Skripal / Amri

Von , am Sonntag, 20. Mai 2018, in Lesebefehle, Medien, Politik.

Das Interesse der Öffentlichkeit ist gross, die Berichterstattung aber merkwürdig ruhig geworden. Darum ist den Kollegen von telepolis besonders zu danken, die, wenn schon hierzulande still der Mediensee ruht, sie uns die Berichterstattung internationaler Medien übermitteln, damit wir nicht komplett doof bleiben.
Das Skripal aus dem Krankenhaus entlassen wurde, das immerhin können die meisten noch mitbekommen haben. Aber was wurde aus der Geschichte, ausser Anheizung politischer Konfrontation? Lesen Sie hier bei Florian Rötzer.
Amri, was für eine Aufregung über den Attentäter tunesischer Herkunft – bei seiner Tat. Und dann? Wen es interessierte, der*die durfte mitkriegen, dass eine merkwürdig wachsende Zahl von Mitarbeiter*inne*n der sog. “Sicherheitsbehörden” aufs engste mit ihm zusammenarbeitete, ihn chauffierte, filmte usw. Ein Muster das bei europäischen Sicherheitsbehörden immer wiederkehrt: “Der Täter war den Sicherheitsbehörden bekannt.” An Daten und Algorihmen mangelt es nicht, sondern an menschlicher, politisch-sozialer Kompetenz.
Der Inlandsgeheimdienst von NRW (“Verfassungsschutz”) versucht sich diese Erkenntnis zunutze zu machen und machte in der abgelaufenen Woche darauf aufmerksam, dass eine relevante Zahl von deutschen IS-Terrorist*inn*en, zum Teil mit ihren Kindern, in kurdischen Knästen sässen und nun unbedingt “nachhause” wollen. Dass ihm, dem Geheimdienst, aber das Personal fehle, die alle zu überwachen. Haha, durchsichtiger gehts kaum: der Geheimdienst will mehr Personal. Hiesige Zeitungen haben das brav an uns weitertrompetet. Soll das die “Belohnung” für die bisher gezeigten Leistungen sein? Mehr Personal braucht es tatsächlich, um auf Deutsche, die Verbrechen begangen haben, aufzupassen. Aber stümperhafte, verantwortungslose und intransparente Geheimdienste sind dafür so ziemlich die falscheste aller Adressen. Den Nachweis haben sie selbst erbracht.

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