Als ich heute morgen meinen “Bonner Generalanzeiger” aus dem Briefkasten zog, traute ich meinen Augen nicht. Vor meinen Augen empfahl der GA die Wohnungsüberwachungsanlage “Alexa” der Datenkrake “Amazon”. Ich schaute nach links, nach rechts, der Artikel war immer noch da. Nicht im Anzeigenteil, sondern im redaktionellen Teil auf Seite eins!!! Dort wo sonst über humorvolles oder skurilles berichtet wird. Nur ist “Alexa” weder humorvoll, noch skurril, sondern die Ahörtechnik eines internationalen Ausbeutungs- und Steuerfluchtkonzerns. Tests von Verbraucherschützern haben gezeigt, wie Alexa unautorisiert Gespräche aufzeichnet und speichert, sogar Familenstreits und Beziehungsgespäche – ohne dass die Schlüsselwörter gefallen sind, auf die hin sich “Alexa” angeblich ausschließlich einschaltet.
Wegen des Großen Lauschangriffs gegen Schwerverbrecher in der Strafprozessordnung ist vor wenigen Jahren noch eine Bundesjustizministerin zurückgetreten, die diesen Verfassungsbruch nicht mitmachen wollte. Jetzt empfiehlt eine sich “unabgängig” nennende Tageszeitung den privat-kommerziellen Lauschangriff durch eine US-Datenkrake, die nicht nur die Europäischen Datenschutzgesetze sch…egal sind. Sondern deren Hauptgeschäftszweck darin besteht, allen Einzelhändlern der Region, die bisher mit ihren Anzeigen die Existenz des “Geralanzeiger” überhaupt finanzieren, durch sein wachsendes Versandhandels-Monopol das Wasser abzugraben und sie in den Ruin zu treiben. Bei “Bouvier” und anderen Bonner Traditionsgeschäften hat das bereits geklappt. Der GA mordet jetzt mit. Ich kaufe auch manchmal im Internet, aber niemals bei bei “Amazon” und ich habe heute den “Bonner Generalanzeiger” gekündigt.
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