#metoo im NDR / Wohnungspolitik / Beklopptes Berlin

Von , am Montag, 11. Juni 2018, in Lesebefehle, Medien, Politik.

Jetzt hat auch der NDR seinen ersten öffentlichen #metoo-Fall. Was seine Wegmoderierer für einen Scherz halten, kann – nicht nur Frauen – sprachlos machen. Viele Leute, die “was mit Medien” machen, lesen und lernen offensichtlich: Nichts. Der gleiche Kerl war vor einigen Jahren schon einmal verhaltensauffällig, seinerzeit sind ausser Stefan Niggemeier alle über die Frau, Katja Riemann, öffentlich hergefallen, “Diva” etc. Wir waren nicht dabei, vorher und nachher; aber sie, deren Beruf es ist Rollenspiele exakt zu identifizieren.
Herr Baumgarten ist kein Einzelfall. Kürzlich zitierte Dieter Anschlag in der Medienkorrespondenz ausführlich die WDR-Rundfunkrätin Karin Knöbelspies in der dortigen #metoo-Debatte: Knöbelspies sagte: „Der Schaden für das Ansehen und die Glaubwürdigkeit des WDR ist groß, nach außen. Aber nachdem ich in den letzten Wochen wirklich vieles gründlich gelesen habe, glaube ich, dass der Schaden eigentlich intern, so scheint es mir zumindestens, wesentlich größer ist.“ Sie sei schon sehr überrascht darüber, wenn sie mit Leuten spreche, „wie praktisch unisono alle Aussagen immer ganz schnell auf die starke Hierarchie und die Unternehmenskultur im WDR“ kämen. Knöbelspies: „Wenn ich das alles jedesmal höre und lese, dann denke ich: Da muss irgendwas falsch sein in diesem Haus.“ Dieser Punkt sei noch „wesentlich gravierender“. Wenn sie mit WDR-Mitarbeitern rede, stelle sie immer wieder fest, dass diese zu Problemen nichts sagen wollten mit einer Begründung wie: „Um Gottes willen, da hab’ ich Angst.“ Und so fragte Knöbelspies in die Rundfunkratssitzung hinein: „Was ist das für ein Laden, der so angstbesetzt ist?“ Sie wolle mit ihren Ausführungen, so schloss sie ab, „mal die Stimmung wiedergeben, die an mich herangetragen wird, aber sicher nicht nur an mich“. Daran schliesst sich die logische Frage an den NDR an: “Was ist das für ein Laden”, der Wegmoderierer mit solchen Welt- und Rollenbildern heranzieht und vor die Kamera stellt?

In der Wohnungspolitik verdichten sich derzeit die Klassenkämpfe in unserer Republik. Die Kolleg*inn*en von der Kontext-Wochenzeitung lieferten in ihrer letzten Ausgabe eine Analyse der grössten Immobilienkonzerne.

In Berlin schimpfen und demonstrieren sie bereits gegen die grassierende Gentrifizierung. Wenn ihnen dann noch in Kreuzberg eine Kneipe weggenommen wird, dann ist es in der taz mit kurzen Texten nicht mehr getan.
Küppi versorgt uns heute mit Nachrichten aus den dortigen Schwulenseilschaften – woher weiss er das bloss? – und hilft uns auch bei wichtigeren Fragen (“Was machen die Borussen?”) die Welt besser zu verstehen.

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