Die Verletzlichkeit der Infrastrukturen

Von , am Donnerstag, 13. September 2018, in Politik.

Redundanzen sind nicht immer möglich, aber oftmals durchaus vorhanden. Im Verkehrswesen sowie in der Energiewirtschaft sind sie existenziell. Denn ohne Rückfallebenen bricht das komplette System einfach zusammen.

Am Beispiel der Eisenbahn kann man das sehr anschaulich erklären. So gibt es z.B. zwischen Köln und Düsseldorf insgesamt vier verschiedene Strecken. Die wichtigste ist die rechtsrheinische Hochgeschwindigkeitsstrecke, auf der die Fernzüge mit 200 km/h fahren und parallel zu ihnen die S-Bahnen in dichtem Takt verkehren. Eisenbahntechnisch gelten sie sogar als getrennte Infrastrukturen, weil dort die Entmischung der Verkehre praktiziert wird.

Weiter östlich gelegen liegt eine reine Güterzugstrecke von Köln-Kalk Nord kommend. Sie verläuft über Hilden nach Düsseldorf, wo sie vor Düsseldorf-Rath durch den 2.053 m langen Staufenplatz-Tunnel trassiert ist. Sie kann im Fall von Baustellen oder Störungen auch von Personenzügen befahren werden, weil es in Düsseldorf-Eller einen Abzweig zum Düsseldorfer Hauptbahnhof gibt.

Noch weiter östlich findet man die Hauptstrecke nach Solingen und Wuppertal, die ebenfalls entlastend wirken kann. Und auf der linken Rheinseite gibt es noch die Strecke von Köln über Dormagen und Neuss nach Düsseldorf.

Diese Strecken sind vor langer Zeit sehr sinnvoll und vorausschauend realisiert worden. Sie bilden untereinander wichtige Redundanzen. Leider gibt es diese Rückfallebenen nicht überall, wie die monatelange, unfallbedingte Streckensperrung in Rastatt schmerzlich gezeigt hat.

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