Der Spiegel – Intrigenhölle und PR-Profi

Von , am Samstag, 29. Dezember 2018, in Medien.

Beim Spiegel ist offensichtlich immer noch Feuer unterm Dach. Der Fall des Fake-Reporters wird, wie immer und überall, für Machtkämpfe instrumentalisiert, die viel tiefer sitzen als der Fall selbst. Ähnlich wie beim WDR, in dem die #metoo-Debatte sichtbar machte, wie sehr die innere Unternehmenskultur derangiert ist, und Kreativität, politischen Mut, Experimentierfreude abgetötet hat.
Die Spiegel-Spitze nutzt nun die journalismusarme Zeit, alle, die recherchieren könnten machen Urlaub, um weitere schlechte Nachrichten aus dem eigenen Haus raussickern zu lassen. Puuh, da will mann oder frau nicht in der Nähe sein, trotz des vielen, schönen Geldes, das dort immer noch verdient wird.
Wenn Sie sich über derartiges gerne belustigen, gibt es da einen frischen Mediathek-Tip: “LaBaule & Erben”, eine SWR-Produktion. Der Sender und ein gewisser Harald Schmidt verbreiten die Legende, Alfred Neven DuMont habe sich einst im Strassencafe zu Schmidt gesetzt, und ihm sein Leid geklagt. Daraus sei die Idee zu dieser Miniserie entstanden. Und wenn das nicht stimmt, ist es doch gut erfunden. Die Hälfte habe ich mir bereits angesehen. Unterhaltsam, atmosphärisch und dramaturgisch leidlich verdichtet, klischeelastig, bisweilen echt lustig, mit schmalem Grat zu Klamauk – hier eine taz-Vorbesprechung. Herausragend grossartig: Irm Herrmann als Verlegerwitwe. Ich weiss nicht, wie viel Hedwig Neven DuMont sie zeigt. Frau DuMont muss sich nicht genieren – sie wird von einer bärenstarken Frau dargestellt.

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