Das Emanzipations-Potenzial des Fussballs

Von , am Donnerstag, 21. Juni 2018, in Fußball, Medien, Politik.

Enteignet Springer!

Allein für seine Fans hätte der Iran gestern ein 1:1 gegen Ex-Weltmeister Spanien verdient gehabt. Er war auch nah dran. Defensivkünste werden von Freund*inn*en des schönen Fussballs, zu denen ich auch gehöre, allgemein unterschätzt. Aber das muss mann erst mal bringen: so eine hochkonzentrierte Leistung gegen einen den Strafraum belagernden Weltklassegegner. Während Spanien ein Glückstor schaffte, hatte am Ende der Iran die spektakuläreren Chancen, ein Abseitstor und ein Kopfball, der nur sehr knapp das Tor verfehlte.
Das Schönste aber, auch das gestehe ich hier als lüsterner Heterosexueller offen, sind die schönen iranischen Frauen. Sie nutzen die Russlandreise zum Partymachen. Das ist für Iranerinnen so subversiv, dass Einem auch in politischer Hinsicht das Herz aufgeht. Seit vielen Jahren ist bekannt, dass das Mullahregime die Fanszene einfach nicht unter Kontrolle bekommt (ähnlich, wie Erdogan das in Istanbul auch nicht gelingen will). Und möglich ist, dass der Fussball gesellschaftlich eine Avantgarderolle einnimmt, die spätestens erkannt wird, wenn sich die Iraner*innen in ihrem Alltag endlich mehr Freiheit erkämpft haben werden.
Während dort Hoffnung auf Fortschritt vorherrscht, müssen wir uns hierzulande gegen repressiven und depressiven Rückschritt erwehren. Eine führende Rolle spielt erneut sie sogenannte Zeitung Bild, und die von Jan Christian Müller/FR zutreffend als Zombies bezeichneten Figuren, die in ihrer Jugend mal Fussballspielen konnten, aber bei der Zuteilung von Intelligenz offensichtlich böse benachteiligt wurden. Hier benutzt ein kapitalmächtiges Medium seine Privilegien, um selbst mit seiner anttiemanzipatorischen Fussballpropaganda unsere Gesellschaft grundlegend menschenfeindlich umzugestalten und mit Hass zu verseuchen.
Angeblich ist Frau Merkel mit der Besitzerin dieser Dreckschleuder befreundet. Ich weiss, das ist derzeit schwierig, aber sie müssten sich mal Zeit für ein ernstes Gespräch nehmen. Denn der Hass, den Bild verbreitet, wird sich eines Tages gegen diesen Verursacher wenden. So viel können wir versprechen.
Kompliment an die winzige FR-Sportredaktion: wer für dieses Blatt, das mittlerweile der FAZ gehört, arbeiten muss, hat in den letzten Jahren schon einiges erlitten. Die WM-Berichterstattung von Jan Christian Müller und Frank Hellmann ist spitze.

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