Was würde die Uefa-Champions-League nur ohne ihre Zirkuspferdchen Messi und Ronaldo machen? Ronaldo gelang ein weiteres Zaubertor. Seine technische Perfektion, vermutlich durch manisches Individualtraining erarbeitet, ist unbestritten. Messi versetzt nur durch seine Erscheinung und sein sporadisches Eingreifen ins Spielgeschehen Gegner in Angst und Schrecken. Das mal theoretisch abgezogen war der Rest berechenbare Langeweile.

„Rausch“ nennen die heutigen Schlagzeilen, was der von Jürgen Klopp gecoachte FC Liverpool gestern bei seinem 3:0 gegen Guardiolas ManCity gezeigt habe. Was für ein Quatsch. Dass Klopp-Mannschaften mit aggressivem Pressing einem kapitalstärkeren stargespickten Gegner den Spass an der Arbeit rauben können, ist eine über 10 Jahre alte Erkenntnis. Das Ergebnis war bereits zur Pause erarbeitet, und wurde gegen einen ideenlosen und uninspirierten Gegner in der 2. Halbzeit nachhause verteidigt. Wie bocklos das MCity-Starensemble auftritt, hatte ich in einer früheren CL-Gruppenphase in Mönchengladbach gesehen. Dort genügte ihnen ein 1:1 gegen einen durch einen unberechtigten Stindl-Platzverweis dezimierten Gegner, der allenfalls 10% ihrer Kapitalstärke auf die Waage bringt. Da war der gestrige Auftritt in Liverpool zwar unterirdisch blamabel, aber nicht sensationell.

Im Kontrast dazu Barca, übrigens ein Verein, ohne beherrschenden Investor. Ich sah sie schon in den zwei Spielen gegen Chelsea (1:1 und 3:0). Ja gut, auch immer das Gleiche: Messi darf alles, worauf er Lust und Unlust hat. Der lukrative Weggang von Neymar hat sie stärker gemacht, nicht schwächer. Die Defensive ist jetzt stabiler und sicherer, die Überlegenheit in Spaniens Liga noch grösser (=Langeweile). Spektakulär sehens- und das Einschalten (nächste Saison im Pay-TV verschwindend) wert ist immer der Moment, wenn Messi den Ball erhält, in hohem Tempo, den Ball am Fuss klebend, auf die gegnerische Abwehrreihe zustürmt, und diese allein dadurch so in Furcht erstarrt, dass sie die (Eigen-)Tore vor lauter Not selber macht. Immer wieder ein ästhetischer Genuss.
Der Mann wird bei der WM in Russland 31. Über die Hälfte seines Lebens ist er bei Barca, ohne Vereinswechsel.