegenaufklärung oder eben: Maischberger hat mal wieder ein Thema an die Wand gefahren.

Über den/die Autor*in: Roland Appel

Roland Appel ist Publizist und Unternehmensberater, Datenschutzbeauftragter für mittelständische Unternehmen und tätig in Forschungsprojekten. Er war stv. Bundesvorsitzender der Jungdemokraten und Bundesvorsitzender des Liberalen Hochschulverbandes, Mitglied des Bundesvorstandes der FDP bis 1982. Ab 1983 innen- und rechtspolitscher Mitarbeiter der Grünen im Bundestag. Von 1990-2000 Landtagsabgeordneter der Grünen NRW, ab 1995 deren Fraktionsvorsitzender. Seit 2019 ist er Vorsitzender der Radikaldemokratischen Stiftung, dem Netzwerk ehemaliger Jungdemokrat*innen/Junge Linke. Er arbeitet und lebt im Rheinland. Mehr über den Autor.... Sie können dem Autor auch im #Fediverse folgen unter: @rolandappel@extradienst.net

Ein Kommentar

  1. Karin Knöbelspies

    Ich stimme dem Kommentar von Roland Appel zu – außer dem ersten Satz. Wären es wirklikch nur die AFD und ein paar Schweizer Yuppies, die den ÖR abschaffen wollten, bräuchten wir uns keine Sorgen zu machen, aber das ist leider nicht so. Nicht in Deutschland, nicht in der Schweiz, nicht in anderen europäischen Ländern. WIr können nur hoffen, dass No-Billag keine Mehrheit findet.

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