Brasilien / USA-Iran / Türkei

Von , am Freitag, 1. Juni 2018, in Lesebefehle, Politik.

Brasiliens Politiksystem ist in einem Zustand, wie es sich Donald Trump in seinen feuchtesten Träumen wünscht: Rechtsstaat und Bürgerrechte sind abgeschaltet, die politische Klasse und die herrschende ökonomische Klasse praktizieren schrankenlose unverborgen-unverstellte Korruption, als gäbe es kein morgen mehr, Rassismus und Ausbeutung wird freier Lauf gelassen, Renditeoptimierung hat Vorrang vor jedem Regelystem. Ein Paradies für jeden Grosskapitalisten, wie Trump ihn spielt. So hat das auch die Firma Bayer mit Hauptsitz im schönen Leverkusen erkannt. Viele Gifte, die hier leider schon mal verboten werden – in Brasilien behalten sie ihre Profitperspektive in der Agroindustrie, und gelangen durch Exporte nach Europa doch wieder auf unserem Teller. Dank an die widerständigen Aktionär*inn*e*n, die es hier in Bonn bei der Konzern-Hauptversammlung zum Thema gemacht haben, wie die Jungle World berichtet.
In den USA gibt es noch Überreste von Regelsystemen, die den Präsidenten bisweilen zum Frustfrass und Frust-TV-Konsum treiben. So ist z.B. der hier von Florian Rötzer berichtete Antikriegs-Beschluss gegen den Iran durch das US-Repräsentantenhaus vielleicht nur eine erfreuliche Fussnote, aber immerhin von bedeutendem symbolischen Wert. Es gibt relevante Kräfte im US-Kongress, die wollen keinen Krieg. Und wenn es gut läuft, werden sie nach den Midterm-Elections im Herbst stärker.
Die Türkei wählt noch vor den USA. Erdogan und sein Herrschaftssystem wackeln. Das hat vor allem ökonomische Gründe, die Gerrit Wustmann bei telepolis berichtet.

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