von Gert Samuel
Der Platzverweis von Schiedsrichter Felix Brych gegen Cristiano Ronaldo im CL-Spiel FC Valencia gegen Juventus Turin bewegt die Fußballgemüter. Das ist verständlich, weil zwei sehr unterschiedlich polarisierende Akteure erneut aufeinander getroffen sind – mit schlechtem Ausgang für den portugiesischen Fußballer.
Ronaldo polarisiert die Fußballfans. Ich gehöre von Anfang an zu jenen, die ihn wegen seiner fußballerischen Qualitäten schätzen. Das tun auch viele derjenigen, die ihn nicht mögen, vor allem wegen des Drumherums.
Brych polarisiert ebenfalls, jedoch völlig anders. Seine Auftraggeber schicken ihn immer wieder mit der Pfeife im Mund auf bundesdeutsche und internationale Fußballfelder. Er kann so viele Spiele verpfeifen, wie er will – er darf damit weiter machen. Zu seinen Fans zählen auch einige Fußballreporter, die seine grotesken Leistungen bewundern und verklären (wie auch hier). Unter anderem gehört zu dieser Gruppe wohl Tom Bartels, der Brych beim Viertelfinale der EM 2016 zum Mann des Abends erklärte, als der so gut wie alle Fouls gegen Ronaldo „übersah“ und der „Kicker“ darauf urteilte: „Note 4, hatte die Partie eigentlich gut im Griff. Musste Portugal aber nach Foul von Pazdan an Cristiano Ronaldo (30.) einen Elfmeter zusprechen. Keine wirklich klare Linie bei den persönlichen Strafen.“ Und Sebastian Weßling meinte in der WAZ: „Bartels scheint zu Hause in Brych-Bettwäsche zu schlafen, anders waren die andauernden Lobpreisungen nicht zu erklären.“
Als Brych bei der WM in Russland in seinem einzigen Einsatz das Gruppenspiel Schweiz gegen Serbien verpfiff, er verweigerte den Serben einen klaren Elfmeter, durfte er anschließend nach Hause fliegen.
Auch wenn seine Auftraggeber Brych schon mehrfach auszeichneten, kenne ich jedenfalls keinen Fußballfan, der ihn als guten Schiedsrichter sieht.
Da nach der neuerlichen Fehlentscheidung auf europäischer Fußballbühne nun vermutet wird, dass seine internationale Karriere beendet sein könnte, hoffe ich weiterhin auf Brychs Einsicht: Er verzichtet darauf, jemals wieder ein Fußballspiel als Schiedsrichter zu leiten.