Syrien: Assad-Truppen behindern 70% der Hilfslieferungen

Von , am Donnerstag, 8. März 2018, in Politik.

Von einer „Apokalypse“ in Syrien spricht der UNO-Hochkommissar für Menschenrechte, Seid al-Hussein, in seinem am Mittwoch in Genf veröffentlichten Jahresbericht. „Nächsten Monat oder den Monat darauf werden die Menschen eine Apokalypse erleben, die gewollt, geplant und ausgeführt wird von Akteuren in der Regierung – offenbar mit vollem Rückhalt durch einige ihrer ausländischen Unterstützer“, sagte der Jordanier.

Die unverändert dramatische Lage in der belagerten Ost-Ghouta war am Mittwoch Gegenstand einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats. Frankreich und Großbritannien haben sie beantragt.

Am Dienstag hatte die Regierung von Präsident Baschar al-Assad zwar erstmals seit dem 7. Februar eine Hilfslieferung mit überlebenswichtigen Gütern in die von Regierungstruppen seit Monaten belagerte und von Kampfflugzeugen beschossene Enklave zugelassen, in der rund 400.000 Zivilisten seit 2013 eingeschlossen sind. Von den 46 Lastwagen des vom Internationalen Komitee des Roten Kreuzes (IKRK) geführten Hilfskonvois mit Lebensmitteln und Medikamenten für 27.500 Menschen entfernten nach Angaben der Weltgesundheitsorganistion (WHO) syrische Staatsbedienstete vor der Einfahrt in die Enklave allerdings 70 Prozent aller Hilfsgüter – darunter alle medizinischen Güter wie Ersthilfesets, Operationsbestecke und Insulin.

Zudem konnten wegen des Artilleriebeschusses durch syrische Truppen nur 32 Lastwagen entladen werden. Die übrigen mussten die Enklave mit ihrer Fracht wieder verlassen. „Wir sind schweren Herzens wieder gefahren“, erklärte Pawel Krzysiek, IKRK-Sprecher in Syrien.

In der Nacht zu Mittwoch appellierte UNO-Generalsekretär Antonio Guterres an die Konfliktparteien, umgehend ohne jede Behinderung humanitäre Hilfe für die Menschen in der Ost-Ghouta zuzulassen.

Dieser Beitrag ist eine Übernahme von taz.de, mit freundlicher Genehmigung von Autor und Verlag.

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